Wissenschaftlicher Aufsatz, 2008
15 Seiten
ZUSAMMENFASSUNGEN
EINLEITUNG
FUNDCHRONOLOGIE
Mesopotamien
Mitteleuropa
„Ukrainische“ Tripol`e-Kultur, „südrussische“ Majkop-Kultur und „ungarische“ Badener Kultur
INNOVATIONSFAKTOREN UND WAGENNUTZUNG
Mesopotamische Innovationshemmnisse
Südamerika und China
Mitteleuropäische Innovationsfaktoren
Mitteleuropäische Wagennutzung
DIFFUSION DER WAGENERFINDUNG VON MITTELEUROPA
FAZIT
Diese Arbeit untersucht den Ursprung des Wagens in der Urgeschichte und hinterfragt die gängige Lehrmeinung einer mesopotamischen Erfindung. Das zentrale Ziel ist es, basierend auf einer Analyse der aktuellen Fundchronologie sowie sozioökonomischer Innovationsfaktoren zu belegen, dass Mitteleuropa – konkret die Trichterbecherkultur – den frühesten und einzigen Erfindungsort darstellt.
Mitteleuropäische Innovationsfaktoren
Sowohl eine Verstädterung als auch die mesopotamischen "Wagen-Innovationshemmnisse" (insbesondere Sklaven, Kanäle und Esel) fehlten in Mitteleuropa. Dort gab es hinreichende Voraussetzungen und Anreize für eine technische Neuerung in Form des Wagens: Sesshaftigkeit, Landwirtschaft, domestizierte Zugtiere (dazu BENECKE 2004, 456 ff.), Bau und Brennholzbedarf sowie Steinebedarf für (Megalith-)Gräber schufen Voraussetzungen und Bedarf, den Wagen in Mitteleuropa zu erfinden, um, neben Ernte, insbesondere Holz und Steine leichter zu transportieren. In Mitteleuropa bestand ein größerer Bedarf für eine Transporterleichterung als in Mesopotamien. Erfindungen sind zwar auch ohne konkreten Bedarf denkbar; sie beruhen dann allein auf Neugier oder Probier- und Bastelfreude oder Zufall. Eine Bedarfslage war aber sicherlich insbesondere hinsichtlich des Wagens sehr förderlich; und damit sich eine Erfindung durchsetzen kann, muss stets zumindest ein Bedarf bestehen.
In Mitteleuropa war insbesondere der Bedarf an Brenn- und Bauholz aufgrund der klimatischen Verhältnisse höher als in Mesopotamien. Große Baumstämme für Bauholz und große Brennholzmengen sind ohne Wagen auch auf relativ kurzen Strecken nur beschwerlich und zeitraubend zu transportieren. Mitteleuropa war zwar im vierten und frühen dritten Jahrtausend v. u. Z. mit ausgedehnten Wäldern bedeckt (KÜSTER 2004, 247), so dass Siedlungen waldnah lagen. Dies machte Wagen für den Holztransport aber keineswegs unrentabel. Wagen konnten den Transport jedenfalls wesentlich erleichtern. Nicht ohne Grund wurden und werden neuzeitliche Wagen auch auf kurzen Strecken in ländlichen wald- und ackernahen Siedlungen zur (Brenn-)Holz- und Ernteeinfuhr eingesetzt.
ZUSAMMENFASSUNGEN: Gibt einen prägnanten Überblick über die Argumentation, dass die Trichterbecherkultur den Wagen wesentlich früher erfand als mesopotamische Kulturen.
EINLEITUNG: Stellt den Stand der Forschung dar und umreißt die konkurrierenden Theorien zur Entstehung des Wagens.
FUNDCHRONOLOGIE: Hinterfragt die Interpretation archäologischer Funde aus Mesopotamien und Mitteleuropa, um den zeitlichen Vorsprung der mitteleuropäischen Funde zu belegen.
INNOVATIONSFAKTOREN UND WAGENNUTZUNG: Analysiert, warum Mesopotamien eher Innovationshemmnisse aufwies, während in Mitteleuropa notwendige Bedarfe und Voraussetzungen für die Erfindung existierten.
DIFFUSION DER WAGENERFINDUNG VON MITTELEUROPA: Argumentiert, dass eine Verbreitung der Wagenidee von Mitteleuropa aus in andere Regionen deutlich wahrscheinlicher ist als eine polyzentrische Erfindung.
FAZIT: Führt die Beweiskette zusammen und bestätigt den mitteleuropäischen Ursprung des Wagens.
Wagenerfindung, Urgeschichte, Trichterbecherkultur, Mesopotamien, Fundchronologie, Innovationsfaktoren, Diffusion, Archäologie, Sesshaftigkeit, Neolithikum, Transportbedarf, Rad, Zugtiere, Innovationshemmnisse, Horgener Kultur.
Die Arbeit befasst sich mit dem Ursprung des Wagens in der Urgeschichte und prüft, in welcher Region dieses Fahrzeug erstmals entwickelt wurde.
Die Themenfelder umfassen die archäologische Fundchronologie, die Analyse von technologischen Innovationsfaktoren sowie die Untersuchung sozioökonomischer Bedingungen in Europa und Mesopotamien.
Das Ziel ist die Widerlegung der langjährigen These einer mesopotamischen Wagenerfindung zugunsten eines mitteleuropäischen Ursprungs.
Es erfolgt eine vergleichende Analyse archäologischer Daten (Fundchronologie) unter Einbeziehung naturräumlicher und sozioökonomischer Rahmenbedingungen der jeweiligen Epochen.
Der Hauptteil konzentriert sich auf den Vergleich der archäologischen Belege, die Widerlegung von Innovationshemmnissen in Mesopotamien und den Nachweis von Innovationsanreizen in Mitteleuropa.
Wagenerfindung, Trichterbecherkultur, Fundchronologie, Diffusion, Innovation, Neolithikum.
Der Autor argumentiert, dass diese Darstellungen bei genauer Betrachtung Schlitten auf Rollhölzern zeigen und keine Wagen, weshalb sie als Fehlinterpretation gelten.
Während in Mesopotamien Wasserwege und Kanäle den Landtransport weniger attraktiv machten, förderten der Transportbedarf und die Geländebedingungen in Mitteleuropa die Erfindung des Wagens.
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