Bachelorarbeit, 2016
72 Seiten, Note: 1,4
Einleitung
A. Wissenschaftliche Definitionen, Rahmenbedingungen und Verortungen
1. Soziale Arbeit mit Familien
1.1 Problemlagen in Familien
1.2 Rechtliche Grundlagen
1.3 Sozialpädagogische Familienhilfe
1.3.1 Meldung durch Dritte
1.3.2 Meldung durch die Familie selbst
2. Theoretische Grundlagen für die Sozialpädagogische Familienhilfe
2.1 Lebenswelttheorie
2.2 Systemischer Ansatz
2.3 Wirksamkeitsfaktoren für Erzieherische Hilfen
3. Die Heimat des Externalisierens: Narrative Therapie nach Michael White
3.1. Externalisieren macht das Problem zum Problem
3.2. Metaphern – Mit Sprache externalisieren
3.3 Identität eine Konstruktion der Lebenswelt
3.3.1 Das Verständnis von Identität im Laufe der Geschichte
3.3.2 Kultur und Identität entstehen durch Narrationen
3.3.3 Narration als Basis der Kultur und Identität
3.3.4 Konstruktion der Lebensgeschichte
B Externalisieren in der Sozialpädagogischen Familienhilfe - Praxisbeispiele
4. Kreative Anwendungsmöglichkeiten des Externalisierens
4.1. Im Spiel
4.2 Externalisieren über Schreiben
5. Anwendung in der sozialpädagogischen Familienhilfe
5.1 Mit der gesamten Familie „Externalisieren im Spiel“
5.2 Mit einzelnen Mitgliedern der Familie „Die vier Fragekategorien“
5.3 Die Verwendung von externalisierenden Metaphern um Problemlagen zu beschreiben am Beispiel des Bilderbuchs „Der Schal der immer länger wurde“
6. Reflexion der Technik im Kontext Sozialpädagogischer Familienhilfe
6.1 Haltung der Familienhelfer_in
6.2 Grenzen
Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial und die Anwendung der Externalisierung als fachliche Technik innerhalb der sozialpädagogischen Familienhilfe. Ziel ist es darzustellen, wie durch die narrative Distanzierung vom Problem die Identitätskonstruktion gestärkt und neue Handlungsoptionen für betroffene Familien eröffnet werden können.
3.1. EXTERNALISIEREN MACHT DAS PROBLEM ZUM PROBLEM
Michael White hat 1984 für die narrative Therapie die Methode des “Externalisieren” eines Problems entwickelt. Bei der Arbeit mit Familien mit jüngeren Kindern, die unterschiedliche chronische Probleme hatten, stellte er die Bedeutung der Externalisierung von Problemen fest. Für seine Veröffentlichung zu dem Thema, wählte er als Beispiel die Enkopresis, die mit den Gefühlen von Versagen, Scham, Hoffnungslosigkeit, Erschöpfung und Frustration verknüpft ist. An diesem Beispiel konnte er gut demonstrieren, wie im Rahmen der Externalisierung des Problems, Familienmitglieder aktiv und kooperativ an der Lösung des Problems arbeiten (vgl. White, 2010:31). Gerade mit Kindern gelang das Externalisieren sehr leicht, da sogar Kinder im Vorschulalter diese Technik intuitiv erfassen (vgl. Herrmann, 2015:67).
Externalisieren löst das Problem von der Person bzw. den Beziehungen und erreicht dadurch Objektivierung oder Personifizierung des Problems. Es wird von der Annahme ausgegangen, dass nicht die Person oder die Beziehung das Problem ist, sondern das Problem ist das Problem. Nicht der Mensch ist depressiv, sondern er hat eine Depression, die ihn ab und zu besucht.
Am Beispiel von Jeffrey zeigt er auf wie ein Problem externalisiert werden kann:
Jeffrey hat ADHS. Er und seine Eltern suchen White auf. Dieser fordert Jeffrey auf sein ADHS zu malen. Er tut dieses und nennt es in den folgenden Sitzungen AHS. In diesen geht es darum das AHS kennen zu lernen und zu erkunden (White, 2010:20ff.)
Jeffrey hat aus „Ich habe ADHS“ ein „Ich habe ein AHS, das mich manchmal besuchen kommt“ gemacht. Alice Morgan beschreibt den sprachlichen Externalisierungsprozess so: „In these initial attempts as externalising conversations, two words were my companions if all else seemed to go astray. These words ar „it“ and „the“. [...] Using these two words meant that the conversation was immediately externalised. [...] For exapmle „worry“ becomes „The Worry“ [...]. These words became tools for helping seperate problems from people“ (Morgan, 2002:89).
Soziale Arbeit mit Familien: Dieses Kapitel erläutert die Problemlagen von Familien und die rechtlichen Rahmenbedingungen, die das Gerüst für die sozialpädagogische Familienhilfe bilden.
Theoretische Grundlagen für die Sozialpädagogische Familienhilfe: Hier werden die lebensweltorientierten und systemischen Ansätze als theoretisches Fundament der Familienhilfe vorgestellt.
Die Heimat des Externalisierens: Narrative Therapie nach Michael White: Der Abschnitt führt in die narrative Therapie ein, mit besonderem Fokus auf Sprachverwendung und Identitätskonstruktion.
Kreative Anwendungsmöglichkeiten des Externalisierens: Dieses Kapitel beschreibt spielerische und schriftliche Methoden, um Externalisierung jenseits des reinen Gesprächs zu nutzen.
Anwendung in der sozialpädagogischen Familienhilfe: Hier werden Fallbeispiele aus der Praxis diskutiert, um die konkrete Arbeit mit Kindern und Eltern zu verdeutlichen.
Reflexion der Technik im Kontext Sozialpädagogischer Familienhilfe: Das Abschlusskapitel reflektiert die Haltung der Fachkraft und die Grenzen der Externalisierung im professionellen Alltag.
Externalisierung, Sozialpädagogische Familienhilfe, Narrative Therapie, Michael White, Systemischer Ansatz, Identitätskonstruktion, Lebensweltorientierung, Kindeswohl, Metaphern, Familienarbeit, Empowerment, Ressourcenorientierung, Kommunikation, Professionelle Haltung, Fallbeispiele
Die Arbeit befasst sich mit der Anwendung der Externalisierungsmethode im Rahmen der sozialpädagogischen Familienhilfe, um Familien bei der Bewältigung von Problemen zu unterstützen.
Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen der narrativen Therapie, die Identitätsarbeit durch Sprache sowie die praktische Arbeit mit Familien in komplexen Lebenssituationen.
Ziel ist es, den Nutzen von Externalisierungstechniken aufzuzeigen, um durch die Trennung von Person und Problem neue Perspektiven und Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln.
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse systemischer und narrativer Theorien sowie auf eine qualitative Darstellung von Praxisbeispielen aus der sozialpädagogischen Arbeit.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, eine methodische Einführung in das Externalisieren und eine detaillierte Darstellung konkreter Anwendungsbeispiele.
Wichtige Begriffe sind Externalisierung, Soziale Arbeit, Identitätsarbeit, narrative Therapie, systemischer Ansatz und Ressourcenaktivierung.
Sie dient als Visualisierungsinstrument, um die Vielfalt der Identität von Klient_innen sichtbar zu machen und das Bewusstsein für vorhandene Ressourcen und Fähigkeiten zu stärken.
Das Kindeswohl hat Vorrang; Externalisierung hilft hier, die Familie zur Kooperation zu bewegen, ohne Schuldzuweisungen den Schutz des Kindes zu gewährleisten.
Es veranschaulicht metaphorisch den inneren Druck von Klient_innen und dient als sprachlicher Anker, um emotionale Ausbrüche frühzeitig zu reflektieren und kontrollierbar zu machen.
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