Diplomarbeit, 2021
85 Seiten, Note: 2.3
1 Einleitung
2 Grundlagen des Kreditrisikos
2.1 Die Bank
2.2 Peer-To-Peer-Lending
2.3 Kreditvertrag und Kreditrisiko
2.4 Baseler Ausschuss
2.4.1 Basel 1
2.4.2 Basel 2
2.4.3 Finanzkrise
2.4.4 Basel 3
2.5 Wichtige Kennzahlen des Kreditrisikos
3 Modellierung
3.1 Logistische Regression
3.2 Konfusion Matrix und ROC-Kurve
3.3 Kreditrisikomodelle
3.3.1 Creditrisk+
3.3.2 Creditrisk+ für einen Sektor
3.3.3 Monte-Carlo-Simulation
3.3.4 Algorithmus zur Bestimmung von α und β
3.3.5 Algorithmus des Creditrisk+ für einen Sektor
3.4 Ausfallkorrelationen nach Lucas
4 Anwendung auf den Datensatz
4.1 Datenbasis
4.2 Schätzen von PD’s
4.3 Berechnung der EAD’s
4.4 Bestimmung der LGD’s
4.5 Wählen von Stichtagen
4.6 Creditrisk+ Implementation
4.6.1 Schätzung von α und β
4.7 Portfolioverlust und Grafiken
4.7.1 Stichtage 2017
4.7.2 Bondora Gesamt
4.7.3 Vergleich zwischen Bondora und 2017
4.8 Schätzung der Ausfallkorrelationen nach Lucas 1995
5 Fazit
6 Ausblick
Das Hauptziel dieser Masterarbeit ist die Bewertung von Peer-To-Peer-Krediten der Plattform „Bondora“, wobei der Fokus auf der Berechnung des Kreditportfolio-Verlusts liegt. Die Forschungsfrage untersucht, ob es sich hierbei um eine sichere und angemessene Anlageklasse handelt.
3.3.1 Creditrisk+
Nun wird das Modell, mit dem die Portfolioverluste in dieser Arbeit berechnet werden, in Details vorgestellt. Creditrisk+ wurde von Tom Wilde erstellt und von Credit Suisse Financial Products (CSFP) zum ersten Mal im Oktober 1997 vorgestellt. Mathematisch gesehen, ist das Modell immernoch einzigartig im Vergleich zu den anderen Modellen. Es ist auf versicherungsmathematische Techniken aufgebaut und hat diese erweitert, um den Portfolioverlust zu berechnen. Der Grund der Beliebtheit des Modells ist, dass es seinen Schwerpunkt auf das Ausfallereignis setzt und es sich an verschiedene Kreditgeschäfte anpassen kann [11, S.1].
Das Modell bietet eine geschlossene analytische Berechnung der Verlustverteilung. Analytisch bedeutet, dass es eine Formel gibt, womit man die Verteilung berechnen kann. Vorteilhaft dabei ist, dass man dadurch die Verlustverteilung exakt und in kurzer Zeit berechnen kann. Eine weitere Eigenschaft des Modells sind die Sektoren. Mithilfe der Sektoren kann man das Ausfallverhalten der Kreditnehmer darstellen. Die Sektoren sind unabhängige Zufallszahlen und werden üblicherweise in Branchen und Länder aufgeteilt. Zum Beispiel diejenigen Kreditnehmer, die der Branche Informationstechnik zugehören, werden dem gleichen Sektor zugeordnet. Ein Nachteil des Modells ist, dass die Ausfälle mit einer Possionverteilung annährend simuliert werden, was zu Ungenauigkeit führt. Meistens trifft die Annahme der Unabhängigkeit der Sektoren nicht zu, worauf man achten muss [7, S.179].
1 Einleitung: Beschreibt das Ziel der Arbeit, die Bewertung von Bondora-Krediten, und gibt einen Überblick über die methodische Struktur der Untersuchung.
2 Grundlagen des Kreditrisikos: Erläutert die Funktionsweise von Banken, das Konzept des P2P-Lendings und die regulatorischen Rahmenbedingungen durch den Baseler Ausschuss sowie grundlegende Risikokennzahlen.
3 Modellierung: Führt statistische Methoden wie die logistische Regression ein und stellt das Creditrisk+-Modell sowie Monte-Carlo-Simulationen und Ansätze zur Ausfallkorrelation detailliert dar.
4 Anwendung auf den Datensatz: Beschreibt die praktische Analyse der Bondora-Daten, inklusive der Schätzung von Parametern wie PD, EAD und LGD sowie die Berechnung von Portfolioverlusten.
5 Fazit: Diskutiert die erzielten Ergebnisse, reflektiert methodische Einschränkungen und bewertet das Investitionsrisiko bei P2P-Krediten kritisch.
6 Ausblick: Identifiziert Potenziale für zukünftige Verbesserungen der Modellgenauigkeit, beispielsweise durch komplexere Abhängigkeitsstrukturen oder alternative Simulationsverfahren.
Kreditrisiko, Peer-To-Peer-Lending, Bondora, Creditrisk+, Portfolioverlust, Monte-Carlo-Simulation, Ausfallwahrscheinlichkeit, Logistische Regression, Verlustquote, Ausfallkorrelation, Risikomanagement, Finanzmathematik, Basel-Regelwerk, Konfidenzniveau, Value at Risk
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Risikobewertung und dem Management von Kreditportfolios im Bereich des Peer-To-Peer-Lendings am Beispiel der Plattform Bondora.
Die zentralen Felder umfassen die mathematische Kreditrisikomessung, die Modellierung von Ausfallwahrscheinlichkeiten sowie die quantitative Auswertung von Portfolioverlusten.
Das primäre Ziel ist die Berechnung des Kreditportfolio-Verlusts, um zu eruieren, ob Bondora eine finanziell sichere und angemessene Anlageklasse für Investoren darstellt.
Die Arbeit nutzt schwerpunktmäßig das Creditrisk+-Modell, das mithilfe von Monte-Carlo-Simulationen auf Basis von logistischen Regressionsmodellen zur Schätzung von Ausfallwahrscheinlichkeiten angewandt wird.
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen der Risikomodelle sowie die konkrete datentechnische Aufbereitung und Analyse der Bondora-Datensätze zur Ermittlung des ökonomischen Kapitals.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Kreditrisikomodellierung, P2P-Kredite, Creditrisk+, Monte-Carlo-Simulation, Ausfallwahrscheinlichkeit (PD) und Portfolioverlust definieren.
Die Daten wurden bereinigt, von NA-Werten befreit und in Trainings- sowie Testdaten unterteilt, wobei die Zielvariable basierend auf dem Kreditstatus (Ausfall vs. Rückzahlung) definiert wurde.
Der „fat-tail“-Verlauf verdeutlicht, dass bei Kreditportfolios die Eintrittswahrscheinlichkeit für sehr hohe Verlustereignisse zwar niedrig, aber signifikant vorhanden ist, was die Risikobewertung besonders wichtig macht.
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