Bachelorarbeit, 2021
104 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Die Bedeutung von Sexualität, Gesundheit und schulischer Sexualaufklärung
2.1 Begriffsabgrenzung: Sexualität und sexuelle Gesundheit
2.2 Präventive und gesundheitsförderliche Sexualaufklärung
2.3 Kritik am Begriff Sexualaufklärung
2.4 Schulische Sexualaufklärung – Definition und Voraussetzungen
3 Sexualerziehung an Schulen in Deutschland
3.1 Das Schulrecht am Dreieck – Schule, Eltern und Staat
3.2 Sexualerziehung in Bayern und Nordrhein-Westfalen
4 Zeitgemäße Einflussfaktoren auf schulische Sexualerziehung
4.1 Bildungsdigitalisierung und digitale Medien in der Schule
4.2 Digitale Sexualaufklärung und Medienkompetenz
5 Ein Ländervergleich der schulischen Sexualerziehung mit Fokus auf digitalen Medien
5.1 Inhalte der Richtlinie für Schulen in Bayern
5.2 Inhalte der Richtlinie für Schulen in Nordrhein-Westfalen
5.3 Kritische Gegenüberstellung der Richtlinien
6 Aktueller Forschungsstand und Forschungsdesiderat zur schulischen Sexualaufklärung sowie Sexualität und Medien
6.1 Forschungsstand zur schulischen Sexualaufklärung
6.2 Forschungsstand zu Sexualität und Medien
6.3 Zusammenfassung des aktuellen Forschungsstandes
7 Fragestellung und Hypothesen
8 Methodik
8.1 Datenerhebung
8.2 Datenauswertung
9 Darstellung der Ergebnisse
9.1 Ergebnisse der Lehrer:innen
9.1.1 Fragen zur Schule und Sexualkunde
9.1.2 Fragen zur Ausbildung der Lehrkraft über Sexualität
9.1.3 Fragen zum Sexualkundeunterricht
9.1.4 Fragen zu den Themenfeldern im Sexualkundeunterricht
9.1.5 Ergänzende Fragen an die Lehrer:innen
9.2 Ergebnisse der Schüler:innen
9.2.1 Fragen zum Sexualkundeunterricht
9.2.2 Fragen zu den Themenfeldern im Sexualkundeunterricht
9.2.3 Ergänzende Fragen an die Schüler:innen
10 Diskussion der Ergebnisse
11 Resümee und Schlussfolgerungen
Die Arbeit untersucht den aktuellen Status quo des schulischen Sexualkundeunterrichts in Bayern und Nordrhein-Westfalen. Ziel ist es, Diskrepanzen in der Vermittlung von Sexualerziehung aufzuzeigen, insbesondere im Kontext des technologischen Wandels und der Digitalisierung.
1 Einleitung
Die aktuelle epidemiologische Lage in Deutschland bezüglich sexuell übertragbarer Infektionen (STI) zeigt auf, dass die Zahl der HIV-Neudiagnosen steigt sowie ein vermehrtes Wachstum an Syphilisinfektionen und Gonokokkeninfektionen vorliegt (vgl. Bremer et al. 2017: 954). Gerade einmal 11 % aller unter 25-Jährigen werden jährlich auf Chlamydien getestet (vgl. ebd.: 954). Dies zeigt auch die geringe Bekanntheit und das fehlende Wissen über Chlamydien bei den 18- bis 35-Jährigen (vgl. Matthiesen et al. 2021). Beispielsweise sind ebenso wenig Menschen in Deutschland nicht über ihren HIV-Status informiert (vgl. Brockmeyer 2021). Weshalb Nordrhein-Westfalen im Rahmen der Bildungs- und Erziehungsarbeit, die Notwendigkeit erkannt hat, Schüler:innen über HIV und AIDS zu informieren und aufzuklären (vgl. Kultusministerium Nordrhein-Westfalen 1987).
Aufgrund dessen sind ausgebildete, fachkundige und willige Lehrkräfte für die schulische Sexualaufklärung erforderlich (vgl. Schmidt 2014: 261). Der Sexualkundeunterricht ist jedoch nicht mehr nur ausschließlich an das Fach Biologie gebunden, sondern vielmehr multiperspektivisch zu verstehen, womit einige Lehrkräfte immer noch überfordert sind (vgl. Hierholzer 2021: 152ff). Dies liegt auch daran, dass angehende Lehrer:innen heutzutage immer noch eine eher zufällige sexualpädagogische Bildung erhalten, da diese stark von den Eigenangeboten sowie dem persönlichen Interesse der Dozenten abhängt (vgl. Siemoneit 2021: 65f). Martin schreibt insofern zu Recht kritisch, dass „Bildungsangebote mit sexualitätsbezogenen Inhalten in den Grundqualifikationen zu erzieherischen, lehrenden oder pädagogischen Berufen und in den entsprechenden Studiengängen fehlen“ (Martin 2017: 165), wobei doch Sexualität heutzutage als ein Querschnittsthema im Bereich Bildung präsent ist.
1 Einleitung: Beleuchtung der epidemiologischen Relevanz von Sexualaufklärung und der aktuellen Herausforderungen im Bildungssystem.
2 Die Bedeutung von Sexualität, Gesundheit und schulischer Sexualaufklärung: Theoretische Herleitung des Begriffs der sexuellen Gesundheit und deren Einbettung in moderne Bildungskonzepte.
3 Sexualerziehung an Schulen in Deutschland: Darstellung der rechtlichen Ausgangslage und des Zusammenspiels von Schule, Eltern und Staat.
4 Zeitgemäße Einflussfaktoren auf schulische Sexualerziehung: Analyse des Einflusses der Digitalisierung und der Notwendigkeit von Medienkompetenz.
5 Ein Ländervergleich der schulischen Sexualerziehung mit Fokus auf digitalen Medien: Kritische Gegenüberstellung der Richtlinien und Handreichungen in Bayern und NRW.
6 Aktueller Forschungsstand und Forschungsdesiderat zur schulischen Sexualaufklärung sowie Sexualität und Medien: Zusammenfassung bestehender Studien und Ableitung des Forschungsbedarfs.
7 Fragestellung und Hypothesen: Formulierung der zentralen Forschungsfragen und zu überprüfenden Hypothesen für die empirische Untersuchung.
8 Methodik: Beschreibung des Forschungsdesigns, der Datenerhebung durch Online-Fragebögen und der Auswertungsmethoden.
9 Darstellung der Ergebnisse: Präsentation und statistische Auswertung der Befragungsdaten von Lehrkräften und Schüler:innen.
10 Diskussion der Ergebnisse: Interpretation der Befunde im Kontext der Hypothesen und der theoretischen Grundlagen.
11 Resümee und Schlussfolgerungen: Fazit der Arbeit und Handlungsempfehlungen für die Gestaltung eines zukunftsfähigen Sexualkundeunterrichts.
Sexualerziehung, Sexualaufklärung, schulischer Sexualkundeunterricht, digitale Bildung, Medienkompetenz, sexuelle Gesundheit, Bildungsföderalismus, Bayern, Nordrhein-Westfalen, Prävention, Sexualität und Medien, Lehrpläne, Online-Befragung, Jugendsexualität, Bildungsauftrag.
Die Arbeit untersucht den aktuellen Status quo und die Qualität des schulischen Sexualkundeunterrichts in Deutschland mit einem vergleichenden Fokus auf die Bundesländer Bayern und Nordrhein-Westfalen.
Zentrale Aspekte sind die gesetzlichen Regelungen, die Ausgestaltung der Sexualerziehung, der Einfluss von Digitalisierung und digitalen Medien sowie die Bedarfe von Lehrkräften und Schülerschaft.
Die Arbeit fragt, ob der schulische Sexualkundeunterricht in Deutschland unter Berücksichtigung des digitalen Wandels "digital, kongruent und aktuell" gestaltet ist.
Die Autorin führte eine quantitative empirische Untersuchung mittels Online-Befragungen durch, an der Schüler:innen und Lehrkräfte aus Bayern und NRW teilnahmen.
Der Hauptteil umfasst eine theoretische Fundierung, einen detaillierten Vergleich der Länderrichtlinien sowie eine ausführliche Analyse der empirischen Daten zu den Themenfeldern des Unterrichts.
Die wichtigsten Schlagworte sind Sexualerziehung, Bildungsföderalismus, digitale Sexualaufklärung, Medienkompetenz und sexuelle Gesundheit.
Die Ergebnisse zeigen, dass in NRW mehr zeitliche Ressourcen für Sexualkunde zur Verfügung stehen und der Unterricht eher durch ein emanzipatorisches, auf Vielfalt fokussiertes Bild geprägt ist, während Bayern einen traditionelleren, kompetenzorientierten Ansatz verfolgt.
Obwohl das Internet eine zentrale Informationsquelle für Jugendliche ist, zeigt die Studie, dass digitale Medien im Unterricht kaum genutzt werden und sowohl Lehrkräfte als auch Schüler:innen teilweise zögerlich gegenüber deren Integration in den Sexualkundeunterricht stehen.
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