Bachelorarbeit, 2021
75 Seiten, Note: 1,3
Jura - Zivilrecht / Handelsrecht, Gesellschaftsrecht, Kartellrecht, Wirtschaftsrecht
A. Einführung
I. Situation im Bereich der Unternehmensinsolvenzen
II. Rechtspolitische Abwägung zwischen gebotener Hilfe vs. Schöpfung von sog. „Zombieunternehmen“
1. Finanzhilfen und flankierende Maßnahmen als Voraussetzungen für die Regelungen des COVInsAG
2. Wirtschaftswissenschaftliche Bedeutung von Zombieunternehmen und von diesen ausgehenden Gefahren
III. Das COVID-19-Insolvenzaussetzungsgesetz (COVInsAG)
1. Das COVInsAG als Adaption der Hochwassergesetze der Jahre 2002, 2013 und 2016?
2. Gesetzgebungsverfahren zum COVInsAG
B. Die Insolvenzantragspflicht
I. Die Unternehmenskrise als Vorbote der Insolvenz
II. Eröffnungsgründe für Insolvenzverfahren
1. Eröffnungsgrund der Zahlungsunfähigkeit, § 17 InsO
2. Eröffnungsgrund der Überschuldung, § 19 InsO
III. Die Insolvenzantragspflicht im Lichte der Geschäftsleiter
1. Bedeutung der Insolvenzantragspflicht
2. Fristen des § 15a InsO
C. Aussetzungstatbestand, § 1 COVInsAG
I. Ziel der Aussetzung der Insolvenzantragspflichten des COVInsAG
1. In Bezug auf den Tatbestand der Zahlungsunfähigkeit, § 17 InsO
2. In Bezug auf den Tatbestand der Überschuldung, § 19 InsO
II. Anwendung des § 1 COVInsAG
1. Regelkonforme Aussetzung
2. Reichweite der Aussetzung gem. § 1 S. 1 COVInsAG
3. Aussetzung bei bereits eingetretener Insolvenzantragspflicht
4. Negierte Aussetzung der Insolvenzantragspflicht
5. Vermutungsregelung des § 1 S. 3 COVInsAG
III. Regelungsgehalt des § 1 Abs. 2 COVInsAG
1. Zeitlicher Anwendungsbereich
2. Sachlicher Anwendungsbereich
IV. Regelungsgehalt des § 1 Abs. 3 COVInsAG
1. Zeitlicher Anwendungsbereich
2. Sachlicher Anwendungsbereich
3. Intention des Gesetzgebers für die unterschiedliche Behandlung des Insolvenzgrunds der Zahlungsunfähigkeit
D. Die Folgen der Aussetzung der Antragspflicht gem. § 2 COVInsAG
I. Anwendungsbereich
1. Zahlungen im ordnungsgemäßen Geschäftsgang, § 2 Abs. 1 Nr. 1 COVInsAG
2. Anfechtungsschutz für gewährte Darlehen, § 2 Abs. 1 Nr. 2 COVInsAG
II. Öffnungstatbestand des § 2 Abs. 2 COVInsAG
III. Schranken der Aussetzung der Insolvenzantragspflicht durch das COVInsAG im Bereich des Gläubigerschutzes
1. Deliktischer Gläubigerschutz
2. Strafrechtlicher Gläubigerschutz
3. Öffentlich-rechtliche Rechtsfolgen
E. Bedeutung der Risiken des COVInsAG für Geschäftsleiter
I. Exkulpation
II. Anforderungen für die Exkulpation
III. Zeitliche Divergenz bei der Exkulpation
F. Insolvenzantragsrechte
I. Insolvenzantragsrecht des Schuldners
II. Insolvenzantragsrecht des Gläubigers
G. Prognose der wirtschaftlichen und wirtschaftspolitischen Auswirkungen der Aussetzung der Insolvenzantragspflicht durch das COVInsAG
H. Alternativen zur Aussetzung der Insolvenzantragspflicht durch das COVInsAG
J. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen und die rechtliche Bedeutung des COVID-19-Insolvenzaussetzungsgesetzes (COVInsAG) auf die Insolvenzantragspflicht in Deutschland. Das primäre Ziel ist es, die Komplexität der gesetzlichen Regelungen, die insbesondere Geschäftsleiter betreffen, praxisnah zu analysieren und die Risiken sowie Folgen der Aussetzung – insbesondere im Hinblick auf den Gläubigerschutz und die Haftungsrisiken für Organmitglieder – aufzuzeigen.
Die Unternehmenskrise als Vorbote der Insolvenz
Der Begriff der Unternehmenskrise, wie die Rechtswissenschaft sie im Kontext verwendet, impliziert ein Unternehmen in ernsthaften wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Der BGH stellt dazu auf die Zuführung von externem Kapital ab. Ursachen solcher Krisen können exogene wie auch endogene Faktoren sein. Unternehmen in Krisen ist gemeinsam, dass sie verschiedene Stadien durchlaufen, welche durch einen typischen Verlauf gekennzeichnet sind. Außerhalb einer pandemisch beeinflussten Wirtschaftssituation ergeben sich Krisenstadien nicht korrelationslos voneinander, vielmehr bauen sie aufeinander auf. Diese Stadien sind gem. der IDW Systematisierung in sechs Phasen aufgeteilt. Ein Insolvenzverfahren flankiert das Ende der letzten Phase einer Unternehmenskrise.
Die bekannten Krisenstadien und -ursachen stellen das Derivat aus empirischen Untersuchungen und Datenbasen dar. Ihnen allen gemeinsam ist, dass sie auf einem normalen, sich selbst regulierenden und weitgehend einflussfreien Marktgeschehen aufbauen. Mithin können die normalen Krisenstadien in einer pandemischen Situation nicht als Indikatoren für die Bewertung von Krisenszenarien, Handlungsspielräumen und Interventionsmöglichkeiten herangezogen werden. Die Zeitspanne zwischen dem Beginn einer Unternehmenskrise und einer Insolvenzreife kann durch die Pandemie auf wenige Tage reduziert sein.
A. Einführung: Diese Einleitung beschreibt die wirtschaftliche Situation während der Pandemie und den paradoxen Rückgang der Insolvenzzahlen sowie das Ziel der Arbeit, die Bedeutung des COVInsAG zu beleuchten.
B. Die Insolvenzantragspflicht: Dieses Kapitel erläutert die Grundlagen der Insolvenzantragspflicht, die verschiedenen Eröffnungsgründe wie Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung sowie die spezifische Rolle und Pflichten der Geschäftsleiter.
C. Aussetzungstatbestand, § 1 COVInsAG: Hier wird der Kern des COVInsAG, insbesondere die Voraussetzungen, der zeitliche Anwendungsbereich und die verschiedenen Aussetzungs- sowie Rückausnahmeregelungen detailliert analysiert.
D. Die Folgen der Aussetzung der Antragspflicht gem. § 2 COVInsAG: In diesem Abschnitt werden die rechtlichen Folgen der Aussetzung, insbesondere der Anfechtungsschutz für Kredite und die Privilegierung von Zahlungen im ordnungsgemäßen Geschäftsgang, erörtert.
E. Bedeutung der Risiken des COVInsAG für Geschäftsleiter: Dieses Kapitel behandelt die verbleibenden Haftungsrisiken für Geschäftsleiter trotz der Aussetzung und unterstreicht die Wichtigkeit einer lückenlosen Dokumentation zur Exkulpation.
F. Insolvenzantragsrechte: Hier werden die verbleibenden Rechte von Schuldnern und Gläubigern zur Stellung eines Insolvenzantrags trotz suspendierter Antragspflicht behandelt.
G. Prognose der wirtschaftlichen und wirtschaftspolitischen Auswirkungen der Aussetzung der Insolvenzantragspflicht durch das COVInsAG: Dieser Abschnitt wagt eine Einschätzung zur Wirksamkeit der Maßnahmen und diskutiert die langfristigen wirtschaftlichen Folgen, wie etwa die Gefahr einer zukünftigen „Insolvenzwelle“.
H. Alternativen zur Aussetzung der Insolvenzantragspflicht durch das COVInsAG: Es werden alternative Ansätze wie das Eigenverwaltungsverfahren als mögliche und teils bessere Instrumente zur Bewältigung der Krisensituation gegenübergestellt.
J. Fazit: Die abschließende Zusammenfassung kritisiert die Balance des Gesetzes zwischen Schuldnerentlastung und Gläubigerschutz und betont die Mängel in der Rechtssicherheit durch unbestimmte Begriffe.
COVID-19, COVInsAG, Insolvenzantragspflicht, Insolvenzreife, Geschäftsleiterhaftung, Sanierung, Zombieunternehmen, Zahlungsunfähigkeit, Überschuldung, Insolvenzanfechtung, Gläubigerschutz, Exkulpation, Unternehmenskrise, Pandemie, Rechtssicherheit
Die Arbeit befasst sich mit der rechtlichen Analyse des COVID-19-Insolvenzaussetzungsgesetzes (COVInsAG) und dessen Auswirkungen auf die Insolvenzantragspflicht in Deutschland während der Pandemie.
Zentrale Themen sind die Aussetzungsregeln, Haftungsrisiken für Geschäftsleiter, der Anfechtungsschutz für Sanierungskredite sowie das Phänomen der sogenannten Zombieunternehmen.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das COVInsAG Geschäftsleiter entlasten sollte, welche Unsicherheiten das Gesetz dabei schuf und wie sich dies auf die Haftungssituation in der Praxis auswirkt.
Es handelt sich um eine rechtswissenschaftliche Arbeit, die Gesetzesanalysen, Literaturstudien und eine Auswertung von Insolvenzstatistiken kombiniert.
Der Hauptteil analysiert detailliert die Tatbestände des § 1 und § 2 COVInsAG, die Exkulpationsmöglichkeiten für Geschäftsleiter sowie die Folgen für den Gläubigerschutz.
Wichtige Begriffe sind COVInsAG, Insolvenzantragspflicht, Geschäftsleiterhaftung, Sanierung, Anfechtungsschutz und Zombieunternehmen.
Da das Gesetz Beweislastregeln und Rückausnahmen enthält, ist eine präzise Dokumentation der Sanierungsbemühungen das einzige wirksame Mittel zur Exkulpation vor einer drohenden Haftungsinanspruchnahme.
Die Arbeit diskutiert die Problematik des Zeitraums vom 1.10.2020 bis zum 31.12.2020, in dem die Aussetzung der Antragspflicht wegen Zahlungsunfähigkeit aufgehoben war, was zu erheblichen Rechtsunsicherheiten für betroffene Unternehmen führte.
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