Masterarbeit, 2020
106 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Präklinische Versorgung
2.1 Organisation, Aufbau und gesetzliche Grundlagen
2.2 Rettungsleitstelle
2.3 Nichtärztliches Personal
2.4 Ärztliches Personal
2.5 Schnittstellen in der präklinischen Versorgung
2.6 Qualität in der präklinischen Versorgung
3 Telemedizin
3.1 Telemedizin in der präklinischen Versorgung
3.2 Entwicklung der Telemedizin
3.3 Telenotarzt
3.4 Telenotarztkonzepte
3.4.1 Telenotarzt Aachen
3.4.2 Telenotarzt Straubing
3.4.3 Telenotarzt Gießen/Marburg
3.4.4 Telenotarzt Vorpommern-Greifswald
3.4.5 Telenotarzt in der Off-Shore-Versorgung
3.4.6 Telemedizin in den USA
3.4.7 Vergleich der Telenotarztsysteme
4 Präklinische Versorgung und Telemedizin
4.1 Die präklinische Telemedizin und ihre Auswirkungen
4.1.1 Telemedizin bei speziellen Notfallsettings
4.1.2 Telemedizin im holistischen Telenotarzt-Konzept
4.1.3 Diskussion der Auswirkungen der präklinischen Telemedizin
4.2 Expertenbefragung
4.2.1 Methode
4.2.2 Ergebnisse
4.2.3 Diskussion
4.3 Auswirkungen des Telenotarztes auf die Qualität in der präklinischen Versorgung
5 Fazit
Die Arbeit untersucht, ob der Einsatz von Telenotärzten (TNA) zur Steigerung der Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität in der präklinischen Notfallversorgung beitragen kann und welches Telenotarztsystem sich hierfür am besten eignet.
3.4.1 Telenotarzt Aachen
Das TNA-System aus Aachen ist nicht auf Tracerdiagnosen, wie Herzinfarkt oder Apoplex, beschränkt, sondern ist ein ganzheitliches System, um die ärztliche Expertise sofort an die Einsatzstelle zu bringen. Die Entwicklung dieses holistischen TNA-Systems gliederte sich in verschiedene Phasen (Brokmann et al., 2017b).
Das Projekt TemRas wurde in Nordrhein-Westfalen im Zeitraum von August 2012 bis Juli 2013 in einer Projektphase getestet und wissenschaftlich begleitet. Hierzu wurden insgesamt sechs RTW mit der nachfolgend beschriebenen Telematikinfrastruktur ausgestattet. Zwei dieser RTW wurden im städtischen Bereich und die restlichen vier im ländlichen Bereich eingesetzt (Brokmann et al., 2015). Eine Erstveröffentlichung von Bergrath et al. berichtet zunächst von fünf ausgestatteten RTW im ersten Monat des Projektes (Bergrath et al., 2013). Die primäre Dispositionsgrundlage der RLS zur Alarmierung und Entsendung der NA zur Einsatzstelle wurde nicht angepasst. Jedoch konnten die entsprechend ausgerüsteten Rettungsmittel jederzeit Unterstützung durch eine oder einen TNA anfordern. Die TNA standen in der ersten Projektphase werktags acht Stunden zur Verfügung. In der weiteren Phase wurde die Vorhaltung der TNA auf werktags zwölf Stunden ausgeweitet. Weiterhin wurden spezielle leitliniengerechte Verfahrensanweisungen erstellt und 14 TNA und 178 RettAss in einem Tagesseminar geschult.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Herausforderungen im deutschen Rettungswesen, wie Fachkräftemangel und steigende Einsatzzahlen, und führt das Konzept des Telenotarztes als mögliche telemedizinische Alternative ein.
2 Präklinische Versorgung: Dieses Kapitel erläutert den organisatorischen Aufbau und die gesetzlichen Grundlagen des deutschen Rettungssystems sowie die beteiligten Personalgruppen und Qualitätsdimensionen.
3 Telemedizin: Hier werden Definitionen und Einsatzgebiete der Telemedizin sowie verschiedene existierende Telenotarztkonzepte und deren technische Umsetzung detailliert beschrieben.
4 Präklinische Versorgung und Telemedizin: Dieses Hauptkapitel analysiert die Auswirkungen von TNA-Systemen auf die Qualität im Rettungsdienst, präsentiert die Ergebnisse der Expertenbefragung und diskutiert diese kritisch.
5 Fazit: Das Fazit beantwortet die Forschungsfrage und fasst die gewonnenen Erkenntnisse zur Eignung und Implementierung von Telenotarztsystemen zusammen.
Telenotarzt, TNA, präklinische Notfallversorgung, Rettungsdienst, Telemedizin, Qualitätsmanagement, Strukturqualität, Prozessqualität, Ergebnisqualität, Notfallsanitäter, Rettungsleitstelle, Expertenbefragung, Notfallmedizin, Telekonsultation, Patientensicherheit.
Die Arbeit untersucht, welchen Einfluss der Einsatz eines Telenotarztes auf die Versorgungsqualität in der deutschen Notfallrettung hat und wie verschiedene Systeme organisatorisch gestaltet sind.
Zu den zentralen Themen gehören die Struktur des Rettungsdienstes in Deutschland, die Definition und Messung von Qualitätsdimensionen, der Einsatz verschiedener Telemedizin-Technologien sowie die Auswertung von Expertenmeinungen zur TNA-Implementierung.
Die zentrale Frage ist, ob ein Telenotarztsystem zur Steigerung der Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität im Gesundheitswesen beiträgt und welches TNA-System für diesen Zweck am besten geeignet ist.
Der Autor kombiniert eine Literaturrecherche zum aktuellen Stand der Forschung mit einer explorativen, qualitativen Expertenbefragung von zwölf Fachleuten aus dem Rettungsdienst, der Leitstelle und der Notfallaufnahme.
Der Hauptteil befasst sich mit der Darstellung des konventionellen Rettungswesens, der technischen und organisatorischen Entwicklung von Telemedizin-Projekten (z.B. Aachen, Straubing) und der detaillierten Diskussion der Auswirkungen auf die Qualitätsdimensionen.
Wichtige Begriffe sind Telenotarzt (TNA), Qualitätsdimensionen (Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität), Rettungsdienst, Telemedizin, Notfallversorgung und Expertenbefragung.
Experten fordern primär eine fundierte Ausbildung und kontinuierliche Schulung der beteiligten Akteure, technische Zuverlässigkeit sowie standardisierte Einsatzabläufe, um die Prozessqualität zu sichern.
Der Autor betont, dass Telenotärzte idealerweise Fachärzte für Anästhesiologie mit der Zusatzbezeichnung Notfallmedizin sein sollten, die zudem über umfangreiche praktische Erfahrung als Notarzt verfügen.
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