Diplomarbeit, 2008
85 Seiten, Note: 1,1
1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
1.2 Gang der Untersuchung
2 Rahmenbedingungen der Insolvenzrechtsreform
2.1 Begriffsdefinitionen
2.1.1 Insolvenz und Insolvenzrecht
2.1.2 Sanierung
2.2 Entwicklung der Insolvenzrechtsreform in Deutschland
2.2.1 Defizite der alten Rechtsordnungen
2.2.2 Einführung der Insolvenzordnung als zentraler Reformbestandteil
2.3 Grundlagen der Insolvenzordnung
2.3.1 Wesen der Insolvenzordnung
2.3.2 Zielsetzungen der Insolvenzordnung
2.3.3 Einordnung des Insolvenzplans in die Insolvenzordnung
2.4 Insolvenzverfahren im Überblick
2.4.1 Beteiligte Gruppen
2.4.2 Insolvenztatbestände
2.4.3 Ablauf des Insolvenzverfahrens
3 Unternehmenssanierung mittels Insolvenzplan
3.1 Zweck und Rechtsnatur des Insolvenzplans
3.2 Arten von Insolvenzplänen
3.3 Aufbau des Insolvenzplans
3.4 Insolvenzplanverfahren
3.4.1 Planinitiativrecht
3.4.2 Vorprüfung des Insolvenzplans
3.4.3 Abstimmung über den Insolvenzplan
3.4.4 Wirkungen und Überwachung des Insolvenzplans
3.5 Besonderheiten bei Eigenverwaltung
3.6 Kritische Würdigung
4 Praktische Bedeutung des Insolvenzplans zum Zwecke der Unternehmenssanierung
4.1 Anwendung von Insolvenzplanverfahren in der Praxis
4.2 Praktische Anwendungsprobleme des Insolvenzplans
4.2.1 Kritik der Insolvenzverwalter am Planverfahren
4.2.2 Kosten des Insolvenzplanverfahrens
4.2.3 Negative Publizität der Insolvenz
4.2.4 Verspätete Insolvenzantragstellung
4.2.5 Auswahl des Insolvenzverwalters
4.3 Vorteile einer Sanierung mittels Insolvenzplan
4.3.1 Grundsätzliche Vorteile einer gerichtlichen Sanierung
4.3.2 Insolvenzplan vs. Liquidation
4.3.3 Insolvenzplan vs. übertragende Sanierung
4.4 Handlungsempfehlungen zur Verbesserung der aktuellen Anwendungsproblematik
4.5 Der Fall Herlitz als Musterbeispiel einer Sanierung mittels Insolvenzplan
5 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die praktische Anwendung und Bedeutung des Insolvenzplanverfahrens als Instrument zur Unternehmenssanierung nach der deutschen Insolvenzrechtsreform. Dabei wird analysiert, warum das Instrument trotz seiner potenziellen Vorteile nur selten genutzt wird, welche praktischen Anwendungsprobleme existieren und wie diese durch gezielte Maßnahmen sowie frühzeitige Planung überwunden werden können, um Unternehmen nachhaltig zu sanieren.
4.2.1 Kritik der Insolvenzverwalter am Planverfahren
Das Insolvenzplanverfahren wird insbesondere von den Insolvenzverwaltern oftmals als zu kompliziert bezeichnet. Diese Aussagen werden aber meist von Insolvenzverwaltern getroffen, die bisher selbst kaum Erfahrungen mit dem Insolvenzplanverfahren gesammelt haben oder sich bisher mit der Materie nicht intensiv genug auseinandergesetzt haben. Dass es sich bei dem Insolvenzverfahren um ein anspruchsvolles Verfahren handelt, ist unumstritten. Doch auch das Regelinsolvenzverfahren mit dem Ziel, ein Unternehmen zu liquidieren, ist mindestens ebenso komplex wie das Planverfahren. Die Behauptung der Verwalter, Planverfahren seien zu komplex, ist somit auf die mangelnde Auseinandersetzung mit diesem Thema zurückzuführen. Dies beweist auch die Tatsache, dass die Insolvenzpläne sogenannter Großverfahren oftmals nicht mehr als 30 Seiten umfassen. Die allgemeine Vorstellung der Praxis, Insolvenzpläne seien unüberschaubare, komplizierte Werke erweisen sich als Fehlbehauptungen.
Auch Fehlallokationen in der Zuweisung der Verfahren sind für die ablehnende Haltung der Verwalter verantwortlich. So ist es für manche Insolvenzverwalter bei ca. 400 zugewiesenen Insolvenzverfahren pro Jahr mangels Zeit nicht möglich, bei jedem Unternehmen die Sanierungsmöglichkeiten detailliert zu überprüfen. Deshalb fokussieren die Verwalter ihre Bemühungen häufig auf pressewirksame Verfahren von Großunternehmen. Bei den übrigen Verfahren, die in der Öffentlichkeit keine Rolle spielen, werden die Alternativen Liquidation oder Unternehmensverkauf bevorzugt.
Doch gerade die in der Öffentlichkeit durchgeführten Großverfahren wie Kirch Media, Babcock Borsig, Senator Film oder Herlitz haben bewiesen, dass es sich beim Insolvenzplanverfahren um ein sinnvolles und praktikables Sanierungsinstrument handelt. Darüber hinaus führen übertragende Sanierungen und Liquidationen gegenüber einer Sanierung durch Insolvenzplan zu einer deutlich höheren Wertvernichtung.
1 Einleitung: Die Arbeit erläutert die Reform des deutschen Insolvenzrechts und die zentrale Rolle des Insolvenzplans für die Unternehmenssanierung, wobei die Diskrepanz zwischen Zielsetzung und praktischer Umsetzung aufgezeigt wird.
2 Rahmenbedingungen der Insolvenzrechtsreform: Dieses Kapitel definiert wesentliche Fachbegriffe wie Insolvenz und Sanierung und beschreibt die historische Entwicklung sowie die Mängel der Vorgängerregelungen, die zur Einführung der Insolvenzordnung führten.
3 Unternehmenssanierung mittels Insolvenzplan: Hier werden die rechtliche Natur, die verschiedenen Planarten sowie der formale Aufbau und das Verfahren zur Einreichung und Abstimmung eines Insolvenzplans detailliert dargestellt.
4 Praktische Bedeutung des Insolvenzplans zum Zwecke der Unternehmenssanierung: Dieser Teil analysiert die tatsächliche Anwendung, identifiziert Barrieren wie Kosten und Haftungsrisiken und zeigt durch Handlungsempfehlungen und das Fallbeispiel der Herlitz AG Wege zu einer erfolgreicheren Nutzung auf.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bekräftigt, dass der Insolvenzplan bei frühzeitiger Planung und Kooperation aller Beteiligten ein überlegenes Instrument zur Vermeidung von Liquidationen darstellt.
Insolvenzplan, Insolvenzordnung, Unternehmenssanierung, Insolvenzverwalter, Insolvenzverfahren, Sanierungschancen, Gläubigerautonomie, Insolvenzantrag, Liquidation, prepackaged plan, Obstruktionsverbot, Überschuldung, Zahlungsunfähigkeit, Insolvenzrecht, Restrukturierung.
Die Arbeit analysiert kritisch, warum der Insolvenzplan als Instrument zur Sanierung krisenbehafteter Unternehmen in der deutschen Praxis trotz seiner gesetzlichen Einführung weiterhin nur selten eingesetzt wird.
Die Schwerpunkte liegen auf den rechtlichen Grundlagen der Insolvenzrechtsreform, den prozessualen Abläufen des Insolvenzplanverfahrens und den praktischen Hürden, die einem effektiven Einsatz des Instruments in mittelständischen Unternehmen entgegenstehen.
Das Ziel ist es, dem Leser das Insolvenzplanverfahren als attraktive Sanierungsalternative näherzubringen und die Ursachen für die derzeitige praktische Bedeutungslosigkeit zu identifizieren sowie Lösungsvorschläge für eine breitere Anwendung zu diskutieren.
Die Arbeit gliedert sich in einen Theorieteil zur rechtlichen Fundierung und einen Praxisteil, der sich auf aktuelle statistische Daten, Studien sowie eine Analyse der Fallstudie "Herlitz" stützt.
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit der Systematik des Insolvenzplanverfahrens, von der Planinitiativnahme und Vorprüfung bis hin zur Abstimmung und Überwachung sowie dem Vergleich mit anderen Sanierungsformen wie der Liquidation.
Wichtige Begriffe sind Insolvenzplan, Insolvenzordnung, Unternehmenssanierung, prepackaged plan, Insolvenzverwalter und Gläubigerautonomie.
Der Autor argumentiert, dass eine frühzeitige Planung vor oder unmittelbar bei Antragstellung die Erfolgsaussichten massiv erhöht und den operativen Geschäftsbetrieb schützt, weshalb der prepackaged plan als Idealfall einer erfolgreichen Sanierung hervorgehoben wird.
Das Beispiel zeigt, dass durch eine offene Kommunikation mit den Gläubigern, die Einsetzung eines kompetenten Verwalters und die frühzeitige Einreichung eines Insolvenzplans selbst Großkonzerne zügig saniert und Arbeitsplätze gesichert werden können.
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