Masterarbeit, 2021
87 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Geschichte Kuwaits
2.1. Kuwaits Besiedlung und die Ṣabāḥ
2.2. Frühe Staatsbildung
2.2.1. Die Osmanen und die Briten
2.2.2. Grenzbildung
3. Das Öl, die Stämme und Massenbeschäftigung
3.1. Öl und seine soziale Auswirkungen
3.1.1. Öl, Beschäftigung und Wohlfahrtsstaat
3.1.2. Bildung staatlicher Institutionen
3.2. Stämme und Staatsformation
3.2.1. Stammesunterstützung
3.2.2. 'Abdallāh as-Sālim aṣ-Ṣabāḥ (reg. 1950 - 1965) und die Stämme
3.2.3. Sesshaftigkeit
4. Staatsbildung und Staatsangehörigkeit
4.1. Ursprung und Definition „Staatsangehörigkeit“ und „staatenlos“
4.2. Staatsangehörigkeit in Kuwait
4.2.1. Die bidūn
4.2.2. Wie das Problem der Staatenlosigkeit in Kuwait entstand?
4.2.3. Diskriminierung und Staatenlosigkeit
4.3. Die Situation der bidūn
4.3.1. 1986, Golfkrieg von 1990-1991 und die Folgen
4.3.2. Der Arabische Frühling 2011 und seine Folgen
4.3.3. Rechte und Hilfe für die bidūn
4.3.4. Hindernisse
5. Fazit
Diese wissenschaftliche Arbeit untersucht die Entstehung und die soziale sowie rechtliche Problematik der "bidūn" in Kuwait im Kontext der historischen Staatsbildung und der Transformation des Landes durch den Ölreichtum. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich mit der Entwicklung der Staatsangehörigkeit, der sich daraus ergebenden Staatenlosigkeit und der prekären Lebenssituation dieser Bevölkerungsgruppe.
2.1. Kuwaits Besiedlung und die Ṣabāḥ
Die Gründung einer Siedlung in Kuwait begann Anfang des 17. Jahrhunderts mit Nomaden und Seeleuten, die sich in der Nähe des Hafens von Kuwait niederließen. Nach Angaben des Historikers Aḥmad Muṣṭafā Abū-Hakīma wurde al-Kūt um 1716 von Mitgliedern des Ḫālid-Stammes, einem dominierenden Stamm aus dem Nordosten Arabiens, erbaut. Zu dieser Zeit war das Gebiet des heutigen Kuwait bis Ende des 19. Jahrhunderts Teil des Osmanischen Reiches (1299 - 1922) und gehörte nominell zu Basra. Das Osmanische Reich konnte dieses Gebiet nur begrenzt kontrollieren, hatte aber kein wirkliches Interesse daran, Kontrolle über das Gebiet auszuüben, und ließ die Nomadenstämme frei herumlaufen. Neben der Präsenz und dem Einfluss regionaler Stämme und den Osmanen waren auch portugiesische, niederländische und russische Seeleute in Kuwait präsent. Da es sich um ein Stammesgebiet handelte, das für das Osmanische Reich von geringer Bedeutung war, gibt es nur wenige Quellen zu den Entwicklungen im 17. Jahrhundert in Kuwait.
Der Ḫālid-Stamm, der einen großen Teil der ostarabischen Halbinsel im 17. und im 18. Jahrhundert beherrschte, erbaute die Kūt als Lager für Waffen und Munition, aufgrund ständiger Kriege mit anderen Stämmen in der Region. Darüber hinaus förderten sie den Karawanentransport der Waren entlang der Golfküste nach Syrien, und als Nomadenwachen schützten sie diese Karawanen in der Wüste. So waren die herrschenden Mächte mit dem Schutz von Kaufleuten und dem Warenhandel verbunden, und daher ist die politische Geschichte Kuwaits direkt mit einer Wirtschaftsgeschichte des Gebiets verflochten.
1. Einleitung: Einführung in die Begrifflichkeit "bidūn" und die aktuelle Problematik der staatenlosen Bevölkerungsgruppen in Kuwait.
2. Geschichte Kuwaits: Überblick über die Besiedlungsgeschichte, die frühen Machtverhältnisse zwischen Stämmen und den kolonialen Einfluss Großbritanniens.
3. Das Öl, die Stämme und Massenbeschäftigung: Analyse der sozioökonomischen Transformation durch den Ölfund, die Entstehung des Wohlfahrtsstaats und die staatliche Einflussnahme auf die Stämme.
4. Staatsbildung und Staatsangehörigkeit: Untersuchung der rechtlichen Rahmenbedingungen für die Staatsbürgerschaft und die gezielte Ausgrenzung der bidūn aus der kuwaitischen Gesellschaft.
5. Fazit: Zusammenfassende Reflexion über die komplexen Zusammenhänge von Identität, Staatsbildung und der strukturellen Diskriminierung der bidūn.
Kuwait, bidūn, Staatenlosigkeit, Staatsangehörigkeit, Ölreichtum, Stämme, Migration, soziale Ausgrenzung, Wohlfahrtsstaat, Herrscherfamilie, Identität, Diskriminierung, Golfregion, Staatsbildung.
Die Arbeit analysiert die Situation der "bidūn" in Kuwait, also der Bevölkerungsgruppe, die keine offizielle Staatsangehörigkeit besitzt und dadurch von zahlreichen sozialen und politischen Rechten ausgeschlossen ist.
Die Themen umfassen die Geschichte der kuwaitischen Staatsbildung, die Auswirkungen des Ölreichtums auf die Gesellschaft, das kuwaitische Staatsangehörigkeitsrecht und die politische Strategie gegenüber den bidūn.
Das Ziel ist es, die Entstehung der Staatenlosigkeit in Kuwait nachvollziehbar zu machen und zu verdeutlichen, wie politische und wirtschaftliche Entscheidungen des 20. Jahrhunderts die heutige Marginalisierung dieser Gruppe zementiert haben.
Es handelt sich um eine deskriptive und analysierende Arbeit, die sich auf historische Quellen, Experteninterviews, Sekundärliteratur und Berichte internationaler Menschenrechtsorganisationen stützt.
Der Hauptteil erörtert die Entwicklung vom Nomadentum zum modernen Staat, die Instrumentalisierung von Staatsangehörigkeitsgesetzen zur Kontrolle der Bevölkerung und die Auswirkungen der verschiedenen Golfkriege auf den Status der bidūn.
Wesentliche Begriffe sind Kuwait, bidūn, Staatenlosigkeit, Staatsangehörigkeit, Stämme und soziale Diskriminierung.
Es markierte eine Verschärfung der Kriterien für die Einbürgerung und bildete das bürokratische Instrument, das vielen bidūn aufgrund fehlender Dokumentation über ihren Aufenthalt oder ihre Herkunft den Zugang zur Staatsbürgerschaft verwehrte.
Die Vergabe wurde oft als politisches Steuerungsinstrument genutzt, um Loyalität zu sichern, politische Gegner im Parlament zu schwächen oder durch "künstliche" Einbürgerungen demografische Mehrheiten zu beeinflussen.
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