Bachelorarbeit, 2019
116 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Bilder als Informationsträger
2.1 Was ist ein Bild?
2.2 Sehen als Informationsübertragung
2.3 Einflussfaktoren bei der Bildentschlüsselung
2.4 Bildverständnis von Kindern
3. Textfreie Bilderbücher
3.1 Besonderheiten eines textfreien Bilderbuchs
3.2 Kinder im Kontakt mit textfreien Bilderbüchern
3.3 Einsatz im Unterricht
4. Narrative Fähigkeiten von Bildreihen
4.1 Was bedeutet narrativ?
4.2 Narrativität im textfreien Bilderbuch
5. Zusammenfassung der theoretischen Recherche
6. Sinnpotentialanalyse
6.1 Zusammenfassung der Geschichte
6.2 Narrative Ebene
7. Empirische Forschung
7.1 Zielsetzung
7.2 Methodisches Vorgehen
7.2.1 Forschungsdesign
7.2.2 Erhebungsinstrument
7.2.3 Stichprobe
7.2.4 Durchführung des Versuchs
7.2.5 Vorgehensweise bei der Auswertung
7.3 Ergebnisse
7.3.1 Allgemeine Fakten zu den Ergebnissen
7.3.2 Darstellung und Interpretation der 1. Kategorie
7.3.2 Darstellung und Interpretation der 2. Kategorie
7.3.3 Darstellung und Interpretation der 3. Kategorie
7.3.4 Darstellung und Interpretation der 4. Kategorie
8. Fazit
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, das narrative Potential textfreier Bilderbücher am Beispiel des Werks „The Red Book“ von Barbara Lehman zu bestimmen und zu analysieren. Die Forschungsfrage untersucht, inwieweit Kinder der 3. Grundschulklasse durch das Medium Bild zum Erzählen angeregt werden und wie sie die Geschichte eigenständig erschließen.
1. Einleitung
„Das Bild ist die Mutter des Wortes.“ Dieses Zitat von Hugo Ball soll sagen, dass vor der Sprache und der Schrift das Bild steht. Sprache und Schrift dienen dazu, das Gesehene zu beschreiben. Bilder haben die Gabe, dass über sie Sprache entstehen kann. Man kann über ein Bild sprechen aber auch das Bild selber kann etwas wiedergeben. Dieses Prinzip machen sich die Menschen zunutze und geben über das Medium Bild Informationen weiter. Im Laufe der Menschheitsgeschichte läßt sich dieses Prinzip zurückverfolgen, denn die Bildtradition reicht weit zurück. So gibt es beispielsweise Höhlenmalereien, über die Geschichten mit Hilfe einfacher Bilder erzählt wurden. Ähnlich waren die Erzählräume in den alten Pyramiden oder die Erzählarchitektur im Mittelalter. Die Tradition, mit Bildern Geschichten zu erzählen, um Informationen zu übermitteln, setzt sich bis heute fort. Die damaligen Bildfolgen, -reihen oder -sequenzen kann man als die Vorreiter der heutigen Bilderbücher und Filme sehen. Bilder werden dabei immer um weitere Bilder ergänzt, was das tragende Prinzip vom Bilderbuch ist. Heutzutage findet man eine fast unendlich erscheinende Vielzahl an Bildern in digitaler Form. Die Möglichkeiten der Digitalisierung führt dazu, dass Bücher in digitaler Form, als sogenannte eBooks, auf dem Markt erscheinen. Mit dem einher geht, dass in den letzten Jahren zunehmend auch digitale Bilderbücher veröffentlicht werden. Nichtsdestotrotz dominiere nach wie vor das gedruckte Bilderbuch. Das textfreie Bilderbuch bedient sich lediglich des Mediums Bild. Das Bild selbst wird zum Erzähler und somit zum imaginären Text des Buches. Das Besondere ist, dass dieser imaginäre Text von jedem Leser anders gelesen werden kann, weil sich Bilder ganz verschieden deuten lassen. Diese Eigenschaft macht das textfreie Bilderbuch zu einer ganz besonderen Form der Literatur.
1. Einleitung: Diese Einführung erläutert die historische und kulturelle Bedeutung von Bildern als Vorläufer und Grundlage narrativer Medien.
2. Bilder als Informationsträger: Hier wird geklärt, was ein Bild als Informationsmedium auszeichnet und wie der Prozess des Sehens sowie der Bildentschlüsselung funktioniert.
3. Textfreie Bilderbücher: Dieses Kapitel behandelt die spezifischen Besonderheiten von wortlosen Bilderbüchern und deren Bedeutung für die kindliche Lesesozialisation.
4. Narrative Fähigkeiten von Bildreihen: Es wird definiert, was Narrativität bedeutet und wie Bildsequenzen die narrative Eigenschaft entwickeln.
5. Zusammenfassung der theoretischen Recherche: Die theoretischen Erkenntnisse werden gebündelt und die Schwierigkeit der Messbarkeit des narrativen Potentials hervorgehoben.
6. Sinnpotentialanalyse: Dieses Kapitel analysiert das Werk „The Red Book“ in Hinblick auf seine Geschichte und narrative Struktur.
7. Empirische Forschung: Die qualitative Studie mittels Interviews und lauten Denkens mit Grundschulkindern wird detailliert dargestellt und ausgewertet.
8. Fazit: Die Arbeit resümiert das enorme, jedoch subjektiv geprägte narrative Potential textfreier Bilderbücher und plädiert für weitere Forschung.
Textfreies Bilderbuch, Narrative Potential, Bildinterpretation, Grundschule, Lesesozialisation, Lautes Denken, Bildliteralität, Leerstellen, Bildentschlüsselung, Narrativität, Erzählverhalten, Qualitative Inhaltsanalyse, The Red Book, Barbara Lehman.
Die Arbeit untersucht das narrative Potential, das textfreien Bilderbüchern innewohnt, am Beispiel des Werks „The Red Book“ von Barbara Lehman.
Neben der Definition und Funktion von Bildern als Informationsträger stehen die besonderen Eigenschaften textfreier Bilderbücher, narrative Fähigkeiten von Bildsequenzen sowie deren Einsatzmöglichkeiten im Grundschulunterricht im Fokus.
Das Ziel ist es, herauszufinden, inwieweit Kinder der 3. Klasse durch textfreie Bilderbücher zum Erzählen angeregt werden und auf welchen Ebenen sich diese Narrativität bei der Bildbetrachtung entfaltet.
Zur Beantwortung der Forschungsfrage wurde ein qualitativer Forschungsansatz gewählt, der Interviews mit neun Drittklässlern unter Anwendung der Methode des „lauten Denkens“ umfasst.
Der Hauptteil gliedert sich in vier Kategorien: das Füllen von Leerstellen, die Assimilation eigener Gedanken, die Identifikation von Bildern mit hohem Erzählpotential und das Verlangen nach einer Fortsetzung der Geschichte.
Zentrale Begriffe sind Narrativität, Leerstellen, subjektive Interpretation, Bildliteralität und die erzählende Funktion von Illustrationen.
Da das „The Red Book“ ein offenes Ende hat, motiviert es die Schülerinnen und Schüler besonders dazu, eigene Fortsetzungen zu entwickeln, was das individuelle narrative Potential unterstreicht.
Leerstellen sind Momente oder Zwischenräume im Bilderbuch, die nicht explizit dargestellt sind. Diese müssen vom Leser durch eigenes Hintergrundwissen und Fantasie gefüllt werden, wodurch das Erzählen erst ermöglicht wird.
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