Bachelorarbeit, 2021
55 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
1.1. Zu Untersuchungsraum und Quellenlage
1.2. Methodische Vorgehensweise
2. Rassischer Antisemitismus im Reich und im Untersuchungsgebiet
2.1. Abriss der Geschichte des Antisemitismus in Deutschland
2.2. Die Situation in Ulm
3. Tragende Parteien und Verbände des Antisemitismus
3.1. Rechte Propaganda und Agitation im Untersuchungsraum während der Weimarer Republik
3.2. Das Schwabenbanner : republikfeindlicher Wehrverein
3.3. Speerspitze der frühen NSDAP :Wilhelm Dreher
3.4. Die Entstehung der NSDAP-Ortsgruppen Ulm und Neu-Ulm
3.5. Wahlverhalten und Parteiarbeitin Ulm und Neu-Ulm zu Zeiten der Weimarer Republik
4. Die lokale Entwicklung des Antisemitismus in den Folgejahren
5. Fazit
6. Quellen und Literaturverzeichnis
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht die Entwicklung des Antisemitismus in den Städten Ulm und Neu-Ulm während der Weimarer Republik. Dabei analysiert der Autor die lokalen politischen Strukturen, die Rolle antirepublikanischer Verbände wie das "Schwabenbanner" und den Aufstieg der NSDAP unter Schlüsselfiguren wie Wilhelm Dreher, um zu klären, inwieweit die Doppelstadt als nationalsozialistische Hochburg fungierte und welche Faktoren das lokale Wahlverhalten beeinflussten.
3.3. Speerspitze der frühen NSDAP :Wilhelm Dreher
Zu den Schlüsselfiguren völkischer, antisemitischer Propaganda in Ulm und Umgebung zählte der am 10. Januar 1892 in Senden geborene Wilhelm Dreher. Zunächst Weltkriegsteilnehmer auf See, existieren Belege für die Teilnahme Drehers an den Matrosenaufständen in Kiel und Berlin. Gleichzeitig trat er der SPD bei und engagierte sich neben seiner Tätigkeit als Lokomotivheizer sowohl als Betriebsrat als auch auf gewerkschaftlicher Ebene. Auffallend bereits in jenen Jahren ist die offen gezeigte Aggressivität, mit welcher Dreher seine Meinungen und Ansichten zu vertreten trachtete. „ [...] eine Konstante [...], die sich mit „Rauflust“ oder „Krawallfreude“ am ehesten bezeichnen lässt.“ paraphrasiert der Historiker Frank Raberg diesen unrühmlichen Charakterzug. Ein starkes Geltungsbedürfnis und Streben nach gesellschaftlicher Anerkennung dürften dann auch der Grund für die Annäherung Drehers an die aufsteigende NSDAP gewesen sein. Im Oktober 1923 trat der damals 31 jährige mit der Mitgliedsnummer 12.905 in die Ortgruppe Ulm/Neu-Ulm ein. Der im Folgejahr eingetretene Arbeitsstellenverlust schien indessen das Vertrauen in die demokratischen Strukturen der Weimarer Republik nachdrücklich erschüttert zu haben, was nach dem Zweiten Weltkrieg in der Aussage Drehers vor der Spruchkammer Tübingen deutlich wurde.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Entstehung des Antisemitismus in Deutschland und führt in die Fragestellung ein, wie sich diese Strömungen im lokalen Raum von Ulm und Neu-Ulm manifestierten.
2. Rassischer Antisemitismus im Reich und im Untersuchungsgebiet: Dieses Kapitel skizziert die ideengeschichtlichen Grundlagen des Antisemitismus in Deutschland und beschreibt die spezifische Ausgangslage der jüdischen Gemeinde in Ulm nach ihrer Rückkehr.
3. Tragende Parteien und Verbände des Antisemitismus: Der Hauptteil untersucht die lokale völkisch-nationalistische Szene, den Wehrverband Schwabenbanner sowie das Wirken und den politischen Aufstieg von Wilhelm Dreher in der lokalen NSDAP.
4. Die lokale Entwicklung des Antisemitismus in den Folgejahren: Dieses Kapitel analysiert die politischen Umwälzungen nach 1933, die Verfolgung jüdischer Mitbürger und die Rolle der städtischen Verwaltung.
5. Fazit: Das Fazit bewertet die Ergebnisse der Untersuchung und ordnet die Sonderstellung Ulms im Vergleich zu anderen deutschen Städten ein.
6. Quellen und Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Archivbestände, zeitgenössischen Presseberichte und der wissenschaftlichen Fachliteratur.
Antisemitismus, Weimarer Republik, Nationalsozialismus, Ulm, Neu-Ulm, Wilhelm Dreher, Schwabenbanner, NSDAP, völkisches Gedankengut, Rassismus, Garnisonsstadt, Lokalgeschichte, politische Radikalisierung, NSBO, Reichstagswahlen.
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und dem Erstarken antisemitischer und nationalsozialistischer Strömungen in Ulm und Neu-Ulm während der Jahre der Weimarer Republik.
Im Zentrum stehen die lokalen politischen Netzwerke, der Einfluss des Wehrverbandes Schwabenbanner, die Rolle der NSDAP-Ortsgruppen und das spezifische Wahlverhalten in der Doppelstadt.
Das Ziel ist es, die Gründe für den Erfolg der Nationalsozialisten in dieser Region zu erforschen und zu klären, ob Ulm und Neu-Ulm tatsächlich als "Hochburgen" betrachtet werden können.
Der Autor nutzt eine historisch-analytische Methode, basierend auf der Auswertung von Archivmaterialien, zeitgenössischer Presse, biographischen Daten und statistischen Wahlergebnissen.
Der Hauptteil konzentriert sich auf die Akteure der völkischen Bewegung, insbesondere auf Wilhelm Dreher, sowie auf die Analyse von Parteistrukturen und die Wirkung der Propaganda vor Ort.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Antisemitismus, Nationalsozialismus, völkische Agitation und die politische Sozialisation in einer ehemaligen Garnisonsstadt bestimmt.
Dreher fungierte als treibende Kraft und "Speerspitze" der NSDAP; er prägte durch seinen aggressiven Agitationsstil und seine Positionen in der Partei maßgeblich das politische Klima.
Während in Ulm politische Auseinandersetzungen oft von lautstarken Aktionen und Radikalisierung geprägt waren, verlief das politische Leben in Neu-Ulm teilweise weniger konfrontativ, obwohl auch dort die NSDAP hohe Stimmanteile erzielte.
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