Magisterarbeit, 2005
124 Seiten, Note: 1,6
Medien / Kommunikation - Medien und Politik, Pol. Kommunikation
1 Einleitung
2 Theoretische Vorarbeit
2.1 Von der »Feindbild«-Ära zum »Kritischen Dialog« - Die Literatur
2.1.1 »Kampf der Argumente« - Huntington und seine Kritiker
2.1.2 »Feindbild Islam« – Tatsache oder Medienschöpfung?
2.1.3 »Über die Asymmetrie des Wissens« - islamkritische Stimmen
2.1.4 »Die Attitüde des Siegers« - pro-islamische Positionen
2.1.5 »Zwischen den Zeilen gelesen« - Untersuchungen der Presse
2.1.6 »Fokus I« - Islamischer Fundamentalismus
2.1.7 »Fokus II« - Die Parallelgesellschaft
2.2 Methodenfindung
2.2.1 »Die kritische Diskursanalyse«
2.2.2 »Eigener Ansatz«
2.3 »Die Zeitung« - eine Annäherung in vier Exkursen
2.3.1 Exkurs I - »Funktion und Aufgabe der Zeitungen«
2.3.2 Exkurs II - »Die Integrationswirkung von Zeitungen«
2.3.3 Exkurs III - »Die Wirkung von Pressefotos«
2.3.4 Exkurs IV - »Der Einfluss der Medien«
2.4 Auswahl der Publikationen
2.4.1 »Recht anständig?« - Die WELT
2.4.2 »Keine reine Nachricht?« - Frankfurter Allgemeine Zeitung
2.4.3 »Keine eindeutige Meinung?« - Süddeutsche Zeitung
2.4.4 »Die Gegenöffentlichkeit?« - „die tageszeitung“
2.4.5 »Zusammenfassung«
2.5 Themenwahl und Zeitrahmen
3 Quellenarbeit
3.1 Der Islam und Gewalt
3.1.1 Die WELT
3.1.2 Frankfurter Allgemeine Zeitung
3.1.3 Süddeutsche Zeitung
3.1.4 Die taz
3.2 Der Islam und Demokratie
3.2.1 Die WELT
3.2.2 Frankfurter Allgemeine Zeitung
3.2.3 Süddeutsche Zeitung
3.2.4 Die taz
3.3 Der Islam in Deutschland
3.3.1 Die WELT
3.3.2 Frankfurter Allgemeine Zeitung
3.3.3 Süddeutsche Zeitung
3.3.4 Die taz
3.4 Der Islam in Europa? – Der EU-Beitritt der Türkei
3.4.1 Die WELT
3.4.2 Frankfurter Allgemeine Zeitung
3.4.3 Süddeutsche Zeitung
3.4.4 Die taz
4 Ertrag
4.1 Die einzelnen Zeitungen
4.1.1 Die WELT
4.1.2 Frankfurter Allgemeine Zeitung
4.1.3 Süddeutsche Zeitung
4.1.4 Die taz
4.2 Synopse der Ergebnisse
4.3 Besonderheiten
5 Abschließende Betrachtung und Ausblick
6 Literaturverzeichnis
Die Arbeit untersucht, wie das politische Bild des Islam in deutschen überregionalen Tageszeitungen nach den Anschlägen vom 11. September 2001 in der Berichterstattung geformt wurde. Ziel ist es zu analysieren, ob die Medien ein differenziertes Verständnis fördern oder zur Zementierung von Feindbildern beitragen.
2.1.1 »Kampf der Argumente« - Huntington und seine Kritiker
Obwohl sich bereits in den siebziger Jahren zahlreiche Publikationen mit dem scheinbar konfliktträchtigen Gegensatz von christlich-abendländischer und islamischer Weltsicht befassten, ist es unumstritten, dass Samuel P. Huntingtons Werk »Clash of Civilizations« eine breite Debatte über reale und irreale Gefahren entfachte, die sich für die westlichen Gesellschaften insbesondere in den Staaten der islamischen Welt manifestieren.
Auch heute noch erfreut sich dieses Werk wiederkehrender Beachtung in Politik und Medien, der »Kampf der Kulturen« hat, zumindest in diesem geflügelten Wort, den Eingang in den Allgemeinbildungskanon gefunden. Und das, obwohl inzwischen unzählige Gegenentwürfe und Kritiken vorliegen, die sowohl eklatante inhaltliche als auch strukturelle Schwächen im Weltbild Huntingtons nachweisen konnten.
Huntingtons Buch war zunächst als Gegenentwurf zu Francis Fukuyama gedacht, der Anfang der neunziger Jahre „Das Ende der Geschichte“ erkannt zu haben glaubte. Fukuyama war sich sicher: Nach dem Ende des Kalten Krieges sei der Siegeszug der Demokratie nicht mehr aufzuhalten, es gehe dann nur noch darum, das Zusammenleben ökonomisch und technisch zu modifizieren. Huntington seinerseits fand, selten sei eine Prognose so schnell widerlegt worden.
Würde man Huntingtons Ausführungen über den Islam in einen Satz pressen, so lautete dieser: Die großen Konfliktherde der Zukunft werden nicht aus ideologischen oder ökonomischen Gegensätzen erwachsen, sondern vor allem aus kulturellen Unterschieden – die islamische Welt mit ihren »blutigen Rändern« rangiere als Gefahr für den Westen an oberster Stelle. Huntington sieht nach dem Ende des Kalten Krieges sogar einen „Aufschwung ethnischer Konflikte“ und betont, „gewaltsame Konflikte sind zwischen lokalen muslimischen und nichtmuslimischen Bevölkerungen gang und gäbe“.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die mediale Wahrnehmung des Islam nach den Ereignissen des 11. Septembers ein und stellt die Forschungsfragen bezüglich der Rolle der Tageszeitungen.
2 Theoretische Vorarbeit: Dieses Kapitel bietet einen Überblick über die literarische Debatte zum »Kampf der Kulturen« und erläutert die methodischen Grundlagen der qualitativen Diskursanalyse.
3 Quellenarbeit: Der Hauptteil analysiert detailliert die Berichterstattung über Gewalt, Demokratie, Integration und den EU-Beitritt der Türkei in vier ausgewählten überregionalen Zeitungen.
4 Ertrag: Hier werden die Einzelergebnisse der Zeitungsanalysen zusammengeführt und die methodischen Erkenntnisse mit den eingangs formulierten Fragen abgeglichen.
5 Abschließende Betrachtung und Ausblick: Dieses Kapitel resümiert die Entwicklung der journalistischen Berichterstattung und wagt einen Ausblick auf die Zukunft des gesellschaftlichen Diskurses über den Islam.
Islam, Feindbild, Journalismus, Medienanalyse, Terrorismus, Demokratie, Türkei, EU-Beitritt, Diskursanalyse, Integration, Parallelgesellschaft, Gewalt, Huntington, öffentliche Meinung, Pressefreiheit.
Die Arbeit analysiert, wie deutsche überregionale Tageszeitungen nach den Anschlägen vom 11. September 2001 über den Islam berichtet haben.
Die Schwerpunkte liegen auf den Diskursen zu den Themen Islam und Gewalt, Islam und Demokratie, dem Islam in Deutschland sowie der Debatte um den EU-Beitritt der Türkei.
Das Ziel besteht darin, herauszufinden, ob die Medien zur Verfestigung von Feindbildern beitragen oder eine differenzierte, integrative Sicht auf den Islam vermitteln.
Der Autor verwendet eine qualitative Textanalyse, die sich an der Kritischen Diskursanalyse (KDA) orientiert, um die medialen Darstellungsmuster zu bewerten.
Der Hauptteil widmet sich der Quellenarbeit, in der die Artikel der Zeitungen "Die WELT", "Frankfurter Allgemeine Zeitung", "Süddeutsche Zeitung" und "die tageszeitung" detailliert ausgewertet werden.
Schlüsselbegriffe sind Islamismus, Feindbild, Diskurs, Meinungspluralismus, Integration und die Rolle der Medien als "Vierte Gewalt".
Während die taz den Beitritt grundsätzlich befürwortet, zeigen sich bei Die WELT und FAZ eher kritische bis ablehnende Tendenzen, insbesondere im Hinblick auf kulturelle Kompatibilität und politische Stabilität.
Obwohl die Boulevardpresse für ihre Polarisierung bekannt ist, konzentriert sich die vorliegende Arbeit primär auf die "seriöse" überregionale Presse, da diese den gesamtgesellschaftlichen Diskurs maßgeblich mitprägt.
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