Bachelorarbeit, 2020
71 Seiten, Note: 1,3
1. EINLEITUNG
2. TERMINOLOGIE
2.1. Frauenbild und die Rolle der Frau
2.2. Frauenforschung
3. LITERARISCHE AUFFASSUNG DER GRETCHENFIGUR NACH GOETHE
3.1 Entstehungsgeschichte
3.2 Inhaltsangabe
3.3 Goethes Auffassung der Gretchenfigur
3. 4 Das Verhältnis zwischen Faust und Gretchen
3.4.1 Struktur und Aufbau
3.4.2 Figurenkonstellation
3.4.3 Die Rolle des Mephistos in der Figurenkonstellation
3.5 Goethes Verhältnis zu Frauen und das Frauenbild zu seiner Zeit
4. DIE GRETCHENFIGUR IN DER REZEPTIONSGESCHICHTE
5. INSZENIERUNG „FAUST I“ VON NICOLAS STEMANN
5.1 Grundlegendes
5.2 Stemanns Gretchenfigur
5.3 Das Verhältnis zwischen Faust und Gretchen
5.4. Vernunft, Trieb und Liebe
5.5 Stemanns Gretchenfigur in Bezug auf das Frauenbild
6. INZENIERUNG „FAUST I“ VON ENRICO LÜBBE
6.1 Grundlegendes
6.2 Lübbes Gretchenfigur
6.3 Das Verhältnis zwischen Faust und Gretchen
6.4 Lübbes Gretchenfigur in Bezug auf das Frauenbild
6.5 Interview XX
7. FAZIT
Die vorliegende Arbeit untersucht die Gretchenfigur in Johann Wolfgang von Goethes Faust. Der Tragödie erster Teil und analysiert, inwiefern sich anhand ihrer Darstellung auf das Frauenbild der jeweiligen Entstehungs- und Rezeptionszeit schließen lässt. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie sich die Interpretation und Inszenierung der Figur im Wandel der Zeit und im Kontext der Frauenbewegung verändert hat.
1. Einleitung
Frauenbild, Frauenquote, Emanzipation, Feminismus: Begriffe, die unseren Alltag prägen. In der vorliegenden Arbeit sollen in Bezug auf die Gretchenfigur in Faust. Der Tragödie erster Teil von Johann Wolfgang von Goethe diese Begrifflichkeiten analysiert und hinterfragt werden. Dies wird anhand einer Untersuchung der Gretchenfigur des Originaltextes, der Inszenierung von Nicolas Stemann (2011) und der Inszenierung von Enrico Lübbe (2018) geschehen. Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird im weiteren Verlauf von Faust I gesprochen.
Die Handlung von Goethes Werk Faust I ist den meisten Deutschen aus der Oberstufe bekannt, und damit auch die Figur des Gretchens als naives, junges Mädchen. Sie wird oft als schwacher Charakter dargestellt, der gegen die beiden männlichen Charaktere Faust und Mephisto nicht ankommt. Generell ist auszumachen, dass zu den zu behandelnden Lektüren in der Oberstufe oft Werke gewählt werden, die entweder eine schwache weibliche Figur beinhalten oder die weibliche Figur am Ende sterben lassen. Hierzu zählen beispielsweise die Lektüren Effie Briest von Theodor Fontane, die gesellschaftlich geächtet und von ihren Eltern sogar bis kurz vor ihrem Tod verstoßen wird, oder auch Emilia Galotti von Gotthold Ephraim Lessing, welche schlussendlich ebenfalls stirbt. Das Bild von schwachen Frauen in der Literatur wird den Schülern somit suggeriert. Anhand dieser Tatsache lässt sich ein unkritischer Umgang mit dem schwachen weiblichen Geschlecht festmachen, und da dieser in den meisten Fällen im Unterricht nicht hinterfragt wird, nehmen die Schüler dieses Bild unreflektiert an.
1. EINLEITUNG: Einführung in die Thematik der Arbeit sowie Vorstellung der Forschungsfrage zur Gretchenfigur und dem damit verbundenen Wandel des Frauenbildes.
2. TERMINOLOGIE: Definition zentraler Begriffe wie Frauenbild und Frauenforschung, eingebettet in ihren historischen Kontext.
3. LITERARISCHE AUFFASSUNG DER GRETCHENFIGUR NACH GOETHE: Detaillierte Analyse der Entstehungsgeschichte, der Rolle Gretchens im Originalwerk und des historischen Frauenbildes zur Goethezeit.
4. DIE GRETCHENFIGUR IN DER REZEPTIONSGESCHICHTE: Untersuchung der Wandlungen der Gretchenfigur in Kunst und Literatur von der Romantik bis zur Moderne.
5. INSZENIERUNG „FAUST I“ VON NICOLAS STEMANN: Analyse der Stemannschen Interpretation und der Darstellung Gretchens in Bezug auf das moderne Frauenbild.
6. INZENIERUNG „FAUST I“ VON ENRICO LÜBBE: Auseinandersetzung mit Lübbes Inszenierung und der Rolle der Gretchenfigur in einer zeitgenössischen, emanzipierten Lesart.
7. FAZIT: Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse und abschließende Beantwortung der Leitfrage zum Wandel des Frauenbildes.
Gretchenfigur, Frauenbild, Faust, Johann Wolfgang von Goethe, Emanzipation, Frauenforschung, Rezeptionsgeschichte, Stemann, Lübbe, Geschlechterrollen, Sturm und Drang, Feminismus, Weiblichkeit, Literaturgeschichte, Identitätsfindung.
Die Arbeit analysiert die Gretchenfigur aus Goethes Faust und untersucht, wie sich deren Darstellung im Laufe der Zeit auf das jeweilige Frauenbild der Epochen schließen lässt.
Zentrale Themen sind die literarische Analyse von Faust I, das Frauenbild um 1800, die Entwicklung der Frauenforschung und die moderne Rezeption der Gretchenfigur in aktuellen Theaterinszenierungen.
Die Forschungsfrage lautet: Inwiefern lässt sich anhand der Gretchendarstellung auf das Frauenbild der jeweiligen Zeit schließen?
Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse des Originaltextes mit einer vergleichenden Untersuchung zweier moderner Inszenierungen (Stemann und Lübbe) kombiniert.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Goetheschen Auffassung, die Rezeptionsgeschichte sowie eine vertiefende Untersuchung der Inszenierungen von Nicolas Stemann und Enrico Lübbe.
Schlüsselbegriffe sind vor allem Gretchenfigur, Frauenbild, Emanzipation, Faust-Mythos und Rezeptionsgeschichte.
Stemann inszeniert Gretchen nicht als naives Kind, sondern als emanzipierte Frau, die aktiv aus ihrem tristen Leben ausbrechen möchte und sich vom traditionellen Frauenbild löst.
Bei Lübbe wird die Figur des Mephisto gestrichen und durch diabolische Entitäten wie Sorge, Mangel, Not und Schuld ersetzt, was das Böse als Teil des Menschen interpretiert.
Die Gretchenfrage verdeutlicht den Konflikt zwischen Gretchens religiösem Weltbild und Fausts Wissensdrang, was als Indikator für ihr Selbstverständnis in der damaligen Zeit dient.
Der Titel hinterfragt, ob die Darstellung von Gretchen ein passives Opfer oder ein emanzipiertes Subjekt zeigt, was direkt mit den Forderungen und Fortschritten der Frauenbewegung korreliert.
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