Bachelorarbeit, 2020
24 Seiten, Note: 1
1. Vorwort
2. Einleitung
3. Die Entstehung des schwarzen Bildes
3.1. Der europäische Blick auf den Kolonisierten
3.2. Die manichäische Struktur der zweigeteilten Welt
3.3. Die Konstituierung des schwarzen Bildes
4. Die manichäische Struktur von „schwarz-weiß“
4.1. Das stereotypisierende Bild des Weißen
4.2. Das stereotypisierende Bild des Schwarzen
5. Über die psychologischen und phänomenologischen Auswirkungen des schwarzen Bildes
5.1. Die „Psychopathologie“ des Schwarzen nach Fanon
5.1.1. Das Selbstbild des Schwarzen
5.1.2. Anpassung an die weiße Welt und Internalisierung der weißen Werte
5.1.3. Entfremdung
5.2. Der Schwarze in der weißen Welt
6. Konklusion
Die vorliegende Arbeit untersucht auf Basis der Theorien von Frantz Fanon die psychologischen und phänomenologischen Auswirkungen, die das durch den europäischen Kolonialismus konstruierte "schwarze Bild" auf schwarze Individuen und die Gesellschaft hat. Dabei wird analysiert, wie diese Fremdzuschreibung zu Selbstentfremdung und der Internalisierung weißer Wertmaßstäbe führt.
3.1. Der europäische Blick auf den Kolonisierten
Sartre in Das Sein und das Nichts zufolge ist es einem selbst nicht möglich, sein eigenes Sein zu erkennen. Wenn man aber von dem Blick eines Anderen getroffen wird, also gesehen wird, dann sieht man sich selbst: „[...] die Person ist dem Bewußtsein gegenwärtig, insofern sie Objekt für Andere ist.“ (Sartre 2012, 470) Der abstrakte Blick des Anderen konstituiert Subjektivität und diese durch den Anderen gewonnene Subjektivität konstituiert wiederum Objektivität (vgl. Ciccariello-Maher 2008, 134).
Dem Blick des Anderen, der Subjektivität sowie Objektivität konstituiert, ist nach Sartre stets auch eine Beurteilung des Gesehenen inhärent. Indem mich der Andere erblickt, beurteilt er mich auch (vgl. Sartre 2012, 471). Durch den Blick erkennt mich der Andere als Objekt, er beurteilt mich, er verleiht mir mein Sein. Mein Objekt-Ich kann ich selbst nur dann erkennen und erfahren, wenn ich von einem Anderen gesehen werde. Ohne seinen Blick, ist es mir selbst unmöglich, meine Objektheit wahrzunehmen. Erst durch das Erblickt-Werden gewinne ich meine Objektheit (vgl. Sartre 2012, 486).
Der Blick des Anderen definiert also mein Objekt-Ich. Durch ihn bin ich das, was ich bin (vgl. Sartre 2012, 473). Er sieht mich, er beurteilt mich, er ermöglicht mir das Erkennen meines Selbst als Objekt. Indem ich mich durch den Anderen erkenne, erkenne ich mich durch seinen Blick, der bereits Beurteilungen meines Selbst beinhaltet, ich sehe mich also so wie der Andere mich sieht. Ich bin das, was der Andere in mir sieht.
1. Vorwort: Erläuterung der sprachlichen Entscheidungen bezüglich Begrifflichkeiten und des Verzichts auf Gendern, um der Ausdrucksweise Fanons treu zu bleiben.
2. Einleitung: Vorstellung der Forschungsfrage bezüglich der psychologischen und phänomenologischen Auswirkungen des schwarzen Bildes bei Frantz Fanon.
3. Die Entstehung des schwarzen Bildes: Analyse des kolonialen Blicks und der manichäischen Weltstruktur, die zur Neukonstituierung der schwarzen Identität führt.
4. Die manichäische Struktur von „schwarz-weiß“: Untersuchung der binären Opposition von Schwarz und Weiß als konstruiertes Hierarchiesystem zur Legitimierung von Überlegenheit und Minderwertigkeit.
5. Über die psychologischen und phänomenologischen Auswirkungen des schwarzen Bildes: Eingehende Analyse der Psychopathologie, der Internalisierung weißer Werte und der resultierenden Entfremdungsprozesse.
6. Konklusion: Synthese der Ergebnisse, die das schwarze Bild als Mythos entlarvt, der dazu dient, koloniale Machtverhältnisse aufrechtzuerhalten.
Frantz Fanon, Postkolonialismus, schwarzes Bild, manichäische Struktur, Identität, Entfremdung, psychologische Auswirkungen, Rassismus, Kolonialismus, Objektivierung, Minderwertigkeitskomplex, Assimilation, Weißheit, Phänomenologie, Dekonstruktion.
Die Arbeit untersucht, wie durch koloniale Strukturen ein abwertendes Bild des Schwarzen geschaffen wurde und welche psychologischen Konsequenzen dies für die Identität und das Selbstverständnis der Betroffenen hat.
Zentrale Themen sind die psychologische Internalisierung rassistischer Fremdzuschreibungen, die Entfremdung von der eigenen Kultur und die Rolle des "Blicks" bei der Objektivierung des Individuums.
Das Ziel ist es, die Mechanismen aufzuzeigen, durch die das schwarze Individuum in einer weißen Gesellschaft psychisch unterdrückt wird, indem es sich durch die Augen des "Anderen" (des weißen Kolonialherrn) wahrnehmen muss.
Die Arbeit stützt sich primär auf die existenzphilosophische und psychoanalytische Werkexegese von Frantz Fanon, ergänzt durch phänomenologische Konzepte von Jean-Paul Sartre.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Entstehung des schwarzen Bildes, die Analyse der manichäischen Schwarz-Weiß-Struktur und die detaillierte Betrachtung psychologischer Phänomene wie Entfremdung und Anpassungsdruck.
Schlüsselbegriffe sind unter anderem "manichäische Struktur", "Entfremdung", "Selbstbild des Schwarzen", "Objektivierung", "kolonialer Rassismus" und "Assimilation".
Ein "guter" Schwarzer ist nach Fanon derjenige, der die weißen Werte vollkommen internalisiert und assimiliert. Der "schlechte" Schwarze hingegen ist derjenige, der sich nicht anpasst und Widerstand gegen das koloniale System leistet.
Der Blick des Weißen wirkt als konstituierendes Element, das den Schwarzen zum Objekt degradiert. Dadurch gezwungen, sich durch die Augen des Unterdrückers zu sehen, übernimmt der Schwarze die abwertende Sichtweise auf sich selbst, was zu einer tiefgreifenden Selbstentfremdung führt.
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