Masterarbeit, 2021
112 Seiten, Note: 1,0
1 EINLEITUNG
1.1 ERKENNTNISINTERESSE UND FORSCHUNGSSTAND
1.2 AUFBAU DER ARBEIT
2 VORURTEILSBEWUSSTE BILDUNG ALS BILDUNGSPRAKTISCHER GEGENSTAND
2.1 HISTORISCHE ENTWICKLUNG
2.2 GRUNDANNAHMEN
2.3 ZIELE VORURTEILSBEWUSSTER BILDUNGSARBEIT
3 DISKRIMINIERENDE AUSGRENZUNGSPRAKTIKEN
3.1 BEGRIFFSERKLÄRUNG
3.1.1 Othering
3.1.2 Diskriminierung
3.2 KONSTRUKTIONSPROZESSE DES PÄDAGOGISCHEN ALLTAGS
3.2.1 Performativitätstheorie
3.2.2 Diskursive Ausgrenzungspraktiken
3.2.3 Ausgrenzung in deutschen Bildungs- und Erziehungseinrichtungen am Beispiel Rassismus
4 SCHLUSSFOLGERUNGEN FÜR HORT UND PRÄZISIERUNG DER FORSCHUNGSFRAGEN
4.1 FALLSTRICKE DER HORTARBEIT
4.2 DISKURSIVE AUSGRENZUNGSPRAKTIKEN IM UNTERSUCHTEN HORT
5 GRUNDPRINZIPIEN QUALITATIVER FORSCHUNG
5.1 (FREMD-) VERSTEHEN ALS ERKENNTNISPRINZIP
5.2 GÜTEKRITERIEN QUALITATIVER FORSCHUNG
6 METHODOLOGISCHE RAHMUNG
6.1 CHANCEN UND HÜRDEN EINER SEKUNDÄRANALYSE
6.2 DARSTELLUNG DES KONTEXTS, IN DEM DIE DATEN ERHOBEN WURDEN
6.2.1 Erhebungsmethode des qualitativen Expert*inneninterviews
6.2.2 Die Expert*in und ihr Wissen
6.3 AUSWERTUNG
6.3.1 Primärauswertung qualitative Inhaltsanalyse
6.3.2 Sekundärauswertung via Methoden nach Kaufmann
6.4 METHODISCHE GRENZEN
7 DOKUMENTATION UND REFLEXION DES FORSCHUNGSPROZESSES
7.1 ERHEBUNGSPROZESS INNERHALB DES MODELLPROJEKTS
7.1.1 Vorstellung des Modellprojekts Hortdialoge & Beteiligung
7.1.2 Fallauswahl
7.1.3 Leitfadenentwicklung
7.1.4 Durchführung der Expert*inneninterviews
7.1.5 Datenaufbereitung
7.1.6 Eignung der erhobenen Daten für Erkenntnisprozess
7.2 AUSWERTUNG DER DATEN
7.2.1 Methodische Vorbereitung
7.2.2 Erstellung eines Kodierleitfadens
7.2.3 Materialdurchlauf
7.2.4 Ergebnisaufbereitung
7.2.5 Interpretation
7.3. DARSTELLUNG VON LERNFORTSCHRITTEN
7.3.1 Interviewsituation
7.3.2 Auswertung
8 DISKUSSION
8.1 ERGEBNISSE
8.1.1 Bedeutsamkeit vorurteilsbewusster Bildung
8.1.2 Herausforderungen in der alltäglichen Arbeit für die befragten Fachkräfte
8.1.3 Möglichkeiten
8.2 ZUSAMMENFASSUNG
8.3 IMPLIKATIONEN FÜR ZUKÜNFTIGE STUDIEN
Ziel der vorliegenden Masterarbeit ist es, die Bedeutsamkeit vorurteilsbewusster Bildung für den Hort zu untersuchen und einen Beitrag zur theoretischen Auseinandersetzung mit Diskriminierung in diesem Handlungsfeld zu leisten. Dabei steht die Extraktion der subjektiven Einstellungen pädagogischer Fachkräfte zu Ausgrenzungsprozessen im Mittelpunkt, um Herausforderungen und Möglichkeiten für eine Etablierung vorurteilsbewusster Bildungsansätze im Hortalltag zu identifizieren.
3.1.1 Othering
Bevor näher auf Diskriminierung eingegangen wird, soll das Phänomen Othering vorgestellt werden, da dieses eine zentrale Grundlage für Diskriminierung in der Gesellschaft ist. Othering beschreibt einen Prozess sozialer Konstruktion, mit dem Individuen oder Gruppen zum Fremden oder zum Anderen gemacht werden. Der Begriff wurde von Gayatri Chakravorty Spivak (1985) geprägt, für „das im Machtdiskurs ausgeschlossene Andere“ (Spivak 1985, S. 255). Individuen oder Gruppen werden aufgrund von Merkmalen als anders oder fremd konstruiert und – bewusst oder unbewusst - in Abgrenzung zum Eigenen bewertet. Die Konstruktion eines fremden Anderen ermöglicht es, die eigene Subjektposition als unmarkiert und daran anschließend als normal und selbstverständlich zu verorten.
Was als normal oder fremd gilt, ist dabei stets Ausdruck von hegemonialem, (kolonial-)rassistisch geprägtem Wissen (Spivak 1985, S. 252-257).
1 EINLEITUNG: Das Kapitel führt in das Forschungsinteresse ein, beleuchtet den aktuellen Stand der Forschung und skizziert den Aufbau der Masterarbeit.
2 VORURTEILSBEWUSSTE BILDUNG ALS BILDUNGSPRAKTISCHER GEGENSTAND: Hier wird der Anti-Bias-Ansatz historisch hergeleitet, seine Grundannahmen erläutert und die Ziele der vorurteilsbewussten Bildungsarbeit definiert.
3 DISKRIMINIERENDE AUSGRENZUNGSPRAKTIKEN: Dieses Kapitel expliziert theoretische Konzepte wie Othering, Performativitätstheorie und Identitätsbildung, um diskriminierende Ausschlussmechanismen in Bildungskontexten zu analysieren.
4 SCHLUSSFOLGERUNGEN FÜR HORT UND PRÄZISIERUNG DER FORSCHUNGSFRAGEN: Basierend auf den Fallstricken der Hortarbeit werden hier die Forschungsfragen für die Untersuchung konkretisiert.
5 GRUNDPRINZIPIEN QUALITATIVER FORSCHUNG: Die Autorin legt die methodischen Prinzipien (Fremdverstehen) und Gütekriterien dar, die ihrem qualitativen Forschungsdesign zugrunde liegen.
6 METHODOLOGISCHE RAHMUNG: Dieses Kapitel widmet sich der Sekundäranalyse als Methode, stellt den Kontext des Modellprojekts vor und begründet die gewählten Auswertungsverfahren nach Mayring und Kaufmann.
7 DOKUMENTATION UND REFLEXION DES FORSCHUNGSPROZESSES: Die Arbeit dokumentiert detailliert den Erhebungs- und Auswertungsprozess, inklusive der Kodierleitfäden und der kritischen Reflexion der eigenen Forschungspraxis.
8 DISKUSSION: Hier werden die Forschungsergebnisse präsentiert, vor dem Hintergrund der eingangs skizzierten Theorien diskutiert und Implikationen für die Zukunft formuliert.
Vorurteilsbewusste Bildung, Anti-Bias, Hortpädagogik, Diskriminierung, Othering, Alltagsrassismus, Identitätsbildung, Performativitätstheorie, qualitative Forschung, Sekundäranalyse, Machtverhältnisse, pädagogische Fachkräfte, Intersektionalität, Ausschlussmechanismen, Demokratiebildung.
Die Arbeit untersucht die Bedeutung von vorurteilsbewusster Bildung im Hort-Alltag, um Ausgrenzungsprozesse besser zu verstehen und pädagogische Möglichkeiten für ein diskriminierungsarmes Umfeld zu identifizieren.
Zu den zentralen Themen gehören die Analyse diskriminierender Praktiken wie Othering, die Rolle der pädagogischen Fachkräfte als Multiplikatoren und die Auswirkungen struktureller Rahmenbedingungen im Hort auf die Entwicklung von Kindern.
Ziel ist es, ein besseres Verständnis für diskriminierende Ausgrenzungspraktiken im Hort zu gewinnen, subjektive Einstellungen der Fachkräfte dazu zu extrahieren und Ansätze für eine professionelle, vorurteilsbewusste Bildungsarbeit zu entwickeln.
Es handelt sich um eine qualitative Sekundäranalyse von Experteninterviews, die nach Methoden der Inhaltsanalyse (Mayring) und des verstehenden Interviews (Kaufmann) ausgewertet wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung zu Diskriminierung und Performativität sowie eine detaillierte methodologische Rahmung und Dokumentation des Forschungsprozesses inklusive der Ergebnisse aus den Experteninterviews.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie vorurteilsbewusste Bildung, Anti-Bias, Hortpädagogik, Othering, Diskriminierung, Machtverhältnisse und qualitative Sozialforschung charakterisiert.
Die Fachkräfte bewerten den Betreuungsschlüssel nahezu einhellig als unzureichend, was dazu führt, dass Bildungsarbeit oft informell und spontan stattfindet und strukturelle Aspekte sowie eine individuelle Zuwendung teilweise in den Hintergrund treten.
Das Vorgehen ist meist reaktiv; Konflikte werden oft als Einzelereignisse und nicht als systemisches Problem von Diskriminierung wahrgenommen, was eine langfristige, präventive Bearbeitung diskriminierender Strukturen erschwert.
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