Bachelorarbeit, 2021
50 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
1.1 Aktueller Bezug, Forschungsfrage und Erkenntnisinteresse
1.2 Verwendete Methoden und Aufbau der Arbeit
2. Sorgearbeit und das Gerechtigkeitsproblem zwischen den Geschlechtern
2.1 Begriffsdefinitionen
2.1.1 Sorgearbeit, Reproduktionsarbeit und Sorgearbeit für Kinder
2.1.2 Geschlechtergerechtigkeit und soziale Ungleichheit
2.2 Forschungserkenntnisse über familiale Sorgearbeit für Kinder
2.2.1 Tätigkeiten hinter der familialen Sorgearbeit für Kinder
2.2.2 Verteilung der Sorgearbeit zwischen den Geschlechtern
3. Sozialstaat und die Absicherung von Existenz- und familialer Sorgearbeit
3.1 Begriffsdefinition und Grundsätzliches zum Sozialstaat
3.2 Kosten und Finanzierung
3.3 Grundsicherung nach dem SGB II
3.3.1 Grundprinzip des Förderns und Forderns
3.3.2 Anspruchsberechtigte
3.3.3 Höhe der Leistungen - Regelbedarfe
3.3.4 Zusätzliche Leistungen - Mehrbedarfe
3.4 Weitere Leistungen mit Berücksichtigung von familialer Sorgearbeit für Kinder
4. Grundeinkommen
4.1 Begriffsdefinition und Ursprung der Idee
4.2 Bedeutende Vertreter und Forschungsstand heute
4.3 Häufige Argumente für und gegen ein Grundeinkommen in Bezug auf Sorgearbeit
4.4 Modelle für ein Grundeinkommen
4.5 Das emanzipatorische Grundeinkommen der BAG – Partei Die LINKE
4.5.1 Grundprinzipien und politische Ziele des Konzeptes
4.5.2 Anspruchsberechtigte
4.5.3 Höhe des Grundeinkommens
4.5.4 Zusätzliche Leistungen
4.5.5 Finanzierungsstrukturen
4.5.6 Einkommensveränderung mit einem Grundeinkommen
5. Diskussion der Ergebnisse in Bezug auf die Forschungsfrage
5.1 Inwiefern hängen familiale Sorgearbeit für Kinder und der Gender Care Gap zusammen?
5.2 Gegenüberstellung: Sozialstaat und Modell des emanzipatorischen Grundeinkommens
5.3 Limitationen der Arbeit, Aktualität und Ausblick
6. Fazit
Die Arbeit untersucht, wie familiale Sorgearbeit für Kinder im aktuellen deutschen Sozialstaat sowie im Modell eines emanzipatorischen Grundeinkommens der Partei Die LINKE anerkannt wird und welche Auswirkungen dies auf das Gerechtigkeitsproblem zwischen den Geschlechtern hat.
2.1.1 Sorgearbeit, Reproduktionsarbeit und Sorgearbeit für Kinder
Unter dem Begriff „Care Arbeit“, auf Deutsch „Sorgearbeit“ genannt, werden Arbeitstätigkeiten wie etwa das Beraten, Erziehen, Lehren oder Pflegen von Mitmenschen zusammengefasst. Diese Tätigkeiten können sowohl in Initiativen, Vereinen oder Familien auf unvergüteter Basis, als auch vergütet, etwa im Rahmen von Wohlfahrtsverbänden, staatlichen Institutionen oder privatwirtschaftlichen Institutionen, erfolgen. Um die unvergütete Haus- und Sorgearbeit von der Lohnarbeit zu unterscheiden, wird häufig das Wort „Reproduktionsarbeit“ verwendet (Winker 2015: 17).
„Der Begriff der Reproduktionsarbeit unterscheidet somit die unentlohnte Haus- und Sorgearbeit von der Lohnarbeit und fokussiert auf die Form und Funktion dieser Arbeit im Kapitalismus. Der Begriff Care-Arbeit nimmt dagegen die Arbeitsinhalte in den Blick und bezeichnet die konkreten Sorgetätigkeiten.“ (Winker 2015:17)
Frau Prof. Dr. Frericks, Professorin für Soziologie und Ökonomie sozialer Dienste und Einrichtungen, verwendet weiterhin den Begriff der „familialen Sorgearbeit“. Darunter versteht sie, "die von Familienmitgliedern übernommene Erziehung von Kindern und die Pflege bedürftiger Angehöriger [, welche] je nach Land und Zeitpunkt, unentgeltlich oder (teil-)vergütet durchgeführt werden [kann]." (Blank et al. 2020: 140)
1. Einleitung: Einführung in die Forschungsfrage hinsichtlich der Anerkennung familialer Sorgearbeit und der damit verbundenen Geschlechtergerechtigkeit.
2. Sorgearbeit und das Gerechtigkeitsproblem zwischen den Geschlechtern: Definition grundlegender Begriffe sowie Analyse des Gender Care Gaps und der ungleichen Verteilung von Sorgearbeit.
3. Sozialstaat und die Absicherung von Existenz- und familialer Sorgearbeit: Darstellung der Leistungen des Sozialstaats, insbesondere nach SGB II, und deren Fokus auf Erwerbsarbeit.
4. Grundeinkommen: Erläuterung der Idee des Grundeinkommens und detaillierte Vorstellung des emanzipatorischen Modells der Partei Die LINKE.
5. Diskussion der Ergebnisse in Bezug auf die Forschungsfrage: Vergleichende Betrachtung der beiden Konzepte hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf die Sorgearbeit und geschlechtsspezifische Ungleichheiten.
6. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Analyseergebnisse und Ausblick auf zukünftigen Forschungsbedarf.
Sorgearbeit, Familiale Sorgearbeit, Gender Care Gap, Sozialstaat, Grundeinkommen, Emanzipatorisches Grundeinkommen, Geschlechtergerechtigkeit, Soziale Ungleichheit, SGB II, Existenzsicherung, Reproduktionsarbeit, Geschlechterrollen, Sozialpolitik, Care Revolution, Anerkennung.
Die Arbeit analysiert, wie familiale Sorgearbeit im deutschen Sozialstaat sowie im alternativen Modell des emanzipatorischen Grundeinkommens anerkannt wird und welche Folgen dies für die Gerechtigkeit zwischen den Geschlechtern hat.
Zentrale Themen sind Sorgearbeit, der Gender Care Gap, die Struktur des deutschen Sozialstaats, das Konzept des Grundeinkommens sowie die geschlechtsspezifische Arbeitsteilung.
Die Forschungsfrage lautet, inwiefern familiale Sorgearbeit für Kinder im Sozialstaat und im Modell des emanzipatorischen Grundeinkommens anerkannt wird und was dies für das Gerechtigkeitsproblem zwischen den Geschlechtern bedeutet.
Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die existierende wissenschaftliche Literatur, Studien, Parteiprogramme und Gesetzestexte analysiert und die verschiedenen Sozialsicherungsmodelle vergleicht.
Der Hauptteil definiert Begriffe der Sorgearbeit, untersucht sozialstaatliche Leistungen zur Existenzsicherung und stellt detailliert das Konzept des emanzipatorischen Grundeinkommens der Partei Die LINKE vor.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Sorgearbeit, Gender Care Gap, Sozialstaat, Grundeinkommen, Geschlechtergerechtigkeit und Existenzsicherung.
Das emanzipatorische Grundeinkommensmodell wurde gewählt, da es eine ausführliche Konzeptbeschreibung bietet und Geschlechtergerechtigkeit explizit als politisches Ziel formuliert.
Das Fazit zeigt, dass eine einfache finanzielle Absicherung nicht automatisch zu einer gerechteren Verteilung von Sorgearbeit führt, da Anerkennung ein komplexeres Konstrukt ist, das auch Zeit und gesellschaftliche Normen umfasst.
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