Bachelorarbeit, 2008
49 Seiten, Note: 1,3
1.0 Einleitung
2.0 Thematik, Theorien und These
2.1 Elite – Soziologie: Power Structure Research nach Hans Jürgen Krysmanski in der Tradition von C. Wright Mills
2.2 International Political Economy: Structural Power nach Susan Strange
2.3 These, Erkenntnisinteresse und Untersuchungsobjekt
3.0 Allgemeine historische Hintergründe zu Chile
3.1 Die Geschichte der Agrarpolitik
3.2 Untersuchungsobjekt: Agrarpolitik unter Eduardo Frei (1964 – 1970)
3.3 Untersuchungsobjekt: Agrarpolitik unter Salvador Allende (1970 – 1973)
3.4 Resümee und Analyse des Untersuchungsobjektes Agrarpolitik
4.0 Die Geschichte der Kupferpolitik
4.1 Untersuchungsobjekt: Kupferpolitik unter Eduardo Frei (1964 – 1970)
4.2 Untersuchungsobjekt: Kupferpolitik unter Salvador Allende (1970 – 1973)
4.3 Resümee und Analyse des Untersuchungsobjektes Kupferpolitik
5.0 Schlussfolgerung / Fazit
Anmerkungen / Endnoten
Die Arbeit untersucht den Einfluss nationaler, inter- und transnationaler Eliten auf die chilenische Umverteilungspolitik in der Agrar- und Kupferpolitik während der Amtszeiten von Eduardo Frei und Salvador Allende (1964–1973). Es soll geklärt werden, inwieweit diese Eliten die politischen Reformvorhaben beeinflussten oder blockierten und ob die daraus resultierende Destabilisierung der Demokratie ein einkalkuliertes Risiko darstellte.
3.1 Die Geschichte der Agrarpolitik
Die Entstehung einer Struktur aus Besitzenden und Besitzlosen in Chile weist Parallelen zur Geschichte anderer lateinamerikanischer Länder auf. Die Ureinwohner (in Chile Mapuche) wurden meist als Sklaven im eigenen Land gehalten oder bekämpft (Arauco-Krieg). Übertragen auf den Agrarsektor in Chile heißt das, dass sich eine nahezu unveränderte Besitz- und Betriebsstruktur über Jahrhunderte seit der Kolonisation manifestiert hat (vgl. Nohlen 1971: 53;). Ähnlich drückte es Klaus Eßer (1972) aus:
„Das System war solange perfekt, wie es den Landherren gelang, ihre Arbeiter nach außen abzuschirmen, ihnen Einsicht in die eigene Lage zu verwehren und ihnen die Überzeugung von der Unveränderlichkeit der Verhältnisse einzuprägen“ (Eßer 1972: 67).
Das System der Latifundistas wurde erstmals durch die in der Verfassung von 1925 festgeschriebene soziale Funktion von Grund und Boden angetastet. Drei Jahre später wurde die Caja de Colonización Agrícola (CdCA) gegründet, mit dem Ziel, Staatsländereien, aber auch unwirtschaftlichen Privatbesitz zu veräußern und aufzuteilen. Ebenso sorgte die CdCA für das notwendige Startkapital in Form von Kleinkrediten, um Betriebsmittel oder Saatgut kaufen zu können (vgl. Weischet 1974: 1ff.; o.ä. Imbusch 1995: 149). Des Weiteren waren die Ratenzahlungen und Zinssätze fixiert, wodurch eine Ver- oder Überschuldung der neuen Landbesitzer vermieden werden sollte. Jedoch stellte die zunehmende und wachsende Inflation einen Schwund an finanziellen Mitteln für die CdCA dar, weil der Realwert des Geldes sich im Zeitverlauf mehr als halbierte. Dadurch ergab sich ab Mitte des Jahres 1944 ein Liquiditätsproblem, welches zu einer verringerten bis eingestellten Tätigkeit der CdCA führte (ebd.). Die Bilanz hört sich mit einer Umwandlung von 434.000 ha (434 km²) Land auf 3884 neue Besitzer zunächst positiv an, bildet jedoch unter Berücksichtigung des Zeitrahmens von dreißig Jahren nicht einmal ein einigermaßen zufriedenstellendes Ergebnis (ebd.). Im Jahr 1955 entfielen auf 34.810 der 150.959 landbesitzenden Familien über 91,6 % des landwirtschaftlich bis dahin erschlossenen, nutzbaren Bodens Chiles. Anders ausgedrückt, wird 91,6 % des Landes auf 23 % der Familien aufgeteilt (Eßer 1972: 65).
1.0 Einleitung: Darstellung der Problemstellung und Einführung in die Thematik der Agrar- und Kupferpolitik in Chile sowie die Rolle der Eliten.
2.0 Thematik, Theorien und These: Theoretische Fundierung durch Power Structure Research und International Political Economy zur Analyse von Machtstrukturen.
3.0 Allgemeine historische Hintergründe zu Chile: Überblick über die historische Entwicklung Chiles, die Agrargeschichte und die politische Situation.
4.0 Die Geschichte der Kupferpolitik: Analyse der Entwicklung des Kupferbergbaus und der politischen Einflussnahme ausländischer Unternehmen und des chilenischen Staates.
5.0 Schlussfolgerung / Fazit: Synthese der Untersuchungsergebnisse und Bestätigung der These hinsichtlich der Machtverhältnisse und des Einflusses nationaler und transnationaler Eliten.
Chile, Eliten, Agrarreform, Kupferpolitik, Salvador Allende, Eduardo Frei, Machtstrukturen, politische Ökonomie, Unidad Popular, Latifundistas, Transnationale Konzerne, Strukturelle Macht, Umverteilungspolitik, Demokratie, Interessenvertretung.
Die Abschlussarbeit analysiert die Einflussmöglichkeiten von nationalen sowie inter- und transnationalen Eliten auf die chilenische Reformpolitik im Bereich der Agrar- und Kupferwirtschaft zwischen 1964 und 1973.
Die Schwerpunkte liegen auf der Machtelitenforschung, den Reformversuchen unter den Präsidenten Frei und Allende, der ökonomischen Abhängigkeit Chiles und der Rolle internationaler Konzerne sowie politischer Akteure.
Das Ziel ist es zu untersuchen, ob die Einflussmöglichkeiten der Eliten so weitreichend waren, dass sie die Umverteilungspolitik von vornherein zum Scheitern verurteilten und eine Destabilisierung der Demokratie in Kauf nahmen.
Die Arbeit nutzt theoretische Konzepte der Elitensoziologie (nach C. Wright Mills und Hans-Jürgen Krysmanski) sowie Ansätze der Internationalen Politischen Ökonomie (nach Susan Strange), um politische Prozesse und Machtverhältnisse in Chile deskriptiv und analytisch zu untersuchen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Agrarpolitik und der Kupferpolitik, wobei jeweils die Regierungsperioden von Frei und Allende sowie die jeweiligen Reformen und der Widerstand dagegen analysiert werden.
Zentrale Begriffe sind unter anderem Machteliten, Latifundistas, Kupferverstaatlichung, transnationale Konzerne, politische Destabilisierung und ökonomische Abhängigkeit.
Dem Militär wird eine einzigartige Rolle als „Verfassungswächter“ zugeschrieben, die historisch durch US-amerikanische Schulung und den Pakt zur gegenseitigen Hilfe geprägt war und schließlich zur Intervention im Putsch 1973 führte.
Aufgrund der ökonomischen Dominanz der US-Unternehmen im Kupferbergbau und der finanziellen Abhängigkeit Chiles agierten die USA als entscheidender Akteur, der durch Kreditverweigerungen und Unterstützung der Opposition maßgeblich den Druck auf die Regierung Allende erhöhte.
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