Magisterarbeit, 2001
129 Seiten, Note: 1,4
Einleitung: Herbeigeschriebene Einwanderer
I. Eine Literatur der Einwanderung
1.1. Die Emergenz der Einwanderungsliteratur
1.2. Das Projekt der Nation und die Immigration
1.3. Bilder von Einwanderern
1.4. Familienbiographie als subversive Geschichtsschreibung
II. Héctor Tizón: Die bikulturellen Spuren der Migranten
2.1. Aus der Perspektive der ‘Anderen’
2.2. Schreiben auf der Grenze
2.3. Der Werkzusammenhang
2.3.1. Die Verunsicherung der Repräsentation in La casa y el viento
2.3.2. Fiktion als Widerstand: Hombre que llega a un pueblo
2.4. Wandernde Identitäten: Luz de las crueles provincias
2.4.1. Titel
2.4.2. Struktur
2.4.3. Das Bild der Auswanderung
2.4.4. Die Aushöhlung der migrierenden Identitäten
2.4.5. Immigration als Geschichte einer späten Emanzipation
2.4.6. Im dunklen Herzen der Provinzen
2.4.7. Der Richter und der leere Koffer: den Verlust erzählen
2.4.8. Das nicht gelebte Leben: Migration des Selbst
III. Andrés Rivera: Revolutionäre Einschreibungen
3.1. Die drohende Grenze
3.1.1. Zum Begriff der ‘jüdischen Identität’
3.1.2. Die jüdisch-argentinische Literatur
3.1.3. Einschreibungen
3.2. El verdugo en el umbral als aleph proletario
3.2.1. Struktur
3.2.2. Das Bild der Juden in der Erzählung der Mutter
3.2.3. Die Erzählung des Vaters
3.2.4. Das Leben in Buenos Aires
3.2.5. Die Einwanderung aus der Sicht der Mutter
3.2.6. Die Notizen des Sohnes
Schluss: Momente des Interkulturellen
Die Arbeit untersucht die literarische Darstellung von Einwanderung und Identität in Argentinien anhand der Romane von Héctor Tizón und Andrés Rivera. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie diese Autoren durch die Perspektive von Migranten und Marginalisierten eine "Counter-History" entwerfen, die offizielle Mythen über die Nation dekonstruiert und die individuellen Brüche der Migrationsbiographien hervorhebt.
2.4.6. Im dunklen Herzen der Provinzen
Im zweiten Kapitel von LCP verändert sich sowohl der Ort der Handlung als auch die Art, wie erzählt wird. Das erste Kapitel wurde noch von einem zwischen auktorialer und personaler Perspektive schwankenden Erzähler größtenteils linear erzählt. Die spärlichen Hinweise auf eine andere Erzählebene wirken dabei wie Interventionen, die zwar klar machen, dass es eine andere Ebene gibt, von der aus die Geschichte der beiden Hauptfiguren später erinnert werden könnte, diese dennoch nie so in den Vordergrund rückt, dass sie die Linearität der Auswanderungsgeschichte aufbrechen würde. Das zweite Kapitel hingegen bewegt sich nun ganz in dem Zuständigkeitsbereich des kollektiven Gedächtnisses einer autochthonen Kultur, was nicht nur mit sich bringt, dass das Schicksal der beiden italienischen Einwanderer aus der Perspektive einer dominierenden Kultur geschildert wird, sondern auch, dass der Roman zu einem Vehikel für die Geschichten dieser Kultur wird, die direkt in den Diskurs eingeflochten werden.
Die Orte haben sich mit der zweiten Migration verschoben, und nicht nur die realen Räume, auch die Orte des Eigenen und des Fremden deplacieren sich in dem Maße, in dem die beiden Hauptfiguren mit den Einheimischen konfrontiert werden, mit ihnen interagieren und versuchen, ihre Markierung als Ausländer abzustreifen. Die Figuren der ‘Anderen’ werden handlungswichtig. Der Romandiskurs öffnet sich ihren Stimmen, die sich daran machen, ein breites Panorama jener Kulturlandschaft zu zeichnen. Das als unermessliche Wüste imaginierte Land stellt sich als von Figuren und Geschichten bevölkert heraus. Die Orte machen buchstäblich Sinn, ganz anders als die gesichts- und geschichtslosen Plätze der Großstadt.
Einleitung: Herbeigeschriebene Einwanderer: Diese Einleitung führt in die historische Einwanderungssituation in Argentinien ein und positioniert die Literatur als Raum, in dem nationale Identität konstruiert und kritisiert wird.
I. Eine Literatur der Einwanderung: Dieses Kapitel definiert den Textkorpus der Einwanderungsliteratur und untersucht theoretische Ansätze zur Verknüpfung von Migration, Identität und Literatur.
II. Héctor Tizón: Die bikulturellen Spuren der Migranten: Hier wird Tizóns Roman "Luz de las crueles provincias" als Dokument einer Migration analysiert, die sich in die Peripherie Argentiniens vollzieht.
III. Andrés Rivera: Revolutionäre Einschreibungen: Dieses Kapitel analysiert Riveras Roman "El verdugo en el umbral" vor dem Hintergrund jüdischer Identität und politischer Widerstandspraxis.
Schluss: Momente des Interkulturellen: Der Schluss fasst die unterschiedlichen Poetiken von Tizón und Rivera zusammen und diskutiert, wie beide Autoren durch interkulturelle Schreibweisen neue Perspektiven auf Geschichte eröffnen.
Argentinien, Einwanderung, Einwanderungsliteratur, Identität, Héctor Tizón, Andrés Rivera, Exil, Diaspora, Counter-History, Migration, Bikulturalität, Interkulturalität, Literaturwissenschaft, nationale Identität, Erinnerung.
Die Arbeit analysiert, wie die Einwanderung nach Argentinien in ausgewählten Werken der Gegenwartsliteratur verarbeitet wird, wobei der Fokus auf den Romanen von Héctor Tizón und Andrés Rivera liegt.
Zentrale Themen sind die Konstruktion nationaler Identität, der Zusammenhang von Migration und kultureller Erinnerung sowie die literarische Repräsentation der Marginalisierung.
Das Ziel besteht darin, aufzuzeigen, wie diese Autoren die offizielle Geschichtsschreibung Argentiniens herausfordern, indem sie die Geschichten der "Besiegten" und Einwanderer in das literarische Gedächtnis einschreiben.
Die Arbeit stützt sich auf literaturwissenschaftliche Methoden, insbesondere Diskursanalyse und Konzepte der Kulturtheorie wie "Counter-History" und "Third Space".
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung und zwei vertiefende Kapitel zu Tizón und Rivera, in denen deren jeweilige ästhetische Ansätze zur Darstellung von Einwanderungsschicksalen untersucht werden.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Argentinien, Identität, Exil, Diaspora, Einwanderung und "Counter-History" geprägt.
Die Grenze fungiert bei Tizón als konstitutiver Ort für den Kulturkontakt und die Auseinandersetzung mit der argentinischen Dichotomie von Zivilisation und Barbarei.
Rivera entwirft ein säkularisiertes, streitbares Judentum, das sich über politisches Engagement und den Kampf gegen Ungerechtigkeit definiert, anstatt sich auf religiöse oder ethnische Essentialismen zu stützen.
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