Bachelorarbeit, 2021
143 Seiten, Note: 1,0
1 EINLEITUNG
1.1 RELEVANZ DER THEMATIK
1.2 MEDIALE WAHRNEHMUNG
1.3 FORSCHUNGSFRAGE
1.4 AUFBAU DER ARBEIT
2 PROBLEMZUSAMMENHANG
2.1 BEGRIFFSBESTIMMUNG
2.1.1 KRITISCHE AUSEINANDERSETZUNG MIT DEM BEGRIFF „SYSTEMSPRENGER“
2.1.2 NACH MENNO BAUMANN
2.2 HISTORISCHE ENTWICKLUNGSﻠINIE DES PHÄNOMENS
2.2.1 VERGLEICH DAMALS VS. HEUTE
2.2.2 INSTITUTIONEN UND IHR EINFLUSS IN DER HEUTIGEN ZEIT
2.2.3 INSTITUTIONEN UND IHR EINFLUSS DAMALS
2.2.4 TOTALITÄRE INSTITUTIONEN NACH E. GOFFMAN
2.3 BLICK INS AUSLAND
2.3.1 „SYSTEMSPRENGER“ IN DEN USA
2.3.2 INTERVENTIONSMAẞNAHMEN IN DEN VEREINIGTEN STAATEN
3 THEORETISCHE FUNDIERUNG
3.1 IDENTITÄTSTHEORIE NACH E. GOFFMAN
3.1.1 DIE DREI ASPEKTE DER IDENTITÄT
3.1.2 RELEVANZ DER THEORIE FÜR DAS PHÄNOMEN „SYSTEMSPRENGER“
3.2 THEORIEN DES LABELING APPROACHS
3.3 SELF- FULFILLING PROPHECY NACH ROBERT K. MERTON
3.4 BINDUNGSTHEORIE
3.4.1 DIE VIER BINDUNGSTYPEN
3.4.2 RELEVANZ DER DESORGANISIERTEN BINDUNG
3.5 LEBENSWELTORIENTIERTE SOZIALE ARBEIT NACH H. THIERSCH
3.5.1 FAMILIÄRER KONTEXT UND LEBENSSITUATION
3.5.2 PEER GROUPS
3.5.3 INSTITUTIONEN UND BILDUNGSSYSTEM
4 FALLBEISPIEL „SYSTEMSPRENGER“ UND INTERVENTIONSMAẞNAHMEN
4.1 FALLBESCHREIBUNG „BEN MÜLLER“
4.1.1 GENOGRAM UND DATEN DER FAMILIE MÜLLER
4.1.2 BIOGRAPHIE DES BEN MÜLLER
4.2 CHRONOLOGISCHE DARSTELLUNG DER VORANGEGANGENEN INTERVENTIONSMAẞNAHMEN NACH DEM SGB VIII
4.2.1 ERZIEHUNG IN EINER TAGESGRUPPE NACH §32 SGB VIII
4.2.2 UNTERBRINGUNG NACH §34 SGB VIII
4.2.3 INOBHUTNAHME IM KINDER- UND JUGENDNOTDIENST NACH §42 SGB VIII
4.2.4 UNTERBRINGUNG NACH §34 SGB VIII UND §1631B BGB
5 METHODISCHER TEIL
5.1 JUGENDHILFEMAẞNAHMEN
5.1.1 KINDER- UND JUGENDHILFE (SGB VIII)
5.1.2 HILFEN ZUR ERZIEHUNG (§27 SGB VIII)
5.1.2.1 HEIMERZIEHUNG (§34 SGB VIII)
5.1.2.2 INTENSIV SOZIALPÄDAGOGISCHE EINZELBETREUUNG (§35 SGB VIII)
5.1.2.3 AUSLANDSMAẞNAHMEN
5.1.3 FREIHEITSENTZIEHENDE UNTERBRINGUNG UND FREIHEITSENTZIEHENDE MAẞNAHMEN (§1631B BGB)
5.2 SOZIALPÄDAGOGISCHE HANDLUNGSMÖGLICHKEITEN
5.2.1 RECHTLICHE RAHMENBEDINGUNGEN
5.2.2 INSTITUTIONELLE VORAUSSETZUNGEN UND SETTING
5.2.2.1 INDIVIDUALPÄDAGOGISCHE BETREUUNGSMAẞNAHMEN
5.2.2.2 KOOPERATIONSPARTNER DER JUGENDHILFE
5.2.2.3 PROFESSIONELLE BEZIEHUNGSGESTALTUNG
5.3 KRISENINTERVENTION
5.3.1 INOBHUTNAHME VON KINDERN UND JUGENDLICHEN (§42 SGB VIII)
5.3.2 KINDER- UND JUGENDDIENST DER STADT XX
5.3.2.1 TÄTIGKEITSBEREICHE UND DIENSTLEISTUNGEN DES KJND
5.3.2.2 GRÜNDE FÜR INOBHUTNAHMEN UND ARTEN VON KINDESWOHLGEFÄHRDUNGEN
5.3.2.3 STATISTIK DER INOBHUTNAHMEN DER KINDERNOTWOHNUNG
6 FORSCHUNGSDESIGN
6.1 DIE QUALITATIVE DATENERHEBUNG
6.2 METHODEN DES LEITFADENGESTÜTZTEN EXPERTENINTERVIEWS
6.2.1 AUFBAU UND INHALTE DER INTERVIEWLEITFÄDEN
6.2.2 AUSWAHL DER INTERVIEWPARTNER:INNEN
6.2.3 VORBEREITUNG UND DURCHFÜHRUNG DER INTERVIEWS
6.3 AUFBEREITUNG UND AUSWERTUNGSVERFAHREN
6.3.1 TRANSKRIPTION
6.3.2 QUALITATIVE INHALTSANALYSE
7 DATENERHEBUNG
7.1 KATEGORIE 1: PHÄNOMENOLOGIE
7.2 KATEGORIE 2: INSTITUTIONELLE RAHMENBEDINGUNGEN
7.3 KATEGORIE 3: PROFESSIONELLE BEZIEHUNGSGESTALTUNG
7.4 KATEGORIE 4: EXEMPLARISCHE FALLINTERNE PROBLEMLAGEN
8 AUSWERTUNG UND INTERPRETATION DER DATEN
9 FAZIT
Die Arbeit analysiert das soziologische Phänomen der „Systemsprenger“ in der Kinder- und Jugendhilfe und untersucht kritisch, ob aktuelle sozialpädagogische Interventionsmaßnahmen den Bedürfnissen dieser Personengruppe gerecht werden oder ob progressivere Ansätze erforderlich sind.
1.1 Relevanz der Thematik
So wie Benni ergeht es immer mehr Kindern und Jugendlichen in Deutschland. Oft durchlaufen sogenannte „Systemsprenger“ eine Vielzahl an Maßnahmen und erzieherischen Hilfen, scheinbar ohne Aussicht, aus diesem Kreislauf an Jugendhilfemaßnahmen auszubrechen, bzw. einen Ort zu finden, der ihren Bedürfnissen gerecht wird.
Immer häufiger sehen sich Pädagog:innen und Kostenträger mit Kindern und Jugendlichen konfrontiert, die spezielle Settings benötigen und aufgrund ihrer devianten Verhaltensweisen in den gängigen Betreuungs- und Wohnformen nicht mehr tragbar sind.
Laut Statistischem Bundesamt wurden in Deutschland im Jahr 2019 rund 1.016.594 erzieherische Hilfen nach dem achten Sozialgesetzbuch bewilligt. Davon entfallen 136.114 Hilfen auf den §34 SGB VIII (Heimerziehung, sonstige betreute Wohnform) und 8.485 erzieherische Hilfen auf den §35 SGB VIII (Intensive sozialpädagogische Einzelbetreuung, kurz ISE) (Statistisches Bundesamt 2021a) (s. Anhang Theoretischer Teil, Anhang 1). Prozentual gesehen stellt die Heimerziehung den zweitgrößten Bedarf der Hilfen zur Erziehung dar. Wie in der Tabelle aufgeführt, verzeichnet die Inanspruchnahme der ISE im Vergleich zu den Vorjahren einen Rückgang. Nichtsdestotrotz nimmt die Relevanz dieser erzieherischen Hilfe nicht ab, da pädagogische Fachkräfte immer häufiger systemprüfenden Kindern und Jugendlichen in ihrer täglichen Arbeit begegnen.
Menno Baumann, Professor für Intensivpädagogik, legt in seinem 2012 erschienenen Buch „Kinder, die Systeme sprengen“ (Baumann 2019a) eine Studie dar, die drei Forschungsfragen zur Thematik „Systemsprenger“ beinhaltet. Die Untersuchung befasste sich mit systemprüfenden Kindern und Jugendlichen in der Jugendhilfe Niedersachen.
1 EINLEITUNG: Einführung in die Thematik der „Systemsprenger“ unter Bezugnahme auf mediale Darstellungen und Definitionen sowie Darlegung der Forschungsfrage.
2 PROBLEMZUSAMMENHANG: Kritische Auseinandersetzung mit dem Begriff „Systemsprenger“ und historischer Abriss sowie internationaler Vergleich der Hilfesysteme.
3 THEORETISCHE FUNDIERUNG: Vorstellung soziologischer und pädagogischer Theorien wie Identitätstheorie, Labeling Approach und Bindungstheorie zur Erklärung abweichenden Verhaltens.
4 FALLBEISPIEL „SYSTEMSPRENGER“ UND INTERVENTIONSMAẞNAHMEN: Detaillierte Fallstudie von „Ben Müller“ und chronologische Übersicht der durchlaufenen Hilfen nach SGB VIII.
5 METHODISCHER TEIL: Detaillierte Betrachtung der gesetzlichen Grundlagen, Interventionsmöglichkeiten und der professionellen Beziehungsgestaltung in der Jugendhilfe.
6 FORSCHUNGSDESIGN: Erläuterung der qualitativen Forschungsmethode, der Auswahl der Experteninterviews und der Auswertungsverfahren.
7 DATENERHEBUNG: Darstellung und Kategorisierung der Ergebnisse aus den Experteninterviews zu Phänomenologie, Rahmenbedingungen und Beziehungsarbeit.
8 AUSWERTUNG UND INTERPRETATION DER DATEN: Synthese der Interviewergebnisse im Kontext der in Kapitel 3 erarbeiteten Theorien und des Fallbeispiels.
9 FAZIT: Zusammenfassende Evaluation der Forschungsfrage und Ausblick auf notwendige strukturelle Reformen in der Kinder- und Jugendhilfe.
Systemsprenger, Jugendhilfe, Erziehungshilfen, SGB VIII, Heimerziehung, sozialpädagogische Interventionsmaßnahmen, Labeling Approach, Bindungstheorie, Identitätstheorie, professionelle Beziehungsgestaltung, Fallbeispiel, Krisenintervention, Inobhutnahme, pädagogische Fachkräfte, soziale Arbeit.
Die Arbeit befasst sich mit dem soziologischen Phänomen der sogenannten „Systemsprenger“ in der deutschen Kinder- und Jugendhilfe und untersucht kritisch, wie das Hilfesystem mit diesen Kindern und Jugendlichen umgeht.
Die Schwerpunkte liegen auf der begrifflichen Klärung, den historischen Entwicklungen der Jugendhilfe, soziologischen Theorien zu Identität und Abweichung, sowie der praktischen Analyse anhand eines Fallbeispiels und Experteninterviews.
Das Ziel ist zu evaluieren, ob die bestehenden sozialpädagogischen Interventionsmaßnahmen für „Systemsprenger“ angemessen sind oder ob neue, progressivere Konzepte und Settings benötigt werden.
Die Autorin nutzt eine qualitative Forschungsstrategie, bestehend aus einer Literaturanalyse sowie der Durchführung und Auswertung von leitfadengestützten Experteninterviews mit Fachkräften.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, eine detaillierte Fallstudie zu „Ben Müller“, eine rechtliche und methodische Einordnung der Hilfen zur Erziehung sowie eine Auswertung der Experteninterviews.
Wichtige Begriffe sind Systemsprenger, Jugendhilfe, SGB VIII, Heimerziehung, Labeling Approach, Bindungstheorie und professionelle Beziehungsgestaltung.
Es dient als praxisnahes, anonymisiertes Beispiel, um die Komplexität der Hilfeverläufe, die Grenzen der vorhandenen Einrichtungen und die subjektive Belastung sowohl der Jugendlichen als auch der Fachkräfte aufzuzeigen.
Die interviewten Fachkräfte betonen, dass eine professionelle Beziehungsgestaltung, die von Reflexion der eigenen Haltung und stabiler psychischer Verfügbarkeit geprägt ist, essenziell für die Betreuung „systemsprengender“ Kinder ist.
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