Bachelorarbeit, 2008
68 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Die Zahlungsbilanz
2.1 Der Aufbau der Zahlungsbilanz in der Türkei
2.2 Kapitalzuflüsse
2.2.1 Das Problem der Kapitalzuflüsse
2.2.2 Exzessive Kapitalzuflüsse
3. Währungs-/Wirtschaftskrise im Jahr 2001
3.1 Gründe für die Krise
3.2 Maßnahmen und Reformen nach der Krise
4. Geldpolitische Strategie der türkischen Zentralbank
4.1 Währungsreform
4.2 Geld- und Wechselkurspolitik der Zentralbank
4.3 Zinspolitik der türkischen Zentralbank seit 2002
5. Entwicklung der Währung, der Kapitalströme und der Leistungsbilanz nach der Krise im Jahr 2001
5.1 Der Wechselkurs
5.2 Die Kapitalströme
5.3 Die Leistungsbilanz
6. Wahrscheinlichkeit einer erneuten Krise
6.1 Zukünftige Kapitalflüsse
6.2 Mögliche Wechselkursabwertungen
6.3 Der Bankensektor
6.4 Öffentliche Finanzen und Unternehmen
7. Schlussfolgerungen und Verbesserungsvorschläge
Die vorliegende Arbeit untersucht die Instabilität internationaler Kapitalströme und deren Rückwirkungen auf die türkische Währungspolitik, insbesondere vor dem Hintergrund der Wirtschaftskrise von 2001. Ziel ist es, die Ursachen für die Anfälligkeit der türkischen Volkswirtschaft gegenüber exogenen Schocks zu analysieren und auf Basis der historischen Entwicklung nach 2001 die Wahrscheinlichkeit zukünftiger Krisen zu bewerten sowie Handlungsempfehlungen abzuleiten.
2.2.1 Das Problem der Kapitalzuflüsse
Die Kapitalmobilität bringt aber auch ein Hauptproblem mit sich: Es kann Länder gefährden, wenn sich die Kapitalströme umkehren, und ein Land sogar in die Krise stürzen. Haben sie vorher noch das Wirtschaftswachstum unterstützt, so können sie abrupt zu einem Negativfaktor werden. Einige Kapitalströme sind stabiler als andere. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass Direktinvestitionen die stabilsten Zuflüsse darstellen, auch wenn sie die teuersten sind, da sie die höchsten Erträge für die Investoren bringen. Zusätzlich bringen sie intellektuelles Vermögen mit ins Land. Hinzu kommt, dass der Investor das ganze Risiko des Investments trägt sowie es zu positiven externen Effekte führt im Land des Investments.
Portfolioinvestitionen tendieren dazu, Krisen zu unterstützen. Sie sind dementsprechend anfälliger für Kapitalumkehrungen. Positiv für das Empfängerland ist bei Portfolioinvestitionen, dass der Investor das volle Risiko des Investments trägt und es auch hier zu positiven Externalitäten kommen kann. Die größte Quelle von Instabilität stammt aus den Bankkrediten, die den “sonstigen Investitionen“ zugeordnet werden. Dabei sind kurzfristige Kredite instabiler als langfristige. Hierbei sind allerdings Handelskredite zu unterscheiden, sie scheinen wenig volatil zu sein. Bei Krediten wird das wirtschaftliche Risiko vom Darlehensnehmer getragen. Sind die Kredite in Auslandswährung, wird das Wechselkursrisiko auch vom Darlehensnehmer getragen. Der Vorteil bei Krediten liegt darin (insbesondere bei Krediten in Dollar), dass sie die günstigste Alternative bei Kapitalzuflüssen sind. Je kürzer die Laufzeit desto günstiger gilt dabei. Das Zinsrisiko trägt bei Krediten in Auslandswährung der Darlehensgeber und in Inlandswährung der Darlehensnehmer.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die globale wirtschaftliche Instabilität durch die Subprime-Krise und führt in die Thematik der exogenen Schocks für die türkische Volkswirtschaft ein.
2. Die Zahlungsbilanz: Dieses Kapitel definiert die Struktur der türkischen Zahlungsbilanz und analysiert die verschiedenen Arten von Kapitalzuflüssen sowie deren spezifische Risiken.
3. Währungs-/Wirtschaftskrise im Jahr 2001: Das Kapitel arbeitet die Ursachen und den Ablauf der türkischen Währungs- und Wirtschaftskrise von 2001 sowie die darauf folgenden Reformmaßnahmen auf.
4. Geldpolitische Strategie der türkischen Zentralbank: Es werden die geldpolitischen Instrumente, die Inflationsziele und die Wechselkurspolitik der türkischen Zentralbank seit der Krise detailliert dargestellt.
5. Entwicklung der Währung, der Kapitalströme und der Leistungsbilanz nach der Krise im Jahr 2001: Das Kapitel analysiert die empirische Entwicklung der makroökonomischen Kennzahlen der Türkei in den Jahren nach 2001.
6. Wahrscheinlichkeit einer erneuten Krise: Basierend auf einer Analyse der Kapitalflüsse, des Bankensektors und der öffentlichen Finanzen wird die aktuelle Krisenanfälligkeit der Türkei bewertet.
7. Schlussfolgerungen und Verbesserungsvorschläge: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und gibt konkrete Empfehlungen zur Stärkung der wirtschaftlichen Resilienz der Türkei.
Türkei, Kapitalströme, Währungspolitik, Zahlungsbilanz, Wirtschaftskrise 2001, Zentralbank, Inflationsziel, Direktinvestitionen, Portfolioinvestitionen, Bankensektor, Wechselkurs, IWF, Schwellenland, externe Schulden, Strukturreformen.
Die Arbeit untersucht die Wechselwirkungen zwischen internationalen Kapitalbewegungen und der Stabilität der türkischen Währungs- und Wirtschaftspolitik.
Die zentralen Themen sind die Zahlungsbilanz, die Krisenereignisse von 2001, die Geldpolitik der türkischen Zentralbank sowie die Resilienz des Bankensektors gegenüber externen Schocks.
Das Ziel ist die Analyse der Krisenursachen sowie die Beantwortung der Frage, wie wahrscheinlich eine erneute Wirtschaftskrise in der Türkei angesichts aktueller makroökonomischer Entwicklungen ist.
Es handelt sich um eine deskriptive und analytische Untersuchung, die makroökonomische Daten, historische Ereignisse und ökonomische Theorien (z. B. zum "traditional view" von Stabilisierungsprogrammen) verknüpft.
Der Hauptteil gliedert sich in die Aufarbeitung der Krise 2001, die geldpolitische Reaktion der Zentralbank, die Analyse der Kapitalströme nach der Krise sowie eine detaillierte Einschätzung der aktuellen Krisenanfälligkeit durch Sektoranalyse.
Die wichtigsten Begriffe sind unter anderem Kapitalströme, Wirtschaftskrise, Zentralbank, Inflationsziele, Leistungsbilanzdefizit und Strukturreformen.
Der IWF wird als maßgeblicher Akteur bei der Krisenbewältigung und der Vorgabe von Stabilisierungsprogrammen betrachtet, wobei auch kritische Stimmen zu den IWF-Auflagen zur Sprache kommen.
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass der Bankensektor im Gegensatz zur Krisenzeit von 2001 deutlich widerstandsfähiger geworden ist, unter anderem durch eine bessere Kapitalausstattung und eine stärkere Bankenregulierung.
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