Bachelorarbeit, 2019
65 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Vom Konsum zur Sucht
2.1. Geschichte des Alkohols
2.2. Alkoholkonsum – Zahlen und Fakten
2.3. Alkoholmissbrauch – Konsum mit Folgen
2.4. Alkoholabhängigkeit – Ein Überblick
3. Rollenverteilung in einer alkoholbelasteten Familie
3.1. Alkoholabhängiger Elternteil
3.2. Co-abhängiger Elternteil
3.3. „Vergessene Kinder“
4. Auswirkungen auf das Kindeswohl
4.1. Entwicklungsstörungen
4.1.1. Intelligenz
4.1.2. Sprache
4.1.3. Weitere kognitive Leistungen
4.2. Verhaltensstörungen
4.2.1. Aufmerksamkeitsstörungen und Hyperaktivität
4.2.2. Störung des Sozialverhaltens
4.2.3. Auffälliges Verhalten
4.2.4. Ängste und Depressionen
4.2.5. Somatische und psychosomatische Störungen
4.3. Schwierigkeiten in der Sozialkompetenz
4.3.1. Interpersonelle Problemlösungskompetenz
4.3.2. Soziale Interaktion und Beziehungsgestaltung
4.4. Seelische Auswirkungen
4.4.1. Ich-Gefühl
4.4.2. Eigene Emotionen
4.4.3. Vernachlässigung und Misshandlung
4.4.4. Vertrauen
4.4.5. Selbstwert
4.5. Exkurs ins Erwachsenenalter
5. Unterstützung für Kinder
5.1. Amtliche Maßnahmen
5.2. Soziales Hilfesystem
5.3. Therapeutische Hilfen
6. Schlussbetrachtung
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht die negativen Auswirkungen des Aufwachsens in einer alkoholbelasteten Familie auf Kinder im Alter zwischen drei und zwölf Jahren. Ziel der Arbeit ist es, die bestehende Literatur zusammenzuführen und gegenüberzustellen, um das Bewusstsein für die Lebenssituation dieser Kinder zu schärfen und Problemfelder im aktuellen Hilfesystem aufzudecken.
3.3. „Vergessene“ Kinder
„Wenn Leute sagen, ihre Kinder nehmen keinen Schaden durch diese Sucht, dann ist das nicht wahr. Weil das Kind sich ausrichtet in seinem Verhalten, ausrichten muß. Das ist lebensnotwendig. Auf einen schlechtgelaunten Vater kannst du dich einstellen, nicht so einfach, aber du lernst nach einer Weile, wie du mit ihm umzugehen hast, ohne zuviel anzuecken. Das ist weitgehend <berechenbar>. Das kannst du nicht bei einem Suchtkranken, weil der ja unberechenbar ist, mal ganz lieb. Du kannst mit ihm reden, plötzlich wird er wütend, hat am nächsten Tag alles vergessen. Diese Unberechenbarkeit ist für das Kind das Schlimmste. Alles ist unberechenbar, die Mutter auch in meinem Fall. Denn ihr Verhalten richtete sich ja nach dem Hauptproblem: mein Vater. Und der sowieso. Ja, und dann guckst du dich um, und dann siehst du zu, dass du da durchkommst. Kinder, wie auch immer sie sich verhalten, sind ständig in Gefahr anzuecken. Wenn sie sich nun gar nicht verhalten, dann kann ja nichts passieren!
Sie merken sich, daß der Alkoholiker unheimlich stimmungsabhängig ist. Nur, er ist ja nicht kalkulierbar, nicht beeinflußbar. Und das bekommen Kinder auf jeden Fall nicht mit, wenigstens hab ich das als Kind nicht mitbekommen. Das hab ich nicht gewußt.
(Herma, 40 Jahre, zit. n. Lambrou, 1990, S. 39)
1. Einleitung: Die Verfasserin motiviert die Arbeit durch ihre eigene Lebensgeschichte und definiert den Fokus auf Kinder zwischen drei und zwölf Jahren in Familien mit mindestens einem alkoholabhängigen Elternteil.
2. Vom Konsum zur Sucht: Dieses Kapitel erläutert die geschichtliche Entwicklung des Alkoholkonsums sowie die medizinischen und diagnostischen Kriterien von Alkoholmissbrauch und -abhängigkeit.
3. Rollenverteilung in einer alkoholbelasteten Familie: Es wird analysiert, wie sich Dynamiken innerhalb der Familie verändern und welche spezifischen Rollen Kinder (z.B. „Helden“ oder „Clowns“) einnehmen, um zu überleben.
4. Auswirkungen auf das Kindeswohl: Dieses Kapitel detailliert die negativen Folgen, insbesondere Entwicklungs- und Verhaltensstörungen sowie Schwierigkeiten bei der Sozialkompetenz und seelische Belastungen.
5. Unterstützung für Kinder: Eine Übersicht über verfügbare Hilfsstrukturen, unterteilt in amtliche Maßnahmen, soziale Hilfesysteme und therapeutische Ansätze.
6. Schlussbetrachtung: Die Forschungsfrage wird bejaht, das Leiden der Kinder verdeutlicht und ein Appell für eine bessere Aufklärung und Vernetzung der Hilfesysteme ausgesprochen.
Alkoholismus, Kinder aus Suchtfamilien, Co-Abhängigkeit, Kindeswohl, Familienkrankheit, Verhaltensstörungen, Entwicklungsstörungen, Sozialkompetenz, Resilienz, Jugendhilfe, Suchtberatung, Psychotherapie, Trauma, Vernachlässigung, Familiensystem.
Die Arbeit befasst sich mit der Situation von Kindern, die in einer Familie mit mindestens einem alkoholabhängigen Elternteil aufwachsen, und den daraus resultierenden Auswirkungen auf ihr Wohlbefinden.
Die zentralen Themen umfassen die Suchtentwicklung bei Eltern, die Rollenverteilung innerhalb betroffener Familien, die psychischen und sozialen Folgen für die Kinder sowie das existierende Hilfesystem.
Das Ziel ist die Untersuchung der Frage, ob sich das Leben mit einem alkoholabhängigen Elternteil negativ auf die Entwicklung von Kindern zwischen dem dritten und zwölften Lebensjahr auswirkt und welche Unterstützungsmöglichkeiten bereitstehen.
Die Autorin nutzt eine literaturgestützte Analyse, um vorhandene wissenschaftliche Ansätze und Erkenntnisse zusammenzuführen und gegenüberzustellen.
Der Hauptteil analysiert die Suchtentwicklung, die familiäre Rollenverteilung, die vielfältigen Entwicklungs- und Verhaltensstörungen bei Kindern sowie die Möglichkeiten der amtlichen, sozialen und therapeutischen Unterstützung.
Zu den prägenden Begriffen zählen Alkoholismus, Kinder aus Suchtfamilien, Co-Abhängigkeit, Kindeswohl, Familiensystem, Resilienz und Jugendhilfe.
Kinder nehmen oft unbewusst Rollen wie den "Helden", den "Sündenbock", das "verlorene Kind" oder den "Clown" ein, um die familiäre Instabilität zu bewältigen.
Es existiert ein unausgesprochenes Schweige-Tabu in der Familie. Kinder haben Angst vor Konsequenzen und erleben zudem häufig Schamgefühle, da sie versuchen, das Bild der "normalen" Familie nach außen zu wahren.
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