Magisterarbeit, 2008
165 Seiten, Note: 1,3
1. Einführung
1.1 Fragestellung, Aufbau, Literatur
1.2 Chronologie der Ereignisse in Polen, Ungarn und am Suezkanal
1.3 Politisches Klima in der Bundesrepublik Deutschland
1.4 Untersuchte Tageszeitungen
1.4.1 „Frankfurter Rundschau“
1.4.2 „Die Welt“
1.4.3 „Frankfurter Allgemeine Zeitung“
2. Auswertung
2.1 Der XX. Parteitag der KPdSU
2.2 Der Tod Bołeslaw Bieruts
2.3 Die Unruhen in Posen
2.4 Der Petőfi-Kreis
2.5 Das 8. Plenum des Zentralkomitees der PVAP und seine Folgen
2.6 Die erste sowjetische Intervention in Ungarn
2.7 Die zweite sowjetische Intervention in Ungarn
3. Schluß
Die vorliegende Arbeit untersucht die Berichterstattung der drei überregionalen Tageszeitungen „Frankfurter Rundschau“, „Die Welt“ und „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ über die Ereignisse des Jahres 1956 in Polen und Ungarn sowie deren Zusammenhänge mit der gleichzeitigen Suezkrise. Die Forschungsfrage fokussiert darauf, wie sich Unterschiede in der Berichterstattung dieser Medien erklären lassen und inwiefern diese auf die jeweilige Entstehungsgeschichte und politische Ausrichtung der Zeitungen zurückzuführen sind.
1.2 Chronologie der Ereignisse in Polen, Ungarn und am Suezkanal
Der folgende Überblick über die wichtigsten zum Thema gehörigen Ereignisse des Jahres 1956 soll als Grundlage dienen, um die im zweiten Teil dieser Arbeit zu untersuchenden Darstellungen der Ereignisse in Polen und Ungarn bewerten zu können. Die weitgehend chronologische Schilderung wechselt zwischen den drei Schauplätzen, um die gegenseitigen Einflüsse deutlich machen zu können. Sie wird ergänzt durch vereinzelte Interpretationen sowie Anmerkungen und Hinweise auf Bezüge, die die Ereignisse aufeinander hatten. Dabei nimmt die Darstellung der Begebenheiten in Ungarn den breitesten Raum ein, um der sich in vergleichsweise kürzester Zeit teilweise überstürzenden Fülle von Ereignissen gerecht werden zu können. Die Suezkrise hingegen wird nur knapp dargestellt, da sie zwar eines der weltgeschichtlich herausragenden Ereignisse des Jahres 1956 war und Ablauf und Wahrnehmung der Ereignisse in Ungarn beeinflußte, jedoch im zweiten Teil dieser Arbeit nicht Gegenstand der Untersuchung sein soll.
Vom 14. bis zum 26. Februar 1956 fand in Moskau der XX. Parteitag der KPdSU statt. In seiner berühmt gewordenen Geheimrede vor Deputierten der KPdSU und Gastdelegationen kommunistischer Parteien anderer Länder rechnete der Erste Sekretär des Zentralkomitees der KPdSU Nikita Chruščev mit dem Persönlichkeitskult um Stalin und den Stalin persönlich zur Last gelegten Verbrechen ab. In seinem öffentlichen Rechenschaftsbericht legte er dar, daß es zwar die gemeinsame Wurzel des Marxismus-Leninismus gebe, daß aber zum Ziel des Kommunismus’ verschiedene Wege führen könnten.
1. Einführung: Darstellung der Forschungsfrage, des methodischen Aufbaus der Arbeit sowie Einordnung der historischen Ereignisse von 1956.
1.1 Fragestellung, Aufbau, Literatur: Präzisierung des Untersuchungsgegenstandes und Reflexion über die Literatur- und Quellenlage.
1.2 Chronologie der Ereignisse in Polen, Ungarn und am Suezkanal: Zusammenfassende Darstellung der wichtigsten politischen Krisenherde des Jahres 1956 als Basis für die Analyse.
1.3 Politisches Klima in der Bundesrepublik Deutschland: Analyse der gesellschaftlichen Stimmung und der außenpolitischen Rahmenbedingungen der jungen Bundesrepublik.
1.4 Untersuchte Tageszeitungen: Vorstellung der publizistischen Profile und Entstehungsgeschichten der drei untersuchten Zeitungen.
2. Auswertung: Detaillierte Analyse der Berichterstattung zu den sieben zentralen Ereignissen von 1956.
2.1 Der XX. Parteitag der KPdSU: Untersuchung der Reaktion auf die Geheimrede und die neuen Leitlinien Chruščevs.
2.2 Der Tod Bołeslaw Bieruts: Analyse der medialen Aufarbeitung des Todes des polnischen Parteichefs.
2.3 Die Unruhen in Posen: Untersuchung der Berichterstattung über den Posener Arbeiteraufstand.
2.4 Der Petőfi-Kreis: Analyse der Wahrnehmung der intellektuellen Oppositionsbewegung in Ungarn.
2.5 Das 8. Plenum des Zentralkomitees der PVAP und seine Folgen: Untersuchung der Berichterstattung über die polnische Krise und Gomułkas Machtantritt.
2.6 Die erste sowjetische Intervention in Ungarn: Analyse der medialen Reaktion auf den Beginn der militärischen Intervention.
2.7 Die zweite sowjetische Intervention in Ungarn: Untersuchung der Berichterstattung über das gewaltsame Ende der ungarischen Revolution.
3. Schluß: Synthese der Ergebnisse und zusammenfassende Bewertung der journalistischen Profile.
1956, Polen, Ungarn, Suezkrise, Bundesrepublik Deutschland, Presseberichterstattung, Frankfurter Rundschau, Die Welt, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Entstalinisierung, XX. Parteitag, Chruščev, Gomułka, Nagy, Ost-West-Konflikt
Die Arbeit analysiert, wie drei unterschiedliche westdeutsche Tageszeitungen – die „Frankfurter Rundschau“, „Die Welt“ und die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ – im Jahr 1956 über die politischen Krisen in Polen und Ungarn sowie die Suezkrise berichteten.
Zentrale Themen sind die Entstalinisierung nach dem XX. Parteitag der KPdSU, die Arbeiteraufstände in Polen (Posen) und Ungarn sowie die Auswirkungen der Suezkrise auf die Wahrnehmung dieser osteuropäischen Ereignisse.
Das primäre Ziel ist es, Unterschiede in der Berichterstattung der drei Zeitungen aufzuzeigen und diese auf deren individuelle Entstehungsgeschichte, ihr politisches Profil und die spezifische journalistische Tradition der jeweiligen Redaktion zurückzuführen.
Die Arbeit nutzt einen komparativen Ansatz, der eine statistische Auswertung der Beitragsverteilung mit einer inhaltlichen Analyse der Berichterstattung über sieben definierte Ereigniszusammenhänge verbindet.
Der Hauptteil gliedert sich in eine chronologische Chronik der Ereignisse, eine Schilderung des politischen Klimas in der Bundesrepublik sowie eine detaillierte Auswertung der Zeitungsberichte zu den sieben Schlüsselthemen, von der Entstalinisierung bis zur zweiten sowjetischen Intervention in Ungarn.
Schlüsselbegriffe wie 1956, Entstalinisierung, Ost-West-Konflikt, Pressefreiheit unter alliierter Besatzung, Gomułka, Nagy und die spezifischen Profile der drei Tageszeitungen bilden das inhaltliche Rückgrat der Arbeit.
Die „Frankfurter Rundschau“ wird als linksliberale Zeitung charakterisiert, die durch eine stärkere Berücksichtigung kommunistischer Parteimeinungen auffällt und deren Berichterstattung in der Anfangsphase durch einen kommunistischen Einfluss in der Redaktion geprägt war.
Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ wird als wirtschaftsnahe, konservative Qualitätszeitung dargestellt, die sich durch ihre Tradition als Handelsblatt, ihren informativen Detailreichtum und ihre klare Bindung an die Westintegration der Bundesregierung unter Adenauer auszeichnet.
„Die Welt“ nimmt eine national-konservative, dezidiert antisowjetische Haltung ein. Sie nutzt die Ereignisse, um das Ende des Sozialismus sowjetischer Prägung zu propagieren und warnt intensiv vor einer drohenden Expansion des Kommunismus.
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