Bachelorarbeit, 2021
111 Seiten, Note: 1,7
Psychologie - Klinische Psychologie, Psychopathologie, Prävention
1 Einleitung
2 Psychoneuroimmunologie
2.1 Beschaffenheit und Grundfunktionen des Immunsystems
2.2 Stress
2.2.1 Biologisch-physiologische Erklärung von Stress
2.2.2 Psychologische Erklärung von Stress
2.3 Stress und Psychoneuroimmunologie
2.3.1 TH1-TH2-Shift
2.3.2 Silent inflammation
2.3.3 Sickness behavior
2.3.4 Zusammenfassung
2.4 Psychologische Komponenten vor dem Hintergrund der Psychoneuroimmunologie
2.4.1 Positivfaktoren für das Immunsystem
2.4.2 Stressmanagement
2.4.3 Achtsamkeit
2.4.4 Musiktherapie
2.4.5 Expressives Schreiben
2.4.6 Psychotherapie
2.5 Psychoneuroimmunologie und Krebserkrankungen
2.5.1 Zusammenhang von Psychoneuroimmunologie und Krebs
2.5.2 Leitlinienprogramm der Psychoonkologie für Erwachsene
2.5.3 Psychoonkologische Interventionen der S3-Leitlinie Psychoonkologie
3 Methodik
3.1 Wahl der qualitativen Forschungsmethode – Expertenbefragung
3.2 Vom Leifaden-Interview zur „schriftlichen Expertenbefragung“
3.3 Auswahl der Experten
3.4 Auswertungsmethode – Qualitative Inhaltsanalyse
3.4.1 Kategorienbildung und -definition
3.4.2 Leitfaden bzw. Fragenkonzeption
4 Darstellung und Interpretation der Ergebnisse
4.1 Darstellung und Analyse der Expertenbefragung
4.2. Zusammenfassung und Empfehlungen
6 Diskussion
7 Ausblick
Die Arbeit untersucht, inwieweit Erkenntnisse der Psychoneuroimmunologie (PNI) in die psychosoziale Betreuung onkologischer Patienten durch Behandelnde einfließen. Ziel ist es, mittels einer Expertenbefragung den aktuellen Stand der praktischen Umsetzung dieses Wissens zu erfassen und Empfehlungen für eine bessere Integration in den Behandlungsalltag abzuleiten.
2.4.1 Positivfaktoren für das Immunsystem
Mit Unterstützung der Positivfaktoren steht die Reduzierung der Negativfaktoren wie Depression und Angst und den damit verbundenen Symptomen im Vordergrund. Sie sind grundsätzlich Bestandteil aller Therapieformen. Im Zusammenhang mit Stressbewältigung nimmt der Optimismus innerhalb der PNI-Forschung eine besondere Stellung ein. Ein Optimist zeichnet sich grundsätzlich durch eine Tendenz zu einer positiven Erwartungshaltung aus. Während ein Optimist „in schwierigen Zeiten den bestmöglichen Ausgang einer Situation erhofft“, äußern Pessimisten das Gegenteil. Sie vermuten stets, dass „in ihrem Fall natürlich etwas schief geht“ (Solberg Nes/Segerstrom, 2018, S. 169). Es ist anzumerken, dass es zwar extreme Ausprägungen von Optimismus und Pessimismus gibt, i. d. R. jedoch die Mehrzahl der Menschen Lebensbereiche haben, in denen sie entweder optimistischer oder pessimistischer sind (bspw. Sport, Beruf, Gesundheit).
Die gesundheitszuträgliche Wirkung von Optimismus ist belegt (Solberg Nes/Segerstrom, 2018, S. 170): Eine hoffnungsgestimmte Grundhaltung hat einen positiven Effekt auf das Herz-Kreislauf-System, geht bei Kopf-Hals-Karzinomen mit einer geringeren Mortalität einher (Allison/Guichard/Fung et al., 2003, S. 543) und einem langsameren Krankheitsverlauf bei einer HIV-Infektion (Ironson/Balbin/Stuetzle et al., 2005, S. 8).
1 Einleitung: Die Einleitung begründet das Forschungsinteresse an der Psychoneuroimmunologie im onkologischen Kontext und definiert das Ziel der Arbeit, die praktische Relevanz mittels Expertenbefragungen zu untersuchen.
2 Psychoneuroimmunologie: Dieses Kapitel erläutert die physiologischen und psychologischen Grundlagen der PNI, die Bedeutung von Stress sowie verschiedene psychologische Einflussfaktoren und Interventionsmöglichkeiten bei Krebspatienten.
3 Methodik: Hier werden die Wahl der qualitativen Expertenbefragung sowie der Ablauf der Auswertung anhand der Inhaltsanalyse nach Mayring detailliert beschrieben und begründet.
4 Darstellung und Interpretation der Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die Antworten der befragten Experten, analysiert diese anhand der zuvor festgelegten Kategorien und führt eine abschließende Zusammenfassung der Ergebnisse durch.
6 Diskussion: Die Diskussion reflektiert die Untersuchungsergebnisse kritisch, beleuchtet die Limitationen der Arbeit (z.B. Stichprobengröße) und diskutiert die Diskrepanzen zwischen Theorie und Praxis.
7 Ausblick: Der Ausblick skizziert zukünftige Forschungsnotwendigkeiten und das Potenzial, psychologische Positivfaktoren im onkologischen Alltag gestärkt zur Unterstützung des Patientenwohlbefindens einzusetzen.
Psychoneuroimmunologie, Psychoonkologie, Immunsystem, Stress, Entzündung, Krebs, Stressmanagement, Optimismus, Selbstwirksamkeit, psychosoziale Unterstützung, Expertenbefragung, qualitative Inhaltsanalyse, Coping, Lebensqualität, Tumorbiologie.
Die Arbeit untersucht die Wechselwirkungen zwischen Psyche, Nervensystem und Immunsystem im Kontext der onkologischen Behandlung und wie Behandelnde dieses Wissen nutzen.
Die zentralen Themen sind Stressphysiologie, der Einfluss psychosozialer Faktoren auf den Krankheitsverlauf sowie aktuelle psychoonkologische Interventionsmöglichkeiten.
Das Ziel ist herauszufinden, inwieweit wissenschaftliche Erkenntnisse der Psychoneuroimmunologie bereits in der psychosozialen Betreuung onkologischer Patienten durch Fachpersonal berücksichtigt werden.
Es wurde eine qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring auf Basis von Expertenbefragungen (schriftliche Interviews mit Ärzten und Psychologen) durchgeführt.
Der Hauptteil umfasst eine tiefgehende theoretische Einführung in die PNI, die Erläuterung relevanter psychologischer Komponenten (wie Selbstwirksamkeit und Stressmanagement) und die detaillierte Auswertung der Experteninterviews.
Wichtige Begriffe sind Psychoneuroimmunologie, Psychoonkologie, Immunsystem, Stress, Selbstwirksamkeit, Coping und die qualitative Inhaltsanalyse.
Die Forschung zeigt, dass eine hohe Selbstwirksamkeit das subjektive Stresserleben reduziert, die Coping-Fähigkeiten stärkt und somit das durch Stress belastete Immunsystem entlastet.
Die Untersuchung ergab, dass Mediziner häufiger über den direkten Zusammenhang zwischen Stress und Entzündung aufklären, während die befragten Psychologen diesen Aspekt in ihrer direkten Patientenkommunikation eher weniger fokussieren.
Es handelt sich um ein niedrigschwelliges, wissenschaftlich belegtes Verfahren zur Emotionsregulation bei Traumata, das jedoch laut den Expertenbefragungen bisher kaum aktiv empfohlen wird.
Die Experten wünschen sich keine rein theoretischen Informationen, sondern praxisnahe Anleitungen und bildliche Erklärungsmodelle, um PNI-Wissen effektiv und lebenspraktisch an ihre Patienten weiterzugeben.
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