Masterarbeit, 2017
73 Seiten, Note: 1,0
1 Werbekommunikation als Forschungsgegenstand
2 Klärung von Begrifflichkeiten
2.1 Werbung
2.2 Multimedialität
2.3 Kulturelle Aspekte: Stereotype und Kulturdimensionen
2.4 Kommunikationsprozess
3 Methodik
3.1 Existierende Ansätze
3.2 Erarbeitetes Analysemodell
4 Analyse der Werbespots
4.1 Jägermeister: deutscher Werbespot „Ich nicht. Wir schon.“
4.1.1 Textexterne Rahmenbedingungen
4.1.2 Textstruktur/Handlungsstruktur
4.1.3 Textinterne Faktoren
4.1.3.1 Visueller Teiltext
4.1.3.2 Verbaler Teiltext
4.1.3.3 Auditiver Teiltext
4.1.4 Intermediale Kohärenz
4.1.5 Abschließende Interpretation
4.2 Jägermeister: spanischer Werbespot „Hunt or be hunted“
4.2.1 Textexterne Rahmenbedingungen
4.2.2 Textstruktur/Handlungsstruktur
4.2.3 Textinterne Faktoren
4.2.3.1 Visueller Teiltext
4.2.3.2 Verbaler Teiltext
4.2.3.3 Auditiver Teiltext
4.2.4 Intermediale Kohärenz
4.2.5 Abschließende Interpretation
4.3 Licor 43: deutscher Werbespot „Pura Pasión“
4.3.1 Textexterne Rahmenbedingungen
4.3.2 Textstruktur/Handlungsstruktur
4.3.3 Textinterne Faktoren
4.3.3.1 Visueller Teiltext
4.3.3.2 Verbaler Teiltext
4.3.3.3 Auditiver Teiltext
4.3.4 Intermediale Kohärenz
4.3.5 Abschließende Interpretation
4.4 Licor 43: spanischer Werbespot „Tu mejor momento“
4.4.1 Textexterne Rahmenbedingungen
4.4.2 Textstruktur/Handlungsstruktur
4.4.3 Textinterne Faktoren
4.4.3.1 Visueller Teiltext
4.4.3.2 Verbaler Teiltext
4.4.3.3 Auditiver Teiltext
4.4.4 Intermediale Kohärenz
4.4.5 Abschließende Interpretation
5 Kontrastiver Vergleich der vier Werbespots
6 Zusammenfassung
Die Arbeit verfolgt das Ziel, eine kontrastive linguistische Analyse multimedialer Werbespots der Marken Jägermeister und Licor 43 in Deutschland und Spanien durchzuführen, um kulturspezifische Werbestrategien herauszuarbeiten und die Wirksamkeit von Werbebotschaften unter Berücksichtigung semiotischer und soziolinguistischer Aspekte zu untersuchen.
4.1.3.1 Visueller Teiltext
Bilder sind einprägsamer als Worte und beeinflussen das Verhalten der Zuschauer daher stärker. Sie werden zudem leichter verarbeitet und gespeichert als sprachliche Informationen (vgl. Henneke 1999: 139). Auch in dem betrachteten Spot tragen sie die Handlungs- bzw. Textstruktur und sind somit Hauptinformationsträger. Selbst ohne Sprache oder Musik wären die Bilder verständlich. Der visuelle Kode dominiert somit insgesamt.
Wie bereits erwähnt kommt es zu einem Wechsel zwischen der Darstellung des Einzelnen und der Darstellung einer Gruppe, sowohl bei Menschen als auch in der Tierwelt. Mimik und Gestik der einzelnen Personen (N° 3, N° 10) lassen die Bilder realer und authentischer erscheinen.
In der ersten Episode schaut sich ein Bandmitglied (N° 3) sehr unsicher um. Seine Körperhaltung ist leicht geduckt. In der dritten Episode rückt der Raketenmann (N° 10) seinen Helm zurecht, atmet langsam aus und schaut skeptisch in Richtung Meer. Diese nonverbalen Elemente schaffen eine Natürlichkeit, die den Zuschauer emotional bindet. Der Rezipient kann sofort im Gesicht der dargestellten Einzelpersonen ablesen, dass sie sich alleine unwohl fühlen und erinnert sich möglicherweise sogar an eine ähnliche Situation aus dem eigenen Leben.
Doch nicht nur zwischen dem Zuschauer und den einzelnen Personen im Spot kommt es zur Interaktion, sondern auch zwischen den Darstellern innerhalb des Werbefilms. Das zuvor einsame Bandmitglied wird durch die Umarmung mit seinen Kollegen (N° 4) Teil einer Gruppe, in deren Gegenwart er seine Angst verliert und sich wohlfühlt (N° 5). Der Raketenmann überwindet seine Angst ebenfalls durch den Beistand seiner Freunde (N° 11). Auch im Reich der Tiere interagieren die einzelnen Mitglieder der Gruppe. Mittels dieser Interaktion wird ein Gefühl von Geselligkeit und Gemeinschaft vermittelt (vgl. Stöckl 2003: 317). Durch die Nahaufnahmen fühlt sich der Zuschauer zudem besser ins Geschehen involviert.
1 Werbekommunikation als Forschungsgegenstand: Einführung in die linguistische Werbeforschung und die Bedeutung von Medialität und Kontext bei der Analyse von Werbebotschaften.
2 Klärung von Begrifflichkeiten: Definition zentraler Begriffe wie Werbung, Multimedialität, kulturelle Stereotype und die Komplexität des Kommunikationsprozesses in der Werbung.
3 Methodik: Überblick über existierende Ansätze zur Analyse von Werbeanzeigen und Darlegung eines eigenen, für audiovisuelle Werbespots erweiterten Analysemodells.
4 Analyse der Werbespots: Detaillierte Untersuchung von vier spezifischen Werbespots der Marken Jägermeister und Licor 43 unterteilt in textexterne, textinterne Faktoren und intermediale Kohärenz.
5 Kontrastiver Vergleich der vier Werbespots: Synthese und Gegenüberstellung der Ergebnisse, um Unterschiede in den länderspezifischen Strategien und den Einsatz von Stereotypen in Deutschland und Spanien zu verdeutlichen.
6 Zusammenfassung: Abschließende Reflexion über die Ergebnisse, die Bestätigung der Notwendigkeit kulturspezifischer Werbestrategien und Handlungsempfehlungen für international agierende Unternehmen.
Werbekommunikation, Kontrastive Analyse, Multimedialität, Semiotik, Jägermeister, Licor 43, Kulturspezifische Werbestrategie, Stereotype, Kommunikationsprozess, Werbewirkung, Audiovisuelle Medien, Werbeforschung, Intermediale Kohärenz, Markenführung, Ethnische Stereotype
Die Masterarbeit befasst sich mit einer kontrastiven linguistischen und semiotischen Analyse von Werbespots der Spirituosenmarken Jägermeister und Licor 43 im deutsch-spanischen Vergleich.
Zentrale Themen sind die visuelle und auditive Gestaltung von Werbespots, die Bedeutung kultureller Stereotype sowie die Herausforderungen bei der internationalen Markenkommunikation.
Das Ziel ist es, aufzudecken, wie Unternehmen ihre Werbestrategien kulturell anpassen und welche semiotischen Mittel (Bild, Ton, Sprache) eingesetzt werden, um die Zielgruppe in unterschiedlichen Ländern effektiv zu erreichen.
Es wird ein eigenes Analysemodell entwickelt, das auf Modellen von Nina Janich und Hartmut Stöckl basiert, um audiovisuelle Werbespots in verschiedene Analyse- und Synthesestufen (Struktur, Inhalt, Bedeutung) zu gliedern.
Im Hauptteil werden vier spezifische Werbespots der Marken Jägermeister und Licor 43 in Deutschland und Spanien detailliert analysiert und anschließend in einem kontrastiven Vergleich gegenübergestellt.
Die Arbeit zeichnet sich durch Begriffe wie Werbekommunikation, Multimedialität, Semiotik, kulturelle Stereotype und intermediale Kohärenz aus.
Die Arbeit untersucht, ob die unterschiedlichen kulturellen Dimensionen (wie Individualismus vs. Kollektivismus) eine spezifische Anpassung der Werbebotschaften erfordern, um Fehlinterpretationen zu vermeiden.
Stereotype werden gezielt eingesetzt, um Markenbilder zu schärfen, die Wiedererkennung zu steigern und durch bekannte kulturelle Assoziationen (wie "Spaniengefühl" oder "Gemeinschaft") emotionale Verbindungen zum Rezipienten aufzubauen.
Die Analyse zeigt, dass der deutsche Jägermeister-Spot stark auf das Wir-Gefühl und Gemeinschaft setzt, während spanische Ansätze teils stärker individualistisch geprägt sind oder durch eine persönliche Lebensgeschichte Identifikation stiften.
Die Autorin empfiehlt Unternehmen, von einer rein sprachlichen Übersetzung von Werbespots abzusehen und stattdessen eine kulturspezifische Anpassung vorzunehmen, um die Zielgruppe authentisch anzusprechen und Fehlinterpretationen zu minimieren.
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