Magisterarbeit, 2008
83 Seiten, Note: 2,1
Geowissenschaften / Geographie - Bevölkerungsgeographie, Stadt- u. Raumplanung
1.0 Einleitung
1.1 Hinführung zum Thema
1.2 Aufbau der Arbeit
2.0 Klärung der Begriffe informelle Siedlung und squatting
3.0 Entwicklung von Lusaka und Entstehung der squatter unter Einbezug der wohnungspolitischen Maßnahmen
4.0 Das Lusaka Squatter Upgrading and Sites and Services Project der Weltbank
4.1 Voraussetzungen für das Weltbankengagement in Lusaka
4.2 Ziele des Projektes
4.3 Partizipation der squatter
5.0 Die Entwicklung der informellen Siedlungsstrukturen in George
5.1 Entstehung und Demographie von George
5.2 Strukturen in George vor der Modernisierung
5.2.1 Bauformen und Baumaterial
5.2.2 Besitzverhältnisse
5.2.3 Bebauungsmuster und Dichte
5.2.4 Technische Infrastruktur
5.2.5 Soziale Infrastruktur
5.2.6 Organisation im squatter
5.3 Erwartungen der Bewohner hinsichtlich der Modernisierung
5.4 Upgrading in George
5.4.1 Auswirkungen auf die Behausungen und die Siedlungsstrukturen
5.4.2 Auswirkungen auf die Besitzverhältnisse
5.4.3 Einrichtung technischer und sozialer Infrastruktur
5.4.4 Bereitstellungsgebühr und Kostendeckung
5.4.5 Errichtung von George overspill und die Folgen
6.0 Auswertung des Projektes
6.1 Hausbau in Selbsthilfe und Besitzverhältnisse
6.2 Geschäfte zur Materialversorgung und Materialdarlehen
6.3 Infrastrukturelle Maßnahmen
6.4 Auswirkungen auf die Beschäftigung und gewerbliche Nutzung
6.5 Erschwinglichkeit für die Bewohner und Kostendeckung
6.6 Partizipation der Bevölkerung bei der Planung und Durchführung
6.7 Verwaltung des Projektes
6.8 Einfluss des Projektes auf die Wohnungspolitik
7.0 Schlussbetrachtung und Ausblick
Diese Magisterarbeit untersucht die Wirksamkeit von Modernisierungsmaßnahmen (Upgrading-Projekten) in informellen Siedlungen am Beispiel der sambischen Hauptstadt Lusaka, mit einem Fokus auf die Siedlung George. Die zentrale Forschungsfrage zielt darauf ab, zu evaluieren, ob die durchgeführten Maßnahmen der Weltbank die Lebensbedingungen der einkommensschwachen Bevölkerungsmehrheit tatsächlich nachhaltig verbessern konnten.
5.1 Entstehung und Demographie von George
Die squatter-Siedlung George befindet sich ca. 6 km nord-westlich der Innenstadt Lusakas, westlich der Schwerindustriezone. Den Namen erhielt die Siedlung von einem britischen Grundbesitzer, der sein Land unbeaufsichtigt zurückgelassen hatte. Die Behausungen der ehemaligen Angestellten des Landwirtes bildeten den Kern der entstehenden dorfähnlichen Siedlung, die außerhalb der damaligen Stadtgrenze und ohne Kontrolle der Behörden rapide anwuchs (SCHLYTER & SCHLYTER 1979:19). „When George expanded it was mainly on unprotected freeholds with absentee landlords.“ (SCHLYTER 1984:25).
Fast alle ersten Siedler in George kamen ursprünglich aus dem ländlichen Raum und sind später nach Lusaka gekommen. Vor der Ansiedlung in George hatten einige Bewohner schon über mehrere Jahre in städtischen Gebieten in Sambia bzw. in Lusaka gelebt, nur wenige kamen direkt nach George. Squatter, die ursprünglich aus der selben Region stammten, lebten in der Siedlung nicht zwangsläufig auch in nächster Nähe zueinander. Nur wenige Haushalte fanden ihre Verwandten in direkter Nachbarschaft, dennoch oft innerhalb der Siedlung. Während die Siedlung 1957 nur 92 Wohneinheiten umfasste, war die Zahl bis 1962 schon auf 160 Behausungen und 1965 auf 300 angestiegen (SCHLYTER & SCHLYTER 1979:20). Das stärkste Wachstum erfuhr die Siedlung in den späten 1960er Jahren. Nach der Unabhängigkeit erhob kein Grundbesitzer das Recht, sich in George anzusiedeln. Stattdessen übernahm die UNIP die Organisation und Kontrolle der Siedlung, wodurch die Bewohner sich relativ sicher und vor Vertreibung beschützt fühlten. Die Autorität der Parteivorsitzenden wurde nie hinterfragt, was dazu führte, dass die meisten Bewohner ihre Behausung als legal und vollständig akzeptiert ansahen (SCHLYTER 1984:25).
1.0 Einleitung: Einführung in das globale Phänomen informeller Siedlungen und Darlegung der Zielsetzung sowie der Struktur der Arbeit.
2.0 Klärung der Begriffe informelle Siedlung und squatting: Definition der zentralen Konzepte, Abgrenzung von Begriffen wie Slum und Begründung der Terminologiewahl.
3.0 Entwicklung von Lusaka und Entstehung der squatter unter Einbezug der wohnungspolitischen Maßnahmen: Historischer Rückblick auf die koloniale Stadtentwicklung und die restriktive Wohnungspolitik bis zur Unabhängigkeit 1964.
4.0 Das Lusaka Squatter Upgrading and Sites and Services Project der Weltbank: Analyse der Rahmenbedingungen, Zielsetzungen und der geplanten Partizipation der Weltbank-Finanzierung in Lusaka.
5.0 Die Entwicklung der informellen Siedlungsstrukturen in George: Detaillierte Darstellung der Siedlung George vor der Modernisierung und Analyse der durchgeführten Upgrading-Maßnahmen.
6.0 Auswertung des Projektes: Kritische Evaluierung der verschiedenen Projektkomponenten, deren Erfolg, Schwachstellen und Auswirkungen auf die Stadtentwicklung.
7.0 Schlussbetrachtung und Ausblick: Zusammenfassendes Fazit der Ergebnisse und Reflexion über die langfristige Entwicklung und Nachhaltigkeit des Ansatzes.
Lusaka, Sambia, Squatter, Informelle Siedlung, Upgrading, Weltbank, Stadtentwicklung, Selbsthilfe, Wohnungsbaupolitik, Partizipation, Infrastructure, Soziale Segregation, Gentrifizierung, George, Kostendeckung.
Die Arbeit analysiert die stadtentwicklungspolitischen Maßnahmen der sambischen Regierung in Kooperation mit der Weltbank, die darauf abzielten, informelle Siedlungen (Squatter) in Lusaka aufzuwerten und zu legalisieren.
Im Zentrum stehen die Wohnraumproblematik in afrikanischen Großstädten, der historische Kontext kolonialer Siedlungspolitik, die Konzepte von Upgrading-Projekten sowie die sozioökonomischen Bedingungen der Bewohner von informellen Siedlungen.
Ziel ist die Überprüfung, ob die durchgeführten Infrastruktur- und Modernisierungsmaßnahmen die Lebensbedingungen der betroffenen einkommensschwachen Bevölkerungsgruppen in Lusaka tatsächlich nachhaltig verbessert haben.
Die Arbeit basiert auf einer tiefgehenden Literatur- und Sekundärdatenanalyse, insbesondere basierend auf Feldstudien, die in den 1970er und 1980er Jahren in der Siedlung George durchgeführt wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse der Siedlungsgenese, eine detaillierte Beschreibung des Weltbank-Projekts sowie eine spezifische Fallstudie zur Siedlung George, gefolgt von einer evaluierenden Auswertung der Projektergebnisse.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Squatter, Upgrading, Lusaka, informelle Siedlung, Partizipation und Stadtentwicklung in Entwicklungsländern charakterisieren.
Die Kostendeckung scheiterte primär an den sehr geringen verfügbaren Einkommen der Bewohner, mangelnden administrativen Mechanismen zur Gebühreneintreibung und einer fehlenden Bereitschaft der Nutzer, für unzureichende oder verspätet gelieferte Infrastruktur zu zahlen.
Die Strategie führte zur Umsiedlung von Bewohnern in sogenannte "overspill areas", was zwar eine geordnetere Siedlungsstruktur schuf, aber auch soziale Netzwerke störte und langfristig zur Gentrifizierung des Gebiets beitrug.
Die Bewertung ist ambivalent: Während die Weltbank und offizielle Stellen das Projekt als innovativ und erfolgreich einstuften, betrachteten Kritiker und Teile der Bevölkerung es aufgrund der mangelnden Nachhaltigkeit und der hohen Kosten als gescheitert oder überbewertet.
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