Bachelorarbeit, 2021
48 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Konzepte kultureller Identität und Postkoloniale Theorie
2.1 Traditionelles Kulturverständnis – Kugelmodell versus Netzmodell
2.2 Multikulturalität und Interkulturalität
2.3 Transkulturalität
2.4 Die postkoloniale Theorie Homi K. Bhabhas - Hybridität im Third Space
2.4.1 Cultural Difference und Third Space
2.4.2 Cultural Hybridity und Ambivalence
2.4.3 Cultural Translation und Mimicry
2.5 Zwischenergebnis und kritische Betrachtung
3. Soziokultureller Hintergrund – die génération beur
3.1 Die Soziogenese der Beurs - Immigration und Integration in Frankreich
3.2 Orte der Selbstbehauptung und kulturelle Ausdrucksformen der Beurs
3.3 Le ‚roman beur‘ – Zwischen Fiktion und Autobiographie
3.4 Der Autor Azouz Begag
4. Le Gone du Chaâba - kulturelle Identifikation in der Kindheit
4.1 Der Titel - Zugehörigkeit zu beiden Kulturen
4.2 Le Chaâba als Verortung der arabischen Kultur
4.3 Kulturelle Konflikterfahrungen in der Schule
4.4 Kulturelle Identität durch Sprache
4.5 Français et Arabe oder auch ni Français ni Arabe
5. Béni ou le paradis privé - kulturelle Identifikation in der Adoleszenz
5.1 Die doppelsinnige Bedeutung von Titel und Namen
5.2 Die Frage nach der Herkunft
5.3 Konflikterfahrungen mit dem Vater - ‚Heimat‘ und kulturelles Erbe
5.4 Erfahrung von Diskriminierung und Selbstbehauptung auf der Straße
5.5 La comédie – ein neuer Identitäts-Raum für Hybridität
6. Die Darstellung kultureller Identität und Hybridität bei Begag
7. Schlussbetrachtung
Die Arbeit untersucht die kulturelle Identitätsproblematik in den Romanen "Le Gone du Chaâba" und "Béni ou le paradis privé" von Azouz Begag aus postkolonialer Perspektive, um zu analysieren, wie die Protagonisten zwischen den Anforderungen zweier Kulturen navigieren.
4.2 Le Chaâba als Verortung der arabischen Kultur
Die Erzählung beginnt in medias res mit einer lebendigen Szene, einem Streit um Wasser zwischen den Frauen im Chaâba. Mit Humor und feiner Ironie wird beschrieben wie am Waschtag Azouz' Tante Zidouma zu lange für ihre Wäsche an der einzigen Wasserstelle der Gemeinschaft braucht. Die wartenden Frauen werden ungeduldig und geraten sich in die Haare. Sie beschimpfen sich lautstark und schlagen sich, die Wäsche wird wieder schmutzig, aber am nächsten Tag verträgt man sich wieder. Auch die weiteren Episoden und Anekdoten - fast wie 1001 Nacht - porträtieren sehr bildmächtig das einfache, aber nicht unglückliche Leben trotz mangelnder Hygiene, ohne fließendes Wasser und ohne Elektrizität („- Vous n'avez pas la télé ? - Non. Et même qu'on n'a pas d'électricité dans notre maison.“ (G 75)).
Der Chaâba hat einen Haupteingang („la grande porte en bois de l'entrée principale“ (G 12)), von dem ein breiter Weg („la grande allée centrale, à moitié cimentée, cahoteuse“ (G 12)) zwei große vollkommen ungeordnete Barackenkomplexe voneinander trennt („deux gigantesques tas de tôles et de planches qui pendent et s'enfuient dans tous les sens“ (G 12)). Am Ende des Weges steht das Latrinenhäuschen („Au bout de l'allée, la guérite des WC semble bien isolée“ (G 13)). Azouz wohnt in dem einzigen Steinhaus („La maison de béton d'origine, celle dans laquelle j'habite“ (G 13)), das kaum noch zwischen den Baracken zu erkennen ist („ne parvient plus à émerger de cette géométrie désordonnée“ (G 13)).
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Problematik kultureller Identität und Migration in Frankreich ein und stellt das Ziel auf, Begags Romane postkolonial zu analysieren.
2. Konzepte kultureller Identität und Postkoloniale Theorie: Das Kapitel erläutert theoretische Ansätze zur Kultur, von traditionellen Modellen bis hin zu Homi K. Bhabhas Konzepten der Hybridität und des Third Space.
3. Soziokultureller Hintergrund – die génération beur: Es wird die historische und soziologische Situation der Einwanderergeneration in Frankreich sowie das Phänomen der "Beur"-Literatur dargestellt.
4. Le Gone du Chaâba - kulturelle Identifikation in der Kindheit: Das Kapitel untersucht die Identifikationsprozesse des Protagonisten im Kindesalter, geprägt durch Schule, Sprache und den familiären Hintergrund.
5. Béni ou le paradis privé - kulturelle Identifikation in der Adoleszenz: Hier werden die Identitätskonflikte des 16-jährigen Protagonisten analysiert, insbesondere die Diskriminierungserfahrungen und der Versuch der Selbstbehauptung.
6. Die Darstellung kultureller Identität und Hybridität bei Begag: Eine zusammenfassende Betrachtung, wie Begag die komplexen Identitätskonstruktionen seiner Protagonisten literarisch verarbeitet.
7. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Dringlichkeit einer neuen Integrationspolitik angesichts bestehender kolonialer Denkmuster.
Kulturelle Identität, Postkoloniale Theorie, Hybridität, Third Space, littérature beur, Azouz Begag, Migration, Integration, Assimilation, Mimicry, Algerien, Frankreich, Diskriminierung, Kindheit, Adoleszenz.
Die Arbeit analysiert die Identitätsproblematik von Nachkommen algerischer Einwanderer in Frankreich anhand der Romane von Azouz Begag.
Im Mittelpunkt stehen kulturelle Identität, der Spagat zwischen Herkunft und Integration, der Einfluss der Schule sowie die postkoloniale Theorie nach Homi K. Bhabha.
Ziel ist es, die kulturelle Identitätsproblematik aus postkolonialer Perspektive darzustellen und zu zeigen, wie Begags Protagonisten hybride Identitäten entwickeln.
Die Arbeit nutzt literaturwissenschaftliche Textanalysen, gestützt durch postkoloniale Theorien und soziokulturelle Hintergründe zur Migrationsgeschichte Frankreichs.
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit der Kindheit (Le Gone du Chaâba) und der Adoleszenz (Béni ou le paradis privé) der Protagonisten, inklusive Sprache und Konflikten.
Wichtige Begriffe sind Hybridität, Third Space, Mimicry, Identitätskonflikt, Migration und postkoloniale Theorie.
Die Sprache dient sowohl als Mittel der Assimilation als auch als Barriere, da die Protagonisten zwischen dem Französischen und dem arabischen Hintergrund der Eltern navigieren.
Das Ritual markiert für die Protagonisten körperlich ihre arabische Zugehörigkeit, die sie trotz des Wunsches nach Assimilation an die französische Gesellschaft nicht ablegen können.
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