Bachelorarbeit, 2021
62 Seiten, Note: 1,7
0 Einleitung
1 Der Wirkungsbereich der Frau im oikos
1.1 Definition oikos
1.2 Verwaltung und Organisation
1.2.1 Die Funktion der Frau als „Hüterin des Hauses“
1.2.2 Das Idealbild der „schönen Gastgeberin“
1.2.3 Zugriff auf Gelder und Wertgegenstände
1.3 Textilproduktion als Kerntätigkeit der Frau
1.3.1 Das Handwerk der Frau
1.3.2 Die religiöse Relevanz der Textilproduktion
1.4 Wertschätzung der weiblichen Tätigkeiten
1.5 Sklavenhaltung im oikos
1.5.1 Aufgaben weiblicher Sklaven
1.5.2 Besonderheiten von Ammen
1.6 Zwischenfazit
2 Der Wirkungsbereich der Frau im Familien- und Eheleben
2.1 Grundstrukturen der Ehe
2.1.1 Eheschließung
2.1.2 Mitgift
2.1.3 Scheidung
2.2 Kinder gebären als Hauptaufgabe der Ehefrau und Ziel der Ehe
2.2.1 Das Idealbild der Ehefrau und Mutter
2.2.2 Legitime Erbschaft
2.3 Erziehung und Bildung der Mädchen
2.3.1 Abgrenzung und Unterschiede zur Knabenerziehung
2.3.2 Fertigkeiten der Mädchen im Haushalt
2.3.3 Sapphos Lehren und Ideale einer vornehmen Frau
2.3.4 Sport und musische Bildung
2.3.5 Religiöses Wissen
3 Fazit
Diese Bachelorarbeit untersucht das Rollenbild der Frau im antiken Griechenland, wobei der Schwerpunkt auf den literarischen Darstellungen der Archaik und Klassik liegt. Ziel ist es, die spezifischen Wirkungsbereiche der Frau innerhalb des oikos und des Familienlebens zu analysieren und kritisch zu hinterfragen, inwieweit diese Rollenzuschreibungen soziale oder patriarchale Konstrukte widerspiegeln.
1.1 Definition oikos
Der oikos kann als „Landgut“ oder „Haushalt“ übersetzt werden. Im sozialen Kontext kann er als „Familie“ gedeutet werden. Er wurde in jeder Generation durch einen verheirateten Sohn oder eine verheiratete Tochter gegründet und symbolisierte Beständigkeit und Kontinuität der Familie. Die leiblichen oder adoptierten Kinder aus einem Ehebündnis wurden in den oikos des Vaters aufgenommen. Nach der Geburt eines Kindes konnte dieses durch das Geburtenritual der amphidrómia in oikos aufgenommen werden. Der oikos führte die Abstammungslinie und Namensherkunft des Mannes weiter, wohingegen seitens der Ehefrau eine Mitgift beigesteuert wurde. Aufgrund der gesetzlich und moralisch verpflichteten Mitgift hatte eine Eheschließung wirtschaftliche Beweggründe, denn sie bedeutete eine Kapitalzufuhr und beeinflusste das Grundvermögen des oikos. Für die Familien in Griechenland bestand eine soziale Verpflichtung den Haushalt in der nächsten Generation weiterzuführen, um den eigenen Ahnenkult und Familienbesitz aufrecht zu erhalten. Diese Kontinuität habe sich in der Priorität legitimer Nachkommen ausgedrückt, ohne welche der oikos unvollständig gewesen sei. In den Altertumswissenschaften lassen sich an dem Untersuchungsgegenstand des oikos die Rollenverteilungen und genderspezifischen Aufgabenbereiche von Mann und Frau anschaulich ausdifferenzieren. Der oikos wird von P. BRULÉ als „Werkstätte der Frau“ bezeichnet, weil sie für die inneren Pflichten und Arbeiten des Hauses verantwortlich war. Er argumentiert zudem für eine Gleichwertigkeit der Tätigkeiten von Mann und Frau. Dennoch wurde in der hierarchisierenden Gesellschaftsordnung der Antike die Tätigkeiten der Politik über die des Haushaltes gestellt.
0 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des antiken Frauenbildes ein und definiert die methodische Herangehensweise durch die Analyse antiker Literatur.
1 Der Wirkungsbereich der Frau im oikos: Dieses Kapitel untersucht die Rolle der Frau als Hüterin des Hauses, ihre Aufgaben in der Verwaltung und ihre zentrale Bedeutung bei der Textilproduktion.
2 Der Wirkungsbereich der Frau im Familien- und Eheleben: Hier werden die rechtlichen Strukturen der Ehe, die Bedeutung der Mutterschaft sowie die Erziehung und Bildung junger Mädchen im antiken Griechenland dargelegt.
3 Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und stellt fest, dass das antike Frauenbild durch soziale Konstrukte geprägt war, die eine deutliche Trennung der Lebensbereiche von Mann und Frau vorsahen.
Frauenbild, Antikes Griechenland, oikos, Ehefrau, Mutter, Textilproduktion, Sklavenhaltung, Patriarchat, Erziehung, Bildung, Sappho, Penelope, soziale Rolle, Haushalt, Geschlechtertrennung
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Rollenbild der Frau im antiken Griechenland, insbesondere in den Epochen der Archaik und Klassik.
Die zentralen Themenfelder sind die häusliche Sphäre (oikos), die Rolle der Frau in der Ehe und Familie, ihre wirtschaftlichen Tätigkeiten wie die Textilproduktion sowie ihre Erziehung und Bildung.
Ziel ist es, die Wirkungsbereiche der Frau anhand literarischer Darstellungen zu analysieren und zu prüfen, inwieweit diese Rollen konstruiert oder gesellschaftlich bedingt waren.
Die Arbeit basiert auf einer literaturwissenschaftlichen Analyse antiker Primärquellen wie Homer, Hesiod, Sappho und den Werken klassischer Komödiendichter, ergänzt durch relevante Fachliteratur.
Im Hauptteil werden der oikos als Wirkungsort, die Aufgaben der Hausfrau, die Stellung von Sklavinnen, die rechtlichen und sozialen Strukturen der Ehe sowie die Erziehungsziele für Mädchen detailliert untersucht.
Zu den Schlüsselwörtern zählen: Frauenbild, oikos, Antike, Patriarchat, Textilproduktion, Ehe, Erziehung und Geschlechterrollen.
Während beide rechtlich dem Hausherrn unterstellt waren, hatten Ehefrauen eine höhere soziale Stellung als Hüterinnen des Hauses, wohingegen Sklavinnen als rechtloses Besitzgut betrachtet wurden.
Sie war die Kernaufgabe der Frau, die nicht nur wirtschaftlich notwendig war, sondern auch als Ausdruck weiblicher Tugend und religiöser Hingabe galt.
Die Ehe diente der Sicherung des Familienbesitzes, dem Ahnenkult und der Zeugung legitimer Nachkommen zur Erhaltung der sozialen Strukturen.
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