Bachelorarbeit, 2007
59 Seiten, Note: 1,3
EINLEITUNG
1. DAS UNTERSUCHUNGSOBJEKT FUßBALL
1.1. Von der Entstehung des Fußball
1.2. Die Kommerzialisierung des Sports
1.2.1. Der Fußball aus vergangenen Zeiten
1.2.2. Der Weg der Kommerzialisierung
1.3. Die Fankultur
2. RECHTSEXTREMISMUS UND GEWALT IM FUßBALL
2.1. Rechtsextremismus
2.2. Gewalt
3. THEORIEN & ERKLÄRUNGSANSÄTZE
3.1. Die Entwertungsthese von Heitmeyer und Peter
3.2. Die Zivilisationstheorie von Elias und die Bedeutung von Freizeitbeschäftigungen
3.2.1. Die Zivilisationstheorie von Elias
3.2.2. Die Bedeutung von Freizeitbeschäftigungen im Kontext der Zivilisationstheorie
3.3 Das Schwellenmodell von Granovetter
4. DIE ZU BEGUTACHTENDEN FAKTOREN
4.1. Der Kern des Fußballs – Das Spiel
4.1.1. Die Relevanz des Sports in Bezug auf Gewalt
4.1.2. Die Relevanz des Sports in Bezug auf Rechtsextremismus
4.2. Der Aspekt der Fankultur
4.2.1. Die Fankultur und Gewalt – eine unzertrennliche Symbiose?
4.2.2. Die Bedeutung der Fankultur für Rechtsextremismus in den Stadien
4.3. Kommerzialisierung
4.3.1. Der Einfluss der Individualisierung auf Rechtsextremismus und Gewalt
4.3.2. Räume, Spieler und der Erfolg
5. FAZIT
Diese Bachelorarbeit untersucht, ob im professionellen Fußball als Zuschauersport strukturelle Faktoren existieren, die Gewalt und Rechtsextremismus innerhalb der Fanszene begünstigen. Dabei steht die Forschungsfrage im Fokus, wie das Spiel selbst, die Fankultur und die zunehmende Kommerzialisierung das Verhalten und die Einstellungen der Zuschauer beeinflussen.
3.2.1. Die Zivilisationstheorie von Elias
Den Figurationssoziologen Norbert Elias zeichnet aus, dass in seinen Arbeiten Phänomene, unter dem Blickwinkel der zwischenmenschlichen Interdependenz untersucht werden. Diese gegenseitigen Abhängigkeiten stellten für Elias keinesfalls statische Konstrukte dar. Vielmehr bescheinigte er den Interpendenzen einen wandelbaren und dynamischen Charakter, was insbesondere in seinem Hauptwerk Über den Prozess der Zivilisation aus dem Jahre 1976, verdeutlicht wird. Davon ausgehend betrachtet er in dem genannten Werk das Phänomen Gewalt nicht ausschließlich aus der neuzeitlichen Perspektive, sondern bindet dieses in einen historischen Kontext ein.
Elias weis etwa von einer Begebenheit aus dem 16. Jahrhundert zu berichten, anhand derer für unsere Augen befremdliche Freude am Quälen veranschaulicht wird.
„In Paris gehörte es während des 16. Jahrhunderts zur Festesfreude des Johannestages, ein oder zwei Dutzend Katzen lebendig zu verbrennen. Diese Feier war sehr berühmt. Das Volk versammelte sich. Festliche Musik spielte auf. Unter einer Art von Gerüst wurde ein mächtiger Scheiterhaufen erreichtet. Dann hing man an dem Gerüst einen Sack oder Korb mit Katzen auf. Sack oder Korb fingen an zu glimmen. Die Katzen fielen in den Scheiterhaufen und verbrannten, während sich die Menge an ihrem Schreien und Miauen erfreute. […] Im Grunde ist das gewiß kein schlimmeres Schauspiel als die Ketzerverbrennungen, als Foltern und öffentliche Hinrichtungen der verschiedensten Art. Es erscheint, wie gesagt, nur deswegen als schlimmer, weil sich hier die Lust, Lebendiges zu quälen, so nackt, unverhüllt, zweckfrei, nämlich ohne eine Entschuldigung vor dem Verstand zeigt. Der Widerwille gegen solche Vergnügungen, […] demonstriert dabei […] die geschichtliche Verwandlung des Affekthaushalts.“ (Elias 1976a, S.281f)
Wie kommt es, dass Handlungen, die vor Jahrhunderten noch Auslöser der Freude waren, heute allgemein als inakzeptabel und grausam angesehen werden? Mit der Zivilisationstheorie schuf Elias einen Ansatz, der den Wandel menschlichen Verhaltens zu erklären versucht.
1. DAS UNTERSUCHUNGSOBJEKT FUßBALL: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die Ursprünge des Fußballs sowie dessen Entwicklung vom sozialen Sport hin zur heutigen Massenunterhaltung und kommerzialisierten Industrie.
2. RECHTSEXTREMISMUS UND GEWALT IM FUßBALL: Hier werden die Phänomene Gewalt und Rechtsextremismus im Umfeld des Fußballs definiert und in ihrer Erscheinungsform im Stadionalltag beleuchtet.
3. THEORIEN & ERKLÄRUNGSANSÄTZE: Dieses Kapitel stellt theoretische Konzepte wie die Entwertungsthese von Heitmeyer/Peter, die Zivilisationstheorie von Elias sowie das Schwellenmodell von Granovetter vor, um die Dynamiken des Zuschauerverhaltens zu erklären.
4. DIE ZU BEGUTACHTENDEN FAKTOREN: Eine detaillierte Untersuchung der Einflüsse von Spielgeschehen, Fankultur und kommerziellen Strukturen auf Gewaltbereitschaft und rechtsextreme Tendenzen.
5. FAZIT: Das Fazit führt die Analysen zusammen und bewertet, inwieweit die untersuchten Faktoren tatsächlich strukturell zur Begünstigung von Gewalt und Rechtsextremismus im Fußball beitragen.
Fußball, Gewalt, Rechtsextremismus, Fankultur, Kommerzialisierung, Zivilisationstheorie, Norbert Elias, Mark Granovetter, Individualisierung, Stadion, Gruppendynamik, Schwellenmodell, Diskriminierung, Rassismus, Gewaltmonopol.
Die Arbeit untersucht, ob der professionelle Fußball als Zuschauersport bestimmte strukturelle Rahmenbedingungen aufweist, die das Entstehen von Gewalt und rechtsextremistischen Tendenzen bei Fußballfans begünstigen können.
Im Zentrum stehen der Fußballsport als solches, die organisierte Fankultur und die ökonomische Kommerzialisierung des Fußballs, betrachtet im Hinblick auf deren Einfluss auf Fan-Einstellungen und Verhalten.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie strukturelle Faktoren innerhalb des Fußballs zur Entstehung und Verstärkung von Gewaltphänomenen und rechtsextremistischen Ideologien beitragen könnten.
Die Arbeit nutzt die Entwertungsthese von Heitmeyer und Peter, die Zivilisationstheorie von Norbert Elias sowie das Schwellenmodell kollektiven Verhaltens von Mark Granovetter als analytisches Gerüst.
Der Hauptteil analysiert, wie das Spiel selbst, die spezifische Fankultur und der wirtschaftliche Druck der Kommerzialisierung als Faktoren wirken, die Gewaltanwendung und rechtsextreme Diskriminierung fördern können.
Schlüsselbegriffe sind Fußball, Gewalt, Rechtsextremismus, Fankultur, Kommerzialisierung, soziale Identität, Gruppendynamik und gesellschaftliche Desintegration.
Sie dient als Nährboden für Ausgrenzung und Diskriminierung, da sie rechtsextreme Ideologieelemente (wie die Ablehnung von Gleichheit) in den Stadionalltag trägt und durch die Gruppendynamik normalisiert wird.
Es erklärt, warum sich Individuen, die eigentlich keine Gewalt befürworten, durch den Druck der Gruppe und die Wahrnehmung der Menge an Ausschreitungen beteiligen, sobald ihre persönliche Hemmschwelle durch ein auslösendes Ereignis unterschritten wird.
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