Diplomarbeit, 1994
60 Seiten, Note: 1,0
1. EINLEITUNG
1.1. PROBLEMSTELLUNG
1.2. GANG DER UNTERSUCHUNG
2. DAS EUROPÄISCHE WÄHRUNGSSYSTEM (EWS)
2.1. DIE EUROPÄISCHE WÄHRUNGSEINHEIT ECU
2.2. DAS WECHSELKURSREGIME (ERM)
2.3. INTERVENTIONEN UND KREDITMECHANISMEN
2.4. DIE 3 PHASEN DES EWS SOWIE BISHERIGE REALIGNMENTS
3. ANALYSE MÖGLICHER URSACHEN UND DIREKTER AUSWIRKUNGEN DER KRISE
3.1. DER VERTRAG VON MAASTRICHT ZUR SCHAFFUNG EINER WIRTSCHAFTS- UND WÄHRUNGSUNION (EWWU)
3.1.1. Historischer Rückblick
3.1.2. Das Vertragswerk
3.1.3. Probleme einer EWWU und Ratifizierungskrise
3.3. MAKROÖKONOMISCHE ERKLÄRUNGSFAKTOREN DES WECHSELKURSES
3.3.1. Zur Theorie der Wechselkursbestimmung
3.3.2. Das Preisniveau
3.3.3. Das Zinsniveau
3.3.4. Die Geldmenge
3.3.5. Die Zahlungsbilanz
3.3.6. Haushalts- und Finanzpolitik
3.4. DIE ROLLE DER SPEKULANTEN
3.5. DIE NOTENBANKEN IM SPANNUNGSFELD VON BINNEN- UND AUßENWIRTSCHAFT
3.5.1. Die Deutsche Bundesbank
3.5.2. EWS-Notenbanken
3.5.3. Notenbank der USA
3.6. RESÜMEE
4. LÖSUNGSANSÄTZE AUS DER KRISE FÜR DEN FORTBESTAND DES EWS
4.1. DIREKTE VERÄNDERUNGEN IM EWS
4.2. KOOPERATION UND KOORDINATION
4.3. STÄRKERE TRENNUNG VON ÖKONOMIE UND POLITIK IM HINBLICK AUF DIE NOTENBANKEN
4.4. ZURÜCK ZU KAPITALVERKEHRSKONTROLLEN?
4.5. BLEIBT DIE D-MARK "ANKER" IM EWS?
4.6. DESTABILISIERUNG DES EWS DURCH DIE EWU?
5. SCHLUßBEMERKUNG UND AUSBLICK
Die Arbeit analysiert die schwerwiegende Devisenmarktkrise des Europäischen Währungssystems (EWS) im Zeitraum von Juni 1992 bis Juli 1993. Ziel ist es, die ökonomischen und politischen Ursachen der Krise zu identifizieren sowie Lösungsansätze zu bewerten, um den Fortbestand des Währungssystems zu sichern und zukünftige Krisen zu verhindern.
3.3.1. Zur Theorie der Wechselkursbestimmung
Die Kaufkraftparitätentheorie (Purchasing Power Parity, PPP) als langfristiger Erklärungsansatz der Wechselkurse geht von der Gültigkeit des Kaufkraftparitätentheorems aus, bei dem der Wechselkurs w, sofern er sich am Devisenmarkt frei bildet, durch das Verhältnis des inländischen Preisniveaus P und des ausländischen Preisniveaus P* determiniert ist, so daß gilt: (1) w = P/P*
Die absolute Form in Gleichung (1) geht von der zentralen Annahme aus, daß auf den internationalen Märkten homogene Güter gehandelt werden, deren in gleicher Währung ausgedrückten Preise in den einzelnen Ländern übereinstimmen. Bestehen geringe Preisunterschiede, werden diese durch Arbitragegeschäfte zum Verschwinden gebracht, weil bei Umrechnung in die gleiche Währung eine Tendenz zum Ausgleich der Preise besteht (law of one price). Da der größte Teil des internationalen Handels auf heterogene Güter sowie nationale Güter ("nontradables") wie z.B. Immobilien entfällt, findet keine Angleichung "aller" Preise statt, die in die Preisniveaus der jeweiligen Länder eingehen.
Den obigen realitätsfernen Annahmen trägt die komparative Form der Kaufpreisparität Rechnung, in der die Änderungsrate w des Wechselkurses der Differenz aus der Änderungsrate des inländischen und des ausländischen Preisniveaus P bzw. P* entspricht. Der Wechselkurs ist also proportional zum jeweiligen Preisniveauverhältnis, so daß gilt: (2) w = P - P* bzw. w = λ P/P* mit λ als Proportionalitätsfaktor.
1. EINLEITUNG: Darstellung der Problemstellung der EWS-Krise ab 1992 und Erläuterung des Untersuchungsaufbaus.
2. DAS EUROPÄISCHE WÄHRUNGSSYSTEM (EWS): Analyse der Funktionsweise des EWS, seiner Bestandteile (ECU, ERM) und der historischen Phasen bis 1992.
3. ANALYSE MÖGLICHER URSACHEN UND DIREKTER AUSWIRKUNGEN DER KRISE: Detaillierte Untersuchung makroökonomischer Einflussfaktoren, des Maastrichter Vertrages sowie des Verhaltens von Notenbanken und Spekulanten.
4. LÖSUNGSANSÄTZE AUS DER KRISE FÜR DEN FORTBESTAND DES EWS: Erörterung von Reformmöglichkeiten für das EWS, einschließlich verstärkter Kooperation und der Rolle der D-Mark als Ankerwährung.
5. SCHLUßBEMERKUNG UND AUSBLICK: Zusammenfassende Beurteilung der Lösungsansätze und Ausblick auf die weitere Entwicklung zur Wirtschafts- und Währungsunion.
Europäisches Währungssystem, EWS, Wechselkurs, Devisenmarktkrise, EWWU, Kaufkraftparität, Deutsche Bundesbank, Zinspolitik, Notenbank, Geldmenge, Maastricht-Vertrag, Kapitalverkehr, Spekulation, Preisstabilität, Währungsunion.
Die Arbeit befasst sich mit den Hintergründen, dem Verlauf und den Auswirkungen der Devisenmarktkrise des Europäischen Währungssystems (EWS) Anfang der 1990er Jahre.
Die Schwerpunkte liegen auf der Funktionsweise des EWS, der makroökonomischen Theorie der Wechselkursbestimmung sowie der Analyse von Wirtschafts- und Fiskalpolitik im Kontext europäischer Währungsstabilität.
Es soll analysiert werden, wie es zur EWS-Krise kam und welche Maßnahmen geeignet sind, um zukünftige Instabilitäten zu vermeiden und die europäische Währungsintegration zu festigen.
Die Untersuchung basiert auf einer fundierten ökonomischen Analyse, die theoretische Ansätze (wie die Kaufkraftparitäten- und Zinsparitätentheorie) mit empirischen Daten zur Zins-, Inflations- und Geldmengenentwicklung verknüpft.
Im Hauptteil werden sowohl interne Faktoren, wie die Maastricht-Beschlüsse und Divergenzen innerhalb der EG, als auch externe Faktoren, wie die US-Dollar-Schwäche, detailliert untersucht.
Die wichtigsten Begriffe sind Währungssystem, Devisenkrise, Konvergenz, Geldpolitik, Wechselkursstabilität und Europäische Wirtschafts- und Währungsunion.
Die Bundesbank wird als zentrale Akteurin dargestellt, deren restriktive Geldpolitik zur Inflationsbekämpfung maßgeblichen Einfluss auf das Zinsniveau und die Stabilität anderer Währungen im EWS hatte.
Der Autor argumentiert, dass Spekulanten nicht die Hauptursache der Krise sind, sondern vielmehr bestehende fundamentale Divergenzen in den Volkswirtschaften offengelegt und den Anpassungsdruck erhöht haben.
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