Masterarbeit, 2021
81 Seiten, Note: 1,3
1 Allokation zeitlicher Ressourcen im Gesundheitswesen mit Hilfe von Terminplanungssystemen
1.1 Ausgangssituation
1.2 Ziel der Arbeit
1.3 Aufbau der Arbeit
2 Stand der Forschung
3 Vorstellung relevanter Theorien und Konzepte
3.1 Simulationsgrundlagen
3.2 Das Markov-Entscheidungsproblem
3.3 Diskrete Auswahlmodelle
3.3.1 Vorstellung Offer- und Choice Set
3.3.2 Die Unabhängigkeit von irrelevanten Alternativen
3.3.3 Ableitung der Auswahlwahrscheinlichkeiten
3.3.4 Das Multinomial-Logit-Modell
3.4 Modell von Gupta und Wang
3.4.1 Notation des Modells
3.4.2 Modellierung der Patientenauswahl
3.4.3 Buchungsgrenze als Lösung des eindimensionalen Problems
3.5 Das Empty-Restaurant-Syndrom
3.6 Modifizierung des Modells durch das Blocken von Zeitslots
4 Hypothesen
5 Modellierung der Simulation
5.1 Notation des Modells
5.2 Bestimmung der Auswahlentscheidung je Zeitslot
5.3 Bestimmung der Same-Day Nachfrage
5.4 Abfolge Terminplanungssystem nach Markov
5.5 Die Buchungsgrenze als Grundlage der Simulation
5.6 Das Instrument des Blockens
5.7 Nutzenwerte des Serviceanbieters
5.8 Implementierung von No-Shows
5.8.1 Anpassung der Buchungsgrenze
5.8.2 No-Show Rate abhängig vom Buchungszeitpunkt
6 Simulation
6.1 Grundlegende Berechnungen des Terminplanungssystem
6.2 Simulationsgrundlagen
6.3 Ergebnisse der Simulation
6.3.1 Betrachtung der Ausgabedaten
6.3.2 Analyse der Nutzenwerte
6.3.3 Analyse der Auswirkungen des Empty-Restaurant-Syndroms
6.3.4 Analyse des Instrument des Blockens
6.3.5 Analyse der Auswirkungen der Berücksichtigung von No-Shows
6.3.6 Analyse der Auswirkungen der Inputparameter r2 und π2
6.3.7 No-Show Rate abhängig vom Buchungszeitpunkt
6.4 Interpretation der Simulationsergebnisse
7 Fazit
8 Ausblick
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen des Empty-Restaurant-Syndroms auf Terminplanungssysteme unter Berücksichtigung von No-Shows und evaluiert, wie durch gezieltes Terminblocken und eine angepasste Buchungsgrenze der ökonomische Nutzen optimiert werden kann.
3.5 Das Empty-Restaurant-Syndrom
Kremer und Debo untersuchen die Auswirkungen von Wartezeit auf das Einkaufsverhalten von Kunden.71 Die Produktqualität ist innerhalb ihres Experiments nur einem Teil der Kunden, den sogenannten informierten Kunden, bekannt. Die uninformierten Kunden kennen die Qualität des Produktes nicht. Die Präsenz der informierten Kunden gilt als Schlüsselrolle. Kunden, denen die Qualität nicht bekannt ist, leiten diese nur anhand von längeren Wartezeiten ab, da angenommen wird, dass die Kunden innerhalb der Warteschlange über die Qualität des Produktes oder der Dienstleistung informiert sind. Dies sind die informierten Kunden, diese signalisieren folglich den nicht informierten Kunden indirekt Qualität.
Hieraus resultiert die Annahme von Kremer und Debo, dass innerhalb einer kapazitiven Umgebung, längere Wartezeiten ein Signal für höhere Qualität sind. Umgekehrt betrachtet, sind kurze Wartezeiten ein Signal für schlechtere Qualität und führen zu einer geringeren Kaufwahrscheinlichkeit.
Innerhalb ihrer Ausarbeitung beweisen Kremer und Debo mit Hilfe einer empirischen Untersuchung, dass die Kaufwahrscheinlichkeit nicht informierter Kunden bei kürzerer Wartezeit und der Präsenz informierter Kunden, sinkt. Dieser Effekt wird als Empty-Restaurant-Syndrom (im Folgenden ERS) betitelt. Des Weiteren zeigen sie, dass Wartezeiten aussagekräftiger für die Qualität sind, je mehr Kunden informiert sind. Besonders interessant ist der Effekt des ERS bei qualitativ hochwertigeren Produkten, hier zeigen die Untersuchungen, dass der Effekt dazu führt, dass kurze Warteschlangen zu einer sehr niedrigen Nachfrage führen.72
1 Allokation zeitlicher Ressourcen im Gesundheitswesen mit Hilfe von Terminplanungssystemen: Diese Einleitung erläutert die Relevanz der optimalen Ressourcenallokation in Arztpraxen und führt in die Problematik von Warteschlangen, Patientenentscheidungen und unvorhersehbarem Verhalten wie No-Shows ein.
2 Stand der Forschung: Dieser Abschnitt gibt einen Überblick über bestehende Literatur zu Revenue Management im Gesundheitswesen und diskutiert Ansätze von Gupta und Wang sowie anderen Autoren zur Terminoptimierung.
3 Vorstellung relevanter Theorien und Konzepte: Hier werden die theoretischen Grundlagen der Simulation, diskreter Auswahlmodelle (MNL), des Empty-Restaurant-Syndroms und des spezifischen Modells von Gupta und Wang dargelegt.
4 Hypothesen: In diesem Kapitel werden vier zentrale Arbeitshypothesen formuliert, die den positiven Nutzen des Blockens, die Optimalität der Buchungsgrenzen und die Auswirkungen von No-Shows auf die optimale Strategie betreffen.
5 Modellierung der Simulation: Dieses Kapitel beschreibt die technische Umsetzung der Simulation, inklusive der mathematischen Modellierung der Patientenankünfte, der myopischen Entscheidungsregeln und der Implementierung von No-Shows.
6 Simulation: Dieser Hauptteil präsentiert die konkreten Berechnungen, die Simulationsdurchläufe und eine detaillierte Analyse der Ergebnisse unter verschiedenen Parametereinstellungen.
7 Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen, bestätigt die Wirksamkeit der myopischen Blockierstrategie und validiert die Notwendigkeit der Anpassung von Buchungsgrenzen bei No-Shows.
8 Ausblick: Hier werden Limitationen der aktuellen Arbeit diskutiert und Anknüpfungspunkte für zukünftige Forschungsarbeiten, wie die Berücksichtigung komplexerer Patientenmuster oder variabler Kapazitäten, vorgeschlagen.
Terminplanung, Gesundheitswesen, Simulation, Empty-Restaurant-Syndrom, No-Shows, Revenue Management, Patientenentscheidungen, Buchungsgrenzen, myopische Regel, Ressourcenallokation, MNL-Modell, Dienstleistungsqualität, Überbuchung, Kapazitätsplanung, Patientenanfragen.
Die Masterarbeit befasst sich mit der Optimierung von Terminplanungssystemen in Arztpraxen, indem sie untersucht, wie das Patientenverhalten – speziell bei unsicherer Nachfrage und dem Empty-Restaurant-Syndrom – den Serviceanbieter bei der Kapazitätsauslastung beeinflusst.
Zentrale Themen sind das Yield Management, die Anwendung von diskreten Auswahlmodellen (Multinomial-Logit) zur Modellierung von Patientenpräferenzen sowie die Analyse von No-Shows als Störfaktor im Planungsprozess.
Das Ziel ist es zu bestimmen, inwieweit das Empty-Restaurant-Syndrom Auswahlentscheidungen beeinflusst und welche konkreten Maßnahmen, wie z.B. das gezielte Blocken von Terminen, ergriffen werden können, um den ökonomischen Nutzen zu steigern.
Die Untersuchung basiert auf einer Simulationsstudie, die komplexe Strukturen mathematisch nachbildet, wobei das Modell von Gupta und Wang als Grundlage dient und durch eigene Modifizierungen erweitert wurde.
Im Hauptteil liegt der Fokus auf der Modellierung und Simulation verschiedener Szenarien, in denen durch die Anwendung myopischer Regeln, verschiedener Buchungsgrenzen und der Einbeziehung von No-Show-Raten der optimale Nutzen für den Serviceanbieter evaluiert wird.
Schlüsselwörter sind unter anderem Terminplanung, Empty-Restaurant-Syndrom, No-Shows, Revenue Management, Kapazitätsplanung, myopische Regel und Patientenentscheidungsverhalten.
Das Empty-Restaurant-Syndrom beschreibt das Phänomen, dass Patienten eine kurze Warteschlange oder ein großes freies Terminangebot oft mit schlechterer Servicequalität assoziieren, was dazu führen kann, dass sie sich gegen die Dienstleistung entscheiden.
Das gezielte Blocken von freien Zeitslots ermöglicht es dem Anbieter, künstliche Nachfrage zu suggerieren. Dies signalisiert informierten Kunden eine höhere Auslastung und damit eine bessere Qualität, wodurch das negative Auswahlverhalten der nicht informierten Patienten geschwächt wird.
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