Bachelorarbeit, 2020
47 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
1.1 Vergänglichkeit in der Kunst
1.2 Biographische Skizzen zur Persönlichkeit
1.3 Entstehungsgeschichte des letzten Albums
2. Analyse der Songs
2.1 You Want It Darker
2.1.1 Analyse
2.1.2 Zwischenfazit: You Want It Darker
2.2 Treaty
2.2.1 Analyse
2.2.2 Zwischenfazit: Treaty
2.3 Traveling Light
2.3.1 Analyse
2.3.2 Zwischenfazit: Traveling Light
3. Schlussbetrachtung
3.1 Fazit
3.2 Ausblick: Thanks for the Dance
A. Songtexte
A.1 Songtext: You Want It Darker
A.2 Songtext: Treaty
A.3 Songtext: String Reprise / Treaty
A.4 Songtext: Traveling Light
Die Arbeit untersucht, wie Leonard Cohen in seinem letzten Album „You Want It Darker“ sein eigenes Lebensende künstlerisch inszeniert hat. Ziel ist es, nachzuvollziehen, wie er durch die Synchronisation von privater Realität und künstlerischem Ausdruck die menschliche Vergänglichkeit transzendiert und in ein authentisches Gesamtkunstwerk überführt hat.
2.1.1 Analyse
“You Want It Darker” ist der erste Song des gleichnamigen Albums. Er eröffnet selbiges und legt damit sogleich die Stimmung fest. Es ist ein düsterer, mystisch anmutender Song, der eine archaische Qualität in sich birgt. Diese Wirkung hat sich auch der in Montreal ansässige Spieleentwickler Ubisoft zunutze gemacht. So wurde der Song als Soundtrack für den Videospiel Trailer zu “Assassin’s Creed Origins” verwendet. Der zehnte Teil der erfolgreichen Spielereihe ist im alten Ägypten angesiedelt, einer Hochkultur, die vor allem für ihren beispiellosen Totenkult bekannt ist und auch das Judentum über einen langen geschichtlichen Zeitraum hinweg kulturell beeinflusst hat (vgl. Assmann, 2001). Der Trailer hat die Funktion, potenzielle Spielerinnen und Spieler in diese fremde Welt einzuführen. Fast scheint es so, als sei der Song für diesen Zweck geschrieben worden, so makellos transportiert er den Inhalt eines Spiels, in dem der Tod und das Töten zu einem vermeintlich höheren Zweck eine zentrale Rolle einnehmen.
Auch die britische Drama Serie “Peaky Blinders” verwendet den Song. Die Serie ist bekannt für ihre Darstellung roher Gewalt im präzise verfilmten Milieu birminghamer Gangs in den Jahren zwischen den beiden Weltkriegen. Die fünfte Folge der dritten Staffel enthält eine düstere, rauschartige Erotiksequenz, in der der Protagonist beinahe stranguliert wird. “You Want It Darker” bildet das musikalische Fundament dieser Szene zwischen lebendiger Erotik, Liebe, Gewalt und Tod.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Vergänglichkeit in der Kunst ein und bettet Leonard Cohens letztes Album in den Kontext seines Lebens und Schaffens ein.
2. Analyse der Songs: Hier werden drei zentrale Titel des Albums detailliert analysiert, um Cohens Umgang mit Endlichkeit und die verschiedenen Facetten seines letzten Werks zu beleuchten.
3. Schlussbetrachtung: Das Kapitel fasst die zentralen Themen des Albums zusammen und bewertet Cohens Leistung, sein Sterben als einen ästhetisch wertvollen und authentischen Abschluss seines künstlerischen Weges zu gestalten.
Leonard Cohen, You Want It Darker, Endlichkeit, Vergänglichkeit, Sterbeprozess, Songanalyse, Musikproduktion, Ars Moriendi, Transzendenz, Existenzialismus, Spiritualität, Kaddisch, Identitätskrise, Lebenswerk, Authentizität
Die Arbeit analysiert das letzte Album von Leonard Cohen, „You Want It Darker“, und wie er darin den eigenen, nahenden Tod thematisch und künstlerisch verarbeitet hat.
Die Schwerpunkte liegen auf der Akzeptanz der eigenen Endlichkeit, der Suche nach Sinn durch Kunst und Liebe sowie der Auseinandersetzung mit spirituellen und religiösen Motiven.
Das Ziel ist es, zu ergründen, inwiefern Cohen sein Sterben bewusst als ein künstlerisches Gesamtwerk („Ars Moriendi“) inszeniert und somit der Vergänglichkeit eine tiefere Bedeutung verliehen hat.
Die Arbeit basiert auf einer methodischen Textanalyse der Songtexte in Kombination mit einer umfassenden biographischen Recherche zum Leben und Wirken des Künstlers.
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Interpretation der drei Songs „You Want It Darker“, „Treaty“ und „Traveling Light“ inklusive einer Betrachtung der musikalischen und textlichen Nuancen.
Wichtige Begriffe sind Vergänglichkeit, Transzendenz, Authentizität, Sterbeprozess, spirituelle Suche, Identität und die spezifische jüdisch-christliche Symbolik in Cohens Lyrik.
Cohen nutzt Zitate aus dem Kaddisch, bricht jedoch mit der Tradition, indem er diese in einen persönlichen Dialog mit seinem Schöpfer umwandelt, um seine Akzeptanz des Schicksals auszudrücken.
Das Zen-Konzept dient der Analyse des „Loslassens“. Cohen nutzt diesen Ansatz, um das Problem des Todes als ein Konstrukt des „Ichs“ zu entlarven und somit auf einer philosophischen Ebene zu lösen.
Die Arbeit ordnet dieses Album als einen „Epilog“ zum Werk Cohens ein, der die Vollendung durch seinen Sohn Adam thematisiert und über die finale Krisenbewältigung hinausweist.
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