Diplomarbeit, 2021
43 Seiten, Note: 1
I. Einleitung
II. Theoretischer Teil
Tiergestützte Interventionen
Begrifflichkeiten
Tiergestützte Therapie (TGT)
Tiergestützte Pädagogik (TGP)
Tiergestützte Förderung (TGF)
Tiergestützte Aktivitäten (TGA)
Mensch-Tier-Beziehung
Gesundheitseffekte & Studien
Theorien
Biophiliemodell
DU-Evidenz
Bindungstheorie
Spiegelneuronen
Oxytocin
Listenhunde & Bulldoggen
Listenhund oder Kampfhund
Therapiebegleithundeteams mit Listenhunden
III. Empirischer Teil
Forschungsdesign
Erhebungsmethode Leitfadeninterview
Erhebungsmethode Stimmungsfragebogen und Tiergestütztes Setting
Stichprobe
Auswertung
Ergebnisse
Die Diplomarbeit untersucht die Integration von Listenhunden und Bulldoggen in tiergestützte Interventionen und deren Auswirkungen auf das menschliche Wohlbefinden. Dabei wird analysiert, wie diese stigmatisierten Hunderassen von Personen eingeschätzt werden und ob eine kurze tiergestützte Interaktion messbare positive Stimmungseffekte erzielen kann.
Problemaufriss und Fragestellungen
Um nun in den Kern der vorliegenden Diplomarbeit einzutauchen, wird letzteres Thema mit Tiergestützten Interventionen in Verbindung gebracht. Besonders durch die Medien wurden gewisse Hunderassen ins Lampenlicht, wenn nicht konkreter ausgedrückt, ins Schlechte gerückt. Die Haltung sogenannter Listenhunde, welche im alltagssprachlichen Gebrauch und überdies auch von der offiziellen Seite der Österreich gv. Redaktion als Kampfhunde bezeichnet werden, verlangt in Teilen Österreichs und Deutschland bestimmte Haltungsauflagen (vgl. Österreich gv. 2021, o.S.).
„Die Haltung von sogenannten ‚Listenhunden‘ [auch ‚Kampfhunde‘ oder ‚Anlagehunde‘ genannt] bzw. ‚Hunden mit erhöhtem Gefährdungspotential‘ ist in Österreich von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich geregelt“ (Österreich gv. 2021, o.S.). Inwieweit eine Sinnhaftigkeit hinter Rassenlisten steht, wird regelmäßig diskutiert und kritisiert. Jenem Thema wird in folgender Arbeit ein Kapitel gewidmet, wobei die vorliegende Arbeit nicht auf einen Lösungsvorschlag jener Thematik abzielt. Laut dem Werk „Tiergestützte Interventionen“ (2019) wären bestimmte Hunderassen, wie Labradoodle, Labradore, Pudel und Flat Golden Retriever besonders für Tiergestützte Interventionen und für die Ausbildung zum Therapiebegleithund geeignet. Jedoch wird auch betont, dass grundsätzlich jeder Hund unabhängig der Rassen, bei der Aufzeigung geeigneter Wesensmerkmale als Therapiebegleithund ausgebildet werden könnte (vgl. Germann-Tillmann / Merklin / Stamm Näf 2019, S. 228f.).
Der Frage, der nun in der vorliegenden Arbeit nachgegangen wird, ergibt sich aus der Ausgangslage, dass theoretisch jede Hunderasse mit den passenden Charakterzügen zum Einsatz für Tiergestützte Interventionen geeignet wäre und der Tatsache, dass Rassenlisten existieren, die die Haltung diverser, als gefährlich stigmatisierter Hunderassen erschwert. Ob nun jene stigmatisierten Hunderassen neben Labrador und Pudel in das Muster Tiergestützter Interventionen passen, soll im Folgenden nachgegangen werden.
I. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung gesundheitsfördernder Maßnahmen ein, thematisiert das wachsende Feld der tiergestützten Interventionen und leitet zur Problemstellung bezüglich des Einsatzes stigmatisierter Hunderassen über.
II. Theoretischer Teil: Dieses Kapitel liefert einen Überblick über die Geschichte und Formen tiergestützter Interventionen, erläutert wissenschaftliche Theorien zur Mensch-Tier-Beziehung und analysiert die rechtliche sowie gesellschaftliche Situation von Listenhunden.
III. Empirischer Teil: Hier wird das methodische Vorgehen der qualitativen Studie beschrieben, welches Leitfadeninterviews und Stimmungsfragebögen umfasst, um die Wirkung von Listenhunden und Bulldoggen in der Praxis zu erforschen.
Tiergestützte Interventionen, Listenhunde, Bulldoggen, Therapiebegleithund, Mensch-Tier-Beziehung, Wohlbefinden, Rassenlisten, qualitative Inhaltsanalyse, Stimmungsfragebogen, Vorurteile, Gesundheitsförderung, Ethik, Hundetraining, Sozialbereich, Interaktion.
Die Arbeit untersucht, ob und wie sogenannte Listenhunde und Bulldoggen, die oft mit negativen Vorurteilen behaftet sind, erfolgreich und wohlbefindensfördernd in der tiergestützten Intervention eingesetzt werden können.
Die Schwerpunkte liegen auf der Mensch-Tier-Beziehung, den theoretischen Grundlagen tiergestützter Arbeit (Therapie, Pädagogik, Förderung), den rechtlichen Rahmenbedingungen für Listenhunde in Österreich sowie der empirischen Untersuchung von Stimmungen bei Probanden.
Die Forschungsfrage zielt darauf ab, zu ergründen, inwieweit Listenhunde und Bulldoggen zum Wohlbefinden von Personen zwischen 24 und 57 Jahren im Rahmen tiergestützter Interventionen beitragen können und wie diese Hunderassen auf die Probanden wirken.
Die Autorin wählt ein qualitatives Forschungsdesign, bestehend aus Leitfadeninterviews zur Einschätzung der Hunderassen durch die Probanden sowie Stimmungsfragebögen, die vor und nach einer zehnminütigen Interaktion mit einem Hund ausgefüllt werden.
Der Hauptteil gliedert sich in einen umfassenden theoretischen Abriss zu den Begrifflichkeiten und psychologischen Wirkweisen von Tieren (u.a. Oxytocin-Effekt) sowie den empirischen Teil, der die Durchführung und Auswertung der Interviews und Stimmungstests darlegt.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Tiergestützte Interventionen, Listenhunde, Mensch-Tier-Beziehung, Wohlbefinden und qualitative Sozialforschung charakterisiert.
Die Studie konnte zeigen, dass sich die Stimmung der Probanden nach einer nur zehnminütigen Interaktion mit der Bulldogge "Paul" bereits positiv verbesserte, wobei die Befragten angaben, sich danach fröhlicher, konzentrierter und entspannter zu fühlen.
Ja, die Arbeit verdeutlicht durch die Bildeinschätzungen, dass Rottweiler und Bulldoggen oftmals negativer wahrgenommen werden, wenn sie isoliert betrachtet werden; befinden sie sich jedoch in einer positiven Interaktion mit Menschen, ändert sich die Einschätzung der Probanden hin zu einer freundlicheren Bewertung.
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