Magisterarbeit, 2007
79 Seiten, Note: 2,3
I. Einleitung
II. Autor und Text
1. Heinrich Heine
2. „Deutschland. Ein Wintermärchen“
III. Der Traum in der Romantik
1. Der Traum in der romantischen Literatur
2. Die Verwendung des Traums bei den romantischen Dichtern
IV. Die Träume des „Wintermärchens“
1. Analyse der Träume des „Wintermärchens”
1.1 Die Kölnepisode (Caput IV-VII)
1.1.1 Inhalt
1.1.2 Analyse des Kölner Traums
1.1.2.1 Das Einschlafen
1.1.2.2 Der Traum
1.1.2.3 Das Erwachen
1.1.2.4 Das Gedanke-Tat-Motiv
1.1.2.5 Die Beziehung des Autors zum Doppelgängermotiv
1.1.2.6 Religionskritik
1.1.2.7 Zusammenfassung
1.2 Die Barbarossa-Capita (Caput XIV-XVII)
1.2.1 Inhalt
1.2.2 Analyse der Barbarossa-Capita
1.2.2.1 Einleitung in die Barbarossa-Capita
1.2.2.2 Die Ammenmärchen
1.2.2.3 Die beiden Träume
1.2.2.4 Reflexionen
1.3 Der Aufenthalt in Minden (Caput XVIII)
1.3.1 Inhalt
1.3.2 Analyse des Mindener Traums
1.3.2.1 Bedeutung des preußischen Adlers
1.3.2.2 Verweise zur Odyssee
1.4 Der Hamburgaufenthalt (Caput XX-XXVI)
1.4.1 Inhalt
1.4.2 Analyse des Traums
1.4.2.1 Kennzeichnung des Hamburger Traums
1.4.2.2 Die Hammonia-Begegnung
1.4.2.3 Das Finale des Hamburger Traums
1.4.2.4 Verarbeitung der Zensur
2. Die Träume des „Wintermärchens“ im Vergleich zu den Träumen der Romantik
3. Romantikbezüge des „Wintermärchens“
V. Schlussbemerkungen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Funktion und Ausgestaltung der Traumsequenzen in Heinrich Heines Versepos „Deutschland. Ein Wintermärchen“. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Heine die literarische Tradition des romantischen Traums nutzt und zugleich parodistisch invertiert, um eine scharfe gesellschaftspolitische Kritik an den restaurativen Zuständen des Vormärz zu üben und den Leser zur politischen Emanzipation anzuregen.
1.1.2.2 Der Traum
Der Reisende bewegt sich in seinem Traum keineswegs in einem resignierenden Schlafzustand, wie man es von einem träumenden Menschen erwarten würde, sondern er erträumt sich seine Idealvorstellung von der Macht des Dichters, die ihm aber übermächtig wird und in ein alptraumartiges Erwachen umschlägt. Zu Beginn seines Traums bewegt er sich wieder dorthin, wo er Tags zuvor schon sinnend spazieren gegangen war. Jedoch war er im wachen Zustand machtlos und konnte an den politischen und religiösen Zuständen nichts ändern. Jetzt aber, wo er wirklich mit Herzblut die Fehler der Welt kennzeichnet, diesmal jedoch nicht bildlich gesehen in seinen Schriften sondern tatsächlich mit seinem Herzblut, wird durch sein Alter Ego der Umsturzgedanke zur Tat gebracht:
Und aus der Herzenswunde hervor
Die rothen Tropfen glitten.
[...]
Und jedesmal wenn ich ein Haus
Bezeichnet in solcher Weise,
Ein Sterbeglöckchen erscholl fernher,
Wehmüthig wimmernd und leise. (106f.)
I. Einleitung: Diese Einleitung führt in Heines politisches Wirken ein und stellt die Forschungsfrage nach der Funktion von Träumen im „Wintermärchen“ als Verbindung von romantischer Dichtung und politischer Zeitkritik.
II. Autor und Text: Dieses Kapitel liefert biografische Hintergründe zu Heinrich Heine und charakterisiert „Deutschland. Ein Wintermärchen“ als eine Symbiose aus Reisebericht und politischer Satire.
III. Der Traum in der Romantik: Hier wird der Stellenwert des Traums als zentrales, metaphysisches Motiv der romantischen Literatur und seine Verwendung durch verschiedene Romantiker theoretisch aufgearbeitet.
IV. Die Träume des „Wintermärchens“: Dieser umfangreiche Hauptteil analysiert detailliert die vier zentralen Traumsequenzen (Köln, Barbarossa-Kyffhäuser, Minden, Hamburg) hinsichtlich ihrer Funktion für die politische Satire und die Kritik an der Restauration.
V. Schlussbemerkungen: Das Fazit fasst zusammen, wie Heine durch die Invertierung des Traums den Leser aus der Passivität des politischen Winterschlafs wecken und zur Tat bewegen möchte.
Heinrich Heine, Deutschland. Ein Wintermärchen, Romantik, Traum, Gesellschaftskritik, Vormärz, Zensur, Barbarossa-Mythos, Politische Dichtung, Restauration, Doppelgängermotiv, Prometheus, Rebellion, Satire, Preußen.
Die Arbeit analysiert die Funktion und Bedeutung der Traumsequenzen in Heinrich Heines Versepos „Deutschland. Ein Wintermärchen“ und untersucht, wie Heine durch diese Träume politische Kritik übt.
Im Zentrum stehen die politische Restauration im Deutschland des Vormärz, die Rolle des Dichters als politischer Akteur, die Zensurproblematik sowie die Auseinandersetzung mit dem deutschen Nationalismus.
Die Arbeit möchte zeigen, wie Heine das romantische Traummotiv nutzt, um die politische Wirklichkeit seiner Zeit satirisch zu spiegeln und den Leser aus dem „politischen Winterschlaf“ zur aktiven Revolution aufzurufen.
Der Autor wählt einen textanalytischen Ansatz, der die Träume des Werkes in ihren jeweiligen Kontext einbettet und mit den zeitgenössischen politischen Zuständen sowie romantischen Traditionen vergleicht.
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Analyse der vier großen Traumsequenzen des Werkes: die Kölnepisode, die Barbarossa-Capita im Kyffhäuser, der Mindener Traum und der Hamburger Traum mit der Hammonia-Begegnung.
Wichtige Begriffe sind Heinrich Heine, Traum, Romantik, politische Satire, Vormärz, Zensur und der Barbarossa-Mythos.
Während der romantische Traum oft eine metaphysische Weltflucht oder ein Ort der Selbstfindung ist, funktionalisiert Heine den Traum als einen Ort der Tat und der aggressiven politischen Aufklärung.
Die Zensur wird von Heine einerseits kritisiert und andererseits als literarisches Gestaltungsmittel genutzt, das ihn dazu zwingt, seine Kritik in verschlüsselten Traumebenen und ironischen Brechungen zu verbergen.
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