Bachelorarbeit, 2019
58 Seiten, Note: 1.3
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Vorgehensweise
2 Curriculum
2.1 Historische Entwicklung des Curriculumbegriffs
2.2 Gestaltende Kriterien des Curriculums
2.2.1 Das traditionelle Curriculum
2.2.2 Das Curriculum aus heutiger Sicht
3 Ordnungsmittel der dualen Berufsausbildung
3.1 Rahmenlehrplan als berufsschulisches Ordnungsmittel
3.2 Ausbildungsordnung als betriebliches Ordnungsmittel
3.2.1 Grundlagen der Ausbildungsordnung
3.2.2 Kompetenzorientierung durch die Ausbildungsordnung
3.2.3 Verfahren zur Erarbeitung von Ausbildungsordnungen
3.3 Abstimmung von Ausbildungsordnung und Rahmenlehrplan
4 Zusammenhang des Curriculums und der Ausbildungsordnung
4.1 Zusammenhang des traditionellen Curriculums und der Ausbildungsordnung
4.2 Zusammenhang des gegenwärtigen Curriculums und der Ausbildungsordnung
4.3 Zusammenfassung der Ergebnisse
5 Fazit
Die Arbeit verfolgt das Ziel zu klären, ob die Ausbildungsordnung der dualen Berufsausbildung als Curriculum im wissenschaftlichen Sinne verstanden werden kann. Dabei wird analysiert, inwiefern die Ausbildungsordnung sowohl die Kriterien des traditionellen als auch die des gegenwärtigen, kompetenzorientierten Curriculumverständnisses erfüllt.
2.1 Historische Entwicklung des Curriculumbegriffs
Der Terminus Curriculum stammt aus dem Lateinischen und bedeutet ursprünglich Lauf bzw. zeitlicher Ablauf (vgl. Westphalen 1985, S. 21). Der Begriff wurde mit dem Sinn eines Lehrplans schon zu Beginn des 17. Jahrhunderts im angelsächsischen Bereich eingesetzt. Mit dieser Bedeutung wurde er auch im deutschsprachigen Raum im Barockzeitalter eingeführt, jedoch um 1800 durch den Begriff Lehrplan verdrängt. Erst in den 1960er Jahren ist der Begriff Curriculum durch Robinsohn aus dem anglo-amerikanischen Bereich erneut in die deutsche Sprache aufgenommen worden (vgl. Robinsohn 1967, S. 1; Westphalen 1985, S. 21). Robinsohn (1967) empfand die damals vorherrschende Bedeutung eines Lehrplans zu ungenau und stellte in seiner Schrift „Bildungsreform als Revision des Curriculum“ die Notwendigkeit einer Revision traditioneller Lehrpläne heraus (vgl. Messner 1975, S. 44). Dass beispielsweise Lehrinhalte ohne förderliche Funktion für die Schüler/-innen als Tradition im Unterricht weitergeführt wurden, war maßgeblich für die Eröffnung des Forschungsvorhabens (vgl. Messner 1975, S. 44). Robinsohn (1967, S. 1) begründete die Wiederaufnahme des verfremdeten Curriculumbegriffs damit, dass die Pädagogik in der Barockzeit „noch die enge Verbindung der Bemühungen um Auswahl und Planung der Lehrinhalte, um Ausprägung der durch sie intendierten Bildungsziele und um die Erarbeitung der ihnen entsprechenden Lehrmethoden“ umfasste.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das duale System der Berufsausbildung ein, verdeutlicht die Problemstellung der Kompetenzverteilung und definiert die Forschungsfrage der Arbeit.
2 Curriculum: In diesem Kapitel wird der Curriculumbegriff historisch hergeleitet und seine theoretische Fundierung sowie die Unterscheidung zwischen traditionellen und gegenwärtigen Modellen dargelegt.
3 Ordnungsmittel der dualen Berufsausbildung: Hier werden der Rahmenlehrplan und die Ausbildungsordnung als zentrale Steuerungselemente der dualen Ausbildung detailliert analysiert und deren Entstehungsprozesse sowie Kompetenzorientierung erläutert.
4 Zusammenhang des Curriculums und der Ausbildungsordnung: Dieses Kapitel prüft, inwieweit die Ausbildungsordnung die Kriterien eines Curriculums erfüllt, indem sie mit den theoretischen Modellen aus Kapitel 2 in Bezug gesetzt wird.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass die Ausbildungsordnung sowohl im traditionellen Sinne der Inputsteuerung als auch im gegenwärtigen kompetenzorientierten Sinne als Curriculum verstanden werden kann.
Ausbildungsordnung, Curriculum, Berufsausbildung, duales System, Rahmenlehrplan, Kompetenzorientierung, Inputsteuerung, Outputsteuerung, Didaktik, Bildungsstandards, Lernfeldkonzept, Curriculumentwicklung, Berufsbildungsgesetz, Bildungsreform, Handlungsfähigkeit.
Die Arbeit analysiert, ob die Ausbildungsordnung in der dualen Berufsausbildung in Deutschland als Curriculum klassifiziert werden kann, basierend auf historischen und aktuellen Definitionen des Begriffs.
Die zentralen Felder umfassen die Geschichte des Curriculum-Begriffs, die Struktur der Ordnungsmittel (Rahmenlehrplan und Ausbildungsordnung) sowie die aktuelle Debatte um Kompetenzorientierung und Standardisierung.
Die Forschungsfrage lautet: „Handelt es sich bei der Ausbildungsordnung um ein Curriculum? Eine Analyse des betrieblichen Ordnungsmittels der beruflichen Bildung unter Einbeziehung der historischen Entwicklung des Curriculumbegriffs.“
Es handelt sich um eine theoretische Analyse, bei der die Kriterien des Curriculum-Begriffs (insbesondere nach Robinsohn und Frey) systematisch mit den Merkmalen und dem Entstehungsprozess von Ausbildungsordnungen verglichen werden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung des Curriculums, eine detaillierte Beschreibung der dualen Ausbildungsmittel sowie eine direkte Gegenüberstellung dieser Mittel mit den Curriculum-Kriterien.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Ausbildungsordnung, Curriculum, Inputsteuerung, Outputsteuerung, Kompetenzorientierung und das duale System.
Die traditionelle Inputsteuerung fokussierte primär auf die Auswahl von Inhalten und Lehrplänen, während die moderne Outputorientierung den Fokus auf messbare Lernergebnisse und Kompetenzstandards legt.
Die Arbeit kommt zu dem Ergebnis, dass die Ausbildungsordnung die Anforderungen eines Curriculums sowohl im traditionellen Sinne (als systematisches Ordnungsmittel) als auch im modernen Sinne (als kompetenzorientiertes Steuerungsinstrument) erfüllt.
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