Bachelorarbeit, 2021
22 Seiten, Note: 1
1. Vorwort
2. Einleitung
3. Interkulturelles Verstehen
4. Zu Maurice Merleau-Ponty
4.1. Der Leib bei Merleau-Ponty
4.2. Merleau-Pontys Sprachverständnis
4.2.1. Sprache und Denken
4.2.2. Sinn und Bedeutung
4.2.3. Sprachliche Gesten
4.2.4. Sprachliche Welten
4.3. Merleau-Pontys Weltverständnis
4.4. Interkulturelles Verstehen bei Merleau-Ponty
5. Zu Johann P. Arnason
5.1. Johann P. Arnasons Weltverständnis
5.2. Zivilisationen und Kulturen als Artikulationen der Welt
5.3. Interkulturelles Verstehen bei Arnason
6. Konklusion
Die Arbeit untersucht auf Basis phänomenologischer Ansätze von Maurice Merleau-Ponty und Johann P. Arnason, ob und unter welchen Voraussetzungen interkulturelles Verstehen möglich ist, wobei insbesondere die Rolle von Sprache, Leiblichkeit und kulturellen Weltinterpretationen beleuchtet wird.
4.2.1. Sprache und Denken
Herkömmliche sprachtheoretische Ansätze, die von Merleau-Ponty abgelehnt werden, gehen davon aus, dass das Wort lediglich ein artikuliertes Klangphänomen oder das Bewusstsein eines solchen ist, wodurch die Sprache eine reine äußere Begleiterscheinung des Denkens bleibt.
Diese Annahme würde bedeuten, dass die Sprache vom Denken bedingt wäre und somit das Denken voraussetzt. Dem stellt Merleau-Ponty jedoch entgegen, dass die Sprache so zu verstehen ist, dass sie das Denken selbst vollbringt. Das bedeutet, dass man sich durch das innere oder äußere Wort erst selbst das eigene Denken gibt. Man macht sich das Denken also durch den Ausdruck zu eigen. (Vgl. Merleau-Ponty 1966, 210f)
Merleau-Ponty begründet seine These indem er darauf hinweist, dass wenn die Sprache das Denken voraussetzen würde, so würde Sprechen bedeuten, dass man sich durch Vorstellungen oder Erkenntnisintentionen zum Gegenstand in Beziehung setzt. Doch bliebe mit dieser Annahme unverständlich weshalb alles Denken seine Vollendung im Ausdruck sucht und warum der vertrauteste Gegenstand unbestimmt bleibt, solange man seine Bezeichnung nicht findet. Dies würde auch bedeuten, dass das denkende Subjekt seine eigenen Gedanken nicht kennt, solange es diese nicht für sich selbst formuliert hat. (Vgl. Merleau-Ponty 1966, 210)
1. Vorwort: Die Autorin legt die Einschränkungen der Arbeit dar und erläutert die Relevanz der untersuchten Philosophen für das Thema des interkulturellen Verstehens.
2. Einleitung: Hier wird die Forschungsfrage nach der Möglichkeit des interkulturellen Verstehens sowie der methodische Aufbau der Arbeit vorgestellt.
3. Interkulturelles Verstehen: Dieses Kapitel erörtert den Begriff des interkulturellen Verstehens unter Rückgriff auf Franz M. Wimmer und thematisiert die Horizontgebundenheit der Kommunikation.
4. Zu Maurice Merleau-Ponty: Eine umfassende Analyse von Merleau-Pontys Phänomenologie, insbesondere des Leibes, der Sprache als leibliches Phänomen und der Konsequenzen für das interkulturelle Verstehen.
5. Zu Johann P. Arnason: Untersuchung von Arnasons Welt- und Zivilisationsverständnis sowie seiner Ansätze zu interkulturellen Begegnungen.
6. Konklusion: Abschließender Vergleich der Positionen von Merleau-Ponty und Arnason hinsichtlich der Überwindbarkeit kultureller Grenzen beim Verstehen.
Interkulturelles Verstehen, Maurice Merleau-Ponty, Johann P. Arnason, Phänomenologie, Leiblichkeit, Sprache, Weltverständnis, Kultur, Zivilisation, Horizontgebundenheit, Kommunikation, Artikulation, Sinn, Bedeutung, Einfühlung.
Die Arbeit analysiert philosophische Grundlagen des interkulturellen Verstehens unter besonderer Berücksichtigung der Ansätze von Maurice Merleau-Ponty und Johann P. Arnason.
Die Arbeit fokussiert auf Phänomenologie, Sprachphilosophie, Leiblichkeit sowie die Konzepte von Kultur und Zivilisation als Artikulationen der Welt.
Die Autorin geht der Frage nach, ob eine Möglichkeit des interkulturellen Verstehens besteht und welchen Grenzen dieser Prozess unterliegt.
Die Arbeit nutzt eine hermeneutisch-phänomenologische Herangehensweise, um aus den Werken der zwei Philosophen eine kohärente Theorie zum interkulturellen Verstehen zu erarbeiten.
Im Hauptteil werden zunächst die Konzepte von Merleau-Ponty (Leib, Sprache, Welt) und anschließend die von Arnason (Zivilisation, kulturelle Weltinterpretationen) detailliert analysiert.
Wesentliche Begriffe sind interkulturelles Verstehen, Phänomenologie, Leiblichkeit, sprachliche Welt, Horizontgebundenheit und Artikulation.
Der Leib ist für Merleau-Ponty das Medium, durch das wir die Welt erfahren und Sprache überhaupt erst als leiblichen Ausdruck und sinngebenden Akt ermöglicht wird.
Während bei Merleau-Ponty kulturelle Grenzen aufgrund der Bindung an eine spezifische "sprachliche Welt" kaum überwindbar erscheinen, sieht Arnason durch den geteilten "Welt-Horizont" und die Fähigkeit zur "partiellen Einfühlung" mehr Spielraum für interkulturelles Verstehen.
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