Diplomarbeit, 2006
136 Seiten, Note: 2
1. EINLEITUNG
2. LITERATURÜBERBLICK
2.1. Aggression
2.1.1. Definition von aggressivem Verhalten
2.1.2. Sozial-interaktive Modelle aggressiven Verhaltens
2.1.3. Aggression in der Schule
2.2. Intergruppales Verhalten
2.2.1. Der Gegensatz zwischen interpersonalem Verhalten und Gruppenverhalten
2.2.2. Soziale Kategorisierung als grundlegender psychischer Prozess
2.2.3. Erklärungsmodelle für Gruppenverhalten
2.3. Intergruppaler Konflikt
2.3.1. Interdependenzbeziehungen zwischen Gruppen
2.3.2. Soziale Identität als Konflikttheorie
2.3.3. Konflikte bei SchülerInnen
2.3.4. Interetnische Konflikte bei SchülerInnen
3. EMPIRISCHER TEIL
3.1. Zielsetzungen
3.1.1. Methodische Ziele
3.1.2. Inhaltliche Ziele
3.2. Methode
3.2.1. Untersuchungsplan
3.2.2. Erhebungsinstrumente
3.3. Untersuchungsdurchführung
3.3.1. Durchführung / Voruntersuchung
3.3.2. Durchführung / Hauptuntersuchung
3.3.3. Auswertungsschritte
3.4. Voruntersuchung
3.4.1. Stichprobe
3.4.2. Ergebnisse
3.5. Hauptuntersuchung
3.5.1. Stichprobe
3.5.2. Deskriptive Ergebnisse
3.5.3. Methodische Ergebnisse
3.5.4. Inhaltliche Ergebnisse
4. DISKUSSION
4.1.1. Formulierung der verbalen Provokationen in den Vignetten
4.1.2. Reihenfolgeeffekt
4.1.3. Der Einfluss von Situation, Muttersprache und Geschlecht auf die Einschätzung der Aggressivität der Situation
4.1.4. Der Einfluss von Situation, Muttersprache und Geschlecht auf die antizipierte Reaktion der Opfer
5. ZUSAMMENFASSUNG
Die Arbeit untersucht, wie verbale Provokationen, die sich auf die Gruppenzugehörigkeit beziehen, im Vergleich zu persönlich adressierten Angriffen von Schülern wahrgenommen und bewertet werden. Ziel ist es, Unterschiede in der Einschätzung der Aggressivität und in der antizipierten Reaktion bei interpersonalen versus intergruppalen (speziell interethnischen) Konfliktsituationen aufzudecken.
2.1.3. Aggression in der Schule
Dort, wo Menschen eng zusammenarbeiten müssen, kommt es immer wieder zu Konflikten. Besonders in Schulen sind Kinder dazu gezwungen auf engem Raum mit verschiedenen Persönlichkeiten und Gruppierungen auszukommen. Es entstehen immer wieder Auseinandersetzungen zwischen einzelnen oder mehreren Schülern. Dabei gibt es meist ein (oder auch mehrere) Opfer und einen (oder mehrere) Täter. Zwei Begriffe, die in diesem Zusammenhang immer wieder genannt werden, sind Bullying bzw. Viktimisierung. Olweus (1994) hat Bullying wie folgt definiert: „Eine Person wird drangsaliert…, wenn er oder sie wiederholt über eine gewisse Zeit hinweg zum Gegenstand negativer Handlungen durch eine oder mehrere Personen wird.“. Negative Handlungen können körperlich oder verbal sein, direkte oder indirekte Aggression beinhalten. Das Ungleichgewicht zwischen Stärke, Macht und Status ist typisch für Bullying. Das Opfer ist dem Schläger unterlegen und kann sich daher nicht so leicht gegen Angriffe verteidigen.
Geschlechtsspezifische Unterschiede und Altersunterschiede sind von Bedeutung: Mädchen treten eher durch indirekte Übergriffe und weniger durch direkte körperliche Attacken hervor als Buben. Mit zunehmendem Alter geht dieser Geschlechtsunterschied aufgrund abnehmender körperlicher Aggression bei den Buben zurück. Unter Erwachsenen machen körperliche Übergriffe nur einen sehr kleinen Teil des Spektrums aggressiven Verhaltens aus (Mummenday and Otten 2002). Aggressives Verhalten tritt häufig bei mangelnder Verträglichkeit zwischen dem allgemeinen sozialen Klima in der Gleichaltrigengruppe und den Einstellungen und Verhaltensweisen des Individuums auf. Abhängig von der Art der Gruppennormen können dieselben Verhaltensweisen entweder auf Ablehnung und Viktimisierung oder auf Akzeptanz stoßen.
Viktimisierung kann zwei Bereiche betreffen; die personale Viktimisierung verweist auf Situationen, in denen negative Peererlebnisse in Beziehung zu individuellen Charakteristika stehen wie: sich sonderbar zu benehmen oder zu stottern. Die Gruppen-Viktimisierung taucht dort auf, wo Kinder negative Erlebnisse verbunden mit ihrer Gruppenzugehörigkeit haben wie: ihr Geschlecht, ihre Hautfarbe oder ihre Ethnizität.
1. EINLEITUNG: Die Einleitung stellt die Relevanz von intergruppalen Konflikten im Schulalltag dar und formuliert die Forschungsfrage bezüglich der Bewertung aggressiver, gruppenbezogener Provokationen.
2. LITERATURÜBERBLICK: Dieses Kapitel liefert den theoretischen Rahmen zu Aggressionstheorien, intergruppalem Verhalten und Konfliktmodellen, insbesondere im schulischen und ethnischen Kontext.
3. EMPIRISCHER TEIL: Dieser Abschnitt beschreibt das Studiendesign, die methodischen Ziele sowie die Durchführung der Vor- und Hauptuntersuchung mittels Vignetten.
4. DISKUSSION: Hier werden die Ergebnisse der Hauptuntersuchung interpretiert, mit bestehender Literatur abgeglichen und Implikationen für die schulische Prävention abgeleitet.
5. ZUSAMMENFASSUNG: Das Kapitel bietet eine prägnante Wiederholung der wesentlichen Erkenntnisse aus der experimentellen Studie über Schüler-Konflikte.
Verbale Provokation, Intergruppaler Konflikt, Soziale Identität, Schulisches Aggressionsverhalten, Viktimisierung, Ethnische Identität, Gruppenzugehörigkeit, Minimal-Group-Paradigma, Sozialpsychologie, Schülerschaft, Aggressionsbewertung, Interethnische Spannungen, Deindividuation, Sozialer Kontext, Prävention.
Die Arbeit untersucht das Aggressionserleben von Schülern, wenn sie verbalen Provokationen ausgesetzt sind, die entweder ihre Person oder ihre Gruppenzugehörigkeit betreffen.
Die zentralen Felder sind die sozialpsychologische Aggressionsforschung, Theorien zum intergruppalen Verhalten, soziale Identität sowie die Dynamik von Konflikten in Schulen mit heterogener kultureller Zusammensetzung.
Das primäre Ziel ist es herauszufinden, ob Angriffe auf die ethnische Identität von Schülern als aggressiver wahrgenommen werden als Angriffe auf die eigene Person, und ob dabei Unterschiede in Bezug auf Geschlecht oder Muttersprache bestehen.
Es wurde ein experimentelles Design mit Vignetten (fiktive Konfliktsituationen) verwendet, um die Einschätzung der Aggressivität und die antizipierten Reaktionen der Schüler zu messen.
Der Hauptteil gliedert sich in einen umfassenden Literaturüberblick zu Aggression und Gruppenkonflikten sowie einen empirischen Teil, der Vor- und Hauptuntersuchung an Wiener Hauptschulen dokumentiert.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie verbale Provokation, intergruppaler Konflikt, soziale Identität, Viktimisierung und ethnische Identität treffend beschreiben.
Nein, die statistische Auswertung ergab keinen signifikanten Reihenfolgeeffekt, was bedeutet, dass die Abfolge der vorgelegten Vignetten die Bewertung der Aggressivität nicht beeinflusste.
Ja, die Studie zeigt, dass Mädchen verbale Provokationen signifikant aggressiver bewerten als Buben.
Die Untersuchung ergab keinen signifikanten Unterschied zwischen Schülern mit deutscher Muttersprache und Schülern mit anderer Muttersprache in Bezug auf die Bewertung der Aggressivität der Situation.
Es zeigt sich, dass Schüler mit nicht deutscher Muttersprache vermehrt zu dieser Form der Reaktion (Rücksprache) zurückgreifen, ebenso wie Mädchen diese Methode häufiger nutzen als Buben.
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