Bachelorarbeit, 2008
94 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
1.1. Zielsetzung und Gang der Untersuchung
1.2. Abgrenzung
2. Problemstellung Klimawandel
2.1. Aktuelle Erkenntnisse zum Klimawandel
2.2. Entwicklung der weltweiten Treibhausgasemissionen
2.3. Klimatische und wirtschaftliche Folgen des Klimawandels
3. Zertifikatslösungen als Instrument der Umweltpolitik
3.1. Grundlagen und Prinzipien der Umweltpolitik
3.2. Instrumente der nationalen und internationalen Umweltpolitik
3.2.1. Auflagen
3.2.2. Umweltabgaben
3.2.3. Zertifikate
3.2.4. Kompensationslösungen
3.3. Problemfelder bei der Implementierung eines Zertifikatshandels
3.4. Lösungsansätze zur Umgehung von Implementierungsproblemen
4. Der Emissionshandel im Kontext des weltweiten Klimaschutzes
4.1. Inhalt und Ziele des Kyoto-Protokolls
4.2. Die Kyoto-Mechanismen
4.2.1. International Emission Trading
4.2.2. Joint-Implementation
4.2.3. Clean Development Mechanism
4.3. Anwendung von JI- und CDM-Projekten
4.4. Stand der internationalen Zielerreichung des Kyoto-Protokolls
5. Eigenschaften des EU-Emissionshandelssystems
5.1. Umsetzung des Kyoto-Protokolls in der EU
5.2. Die Emissionshandelsrichtlinie
5.2.1. Umfang und Aufbau des Emissionshandels
5.2.2. Nationale Allokationspläne
5.2.3. Handel
5.2.4. Integration von JI/CDM-Gutschriften
5.3. Umsetzung der EU-Emissionshandelsrichtlinie am Beispiel Deutschlands
5.3.1. Rechtliche Grundlagen
5.3.2. Der Makroplan
5.3.3. Die Allokationsregeln des deutschen NAP I
6. Analyse der ersten Handelsphase des EU-Emissionshandels
6.1. Überblick über die erste Handelsperiode 2005-2007
6.2. Entwicklung des Zertifikatshandels
6.3. Auswirkungen des Emissionshandels auf Wirtschaft und Unternehmen
6.4. Bewertung des Erfolgs der ersten Handelsperiode
6.5. Übertragbarkeit der Erfahrungen auf den zukünftigen Handel
7. Die Zukunft des EU-Emissionshandels
7.1. EU-Regelungen zur zweiten Handelsperiode 2008-2012
7.2. Änderungen der zweiten Handelsperiode auf nationaler Ebene am Beispiel Deutschlands
7.3. Kritische Betrachtung der Regelungen der zweiten Handelsperiode
7.4. Pläne für den künftigen Emissionshandel in der EU
7.5. Ausblick
8. Internationale Übertragbarkeit und Perspektiven des Emissionshandels
8.1. Emissionshandel außerhalb der EU
8.2. Übertragbarkeit der Erfahrungen des EU-Emissionshandels auf andere Handelssysteme
8.3. Perspektiven zur Integration eines globalen Emissionshandelssystems
Die Arbeit analysiert das europäische Handelssystem für CO2-Emissionsrechte, das seit 2005 zur Reduktion von Treibhausgasen beitragen soll. Ziel ist es, die Erfahrungen aus der ersten Handelsperiode (2005–2007) zu bewerten, um Erkenntnisse für die zukünftige Ausgestaltung des Systems und dessen globale Übertragbarkeit zu gewinnen.
3.2.3. Zertifikate
Zertifikatslösungen gehören auch zu den marktwirtschaftlichen Instrumenten, sind aber im Gegensatz zu Umweltabgaben als Mengenlösungen einzuordnen, da hierbei eine relevante Höchstmenge fixiert wird, während der Preis flexibel ist. Zunächst wird die zulässige Gesamtmenge eines Schadstoffes (z.B. CO2) festgelegt, die über einen festen Zeitraum in einer definierten Region emittiert werden darf. Diese Gesamtemissionsmenge, auch „Deckelung“ oder „Cap“ genannt, wird in Zertifikate aufgeteilt, welche an die Emittenten ausgegeben werden. Jedes Zertifikat verbrieft das Recht, eine bestimmte Teilmenge des Schadstoffs (z.B. eine Tonne CO2) in dem festgelegten Zeitraum zu emittieren. Ein Emittent ist nur zu dem Emissionsumfang berechtigt, für den er über die entsprechende Menge an Emissionsrechten verfügt und wird bei Verstoß bestraft. Die Zertifikate sind frei handelbar, sodass sich über Angebot und Nachfrage ein Marktpreis für die Emissionsrechte ergibt. Emittenten mit geringen Grenzvermeidungskosten erhalten so den Anreiz, ihre Emissionen zu verringern und ihre überschüssigen Zertifikate gewinnbringend am Markt zu verkaufen. Diese werden von Emittenten, die ihre Emissionen nur zu höheren Kosten reduzieren können, mit dem Ziel aufgekauft, mehr emittieren zu dürfen.
1. Einleitung: Vorstellung des Ziels der Arbeit, die erste Handelsperiode des EU-Emissionshandels zu analysieren und für zukünftige Verbesserungen nutzbar zu machen.
2. Problemstellung Klimawandel: Beschreibung der globalen Problematik des Klimawandels, der Ursachen durch Treibhausgasemissionen und der daraus resultierenden wirtschaftlichen und klimatischen Folgen.
3. Zertifikatslösungen als Instrument der Umweltpolitik: Theoretische Herleitung von Zertifikatsmärkten als Instrument zur Internalisierung externer Kosten, inklusive einer kritischen Analyse von Implementierungsproblemen.
4. Der Emissionshandel im Kontext des weltweiten Klimaschutzes: Erläuterung der Grundlagen des Kyoto-Protokolls und der zugehörigen flexiblen Mechanismen wie IET, JI und CDM.
5. Eigenschaften des EU-Emissionshandelssystems: Darstellung der europäischen Rahmenrichtlinien und der spezifischen Umsetzung des Emissionshandels in Deutschland (NAP I).
6. Analyse der ersten Handelsphase des EU-Emissionshandels: Ausführliche Auswertung der ersten Periode (2005-2007) hinsichtlich Marktmechanismen, Unternehmenseinfluss und identifizierter Schwächen.
7. Die Zukunft des EU-Emissionshandels: Diskussion der Anpassungen in der zweiten Handelsperiode sowie der langfristigen Reformpläne der EU für den Zeitraum 2013-2020.
8. Internationale Übertragbarkeit und Perspektiven des Emissionshandels: Analyse der weltweiten Ansätze für Emissionshandelssysteme und der Möglichkeiten einer globalen Integration.
EU-Emissionshandel, EU-ETS, Kyoto-Protokoll, Zertifikate, Treibhausgase, CO2, Klimaschutz, Emissionsgutschriften, Allokationsplan, Marktversagen, Handelsperiode, Grenzvermeidungskosten, Nachhaltigkeit, Umweltpolitik, Globalisierung.
Die Arbeit befasst sich mit der Wirksamkeit und Effizienz des europäischen Emissionshandelssystems (EU-ETS) als Instrument des Klimaschutzes unter Einbeziehung der Erfahrungen aus der ersten Handelsperiode.
Im Zentrum stehen die ökonomischen Grundlagen von Zertifikatslösungen, das Kyoto-Protokoll als internationaler Rahmen, die spezifische Ausgestaltung des EU-ETS und die Analyse der gesammelten praktischen Erfahrungen zwischen 2005 und 2008.
Das Ziel ist es, aus den Schwächen der ersten Handelsphase (wie der Überallokation) zu lernen und konkrete Verbesserungsvorschläge für die zukünftige Gestaltung des EU-ETS sowie für eine globale Harmonisierung des Emissionshandels zu entwickeln.
Es handelt sich um eine strukturierte Analyse, die theoretische ökonomische Konzepte (z.B. Internalisierung externer Effekte) mit einer empirischen Auswertung der vorliegenden Emissionsdaten und Berichte (NAP I und II) sowie einer kritischen Bewertung regulatorischer Entwicklungen kombiniert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Einleitung in umweltpolitische Instrumente, eine detaillierte Aufarbeitung der EU-Emissionshandelsrichtlinie, eine empirische Analyse der ersten Handelsperiode (2005-2007) sowie einen Ausblick auf die Reformpläne für die zweite Phase und darüber hinaus.
Zentrale Begriffe sind EU-Emissionshandel (EU-ETS), Kyoto-Protokoll, Allokationspläne (NAP), Zertifikatshandel, Klimaschutzziele und Marktversagen.
Im Gegensatz zu Steuern (Preislösungen) ist das EU-ETS als Mengenlösung konzipiert: Die maximale Menge an Emissionen wird gedeckelt ("Cap"), während sich der Preis für die Zertifikate flexibel über den Markt bildet.
Deutschland ist aufgrund seiner hohen Anzahl an Anlagen und der Größe des vergebenen Emissionsbudgets der größte Teilnehmer im EU-ETS und nimmt daher eine zentrale Rolle bei der praktischen Ausgestaltung und der Standardsetzung (z.B. bei Allokationsregeln) ein.
Es dient dazu, die Problematik zu beleuchten, dass Unternehmen, die bereits vor Einführung des EHS in klimaschonende Technik investiert haben, durch starre Allokationsregeln benachteiligt werden könnten, was die Notwendigkeit individueller Sonderregelungen verdeutlicht.
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