Diplomarbeit, 2008
83 Seiten, Note: 1
I. Einleitung
II. Theoretische Grundlagen
1. Alkoholabhängigkeit
1.1 Begriffsdefinition: Abhängigkeit und schädlicher Gebrauch
1.2 Epidemiologie und volkswirtschaftliche Konsequenzen
1.3 Klinische Symptomatik und Verlauf
1.4 Diagnostik
1.5 Intervention: Das deutsche Suchthilfesystem
2. Das Konzept der qualifizierten Entgiftungsbehandlung
2.1 Entwicklung, Grundkonzept und Therapieziele
2.2 Therapieplan und Interventionsmaßnahmen
2.3 Evaluation von Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit
3. Behandlungsmotivation bei Alkoholabhängigen
3.1 Konstrukt der allgemeinen Psychotherapiemotivation (APM)
3.2 Behandlungsmotivation bei Alkoholabhängigen
3.3 Phasenmodell der Motivation von Prochaska und DiClemente
III. Fragestellungen und Zielsetzung der Arbeit
IV. Methodisches Vorgehen
1. Untersuchungsdurchführung
1.1 Die qualifizierte Entgiftungsstation 53a der MH-Hannover
1.2 Antrag an die Ethikkommission
1.3 Patientenrekrutierung
1.4 Untersuchungsablauf
1.5 Schwierigkeiten bei der Umsetzung
2. Erhebungsverfahren
2.1 Angaben zur Person und Suchtanamnese
2.2 Skala zur Erfassung der Schwere der Alkoholabhängigkeit (SESA)
2.3 Fragebogen zur Messung der Psychotherapiemotivation (FMP)
2.4 Brief Symptom Inventory von L.R. Derogatis (BSI)
3. Beschreibung der Stichprobe
3.1 Soziodemographische Merkmale
3.2 Suchtanamnese und Störungsprofil (SESA)
3.3 Symptombelastung (BSI)
4. Statistische Analysen
IV. Darstellung der Ergebnisse
1. Profil der allgemeinen Psychotherapiemotivation und Zusammenhänge mit anderen Merkmalen
1.1 Allgemeine Psychotherapiemotivation (FMP)
1.2 Zusammenhänge mit soziodemographischen Merkmalen
1.3 Zusammenhänge mit suchtanamnestischen Merkmalen
1.4 Zusammenhänge mit klinischen Merkmalen (SESA)
1.5 Zusammenhänge mit der Symptombelastung (BSI)
2. Klassifikation nach dem FMP-Profil
2.1 Clusteranalyse auf Basis des FMP-Profils
2.2 Clusterprofile und Merkmalsunterschiede
V. Diskussion und Ausblick
Diese explorative Querschnittstudie analysiert die allgemeine Psychotherapiemotivation (APM) von 30 alkoholabhängigen Patienten während einer qualifizierten Entgiftungsbehandlung. Ziel ist es, das Motivationsprofil der Patienten zu bestimmen, Zusammenhänge mit soziodemografischen und klinischen Merkmalen aufzudecken sowie eine Typisierung der Patienten vorzunehmen, um künftige Behandlungsmaßnahmen individueller anpassen zu können.
3.2 Behandlungsmotivation bei Alkoholabhängigen
Obgleich die Bundesrepublik über ein strukturiertes Suchthilfesystem verfügt (siehe oben Kap. 1.5), nehmen nur wenige Betroffene professionelle Hilfe in Anspruch und nach Wienberg (2001) beginnen höchstens 2-3% eine adäquate Entwöhnungsbehandlung. Als Ursache wird in der Literatur oftmals der bei Suchterkrankungen störungsimmanent eingeschränkte Leidensdruck diskutiert, der die Entwicklung einer Änderungsbereitschaft blockiere und den psychotherapeutischen Zugang erheblich erschweren würde (u.a. Heigl, 1977, zitiert nach Schneider et al., 1989, S.8; Brueck & Mann, 2006). Während die Änderungsmotivation in der Suchthilfe noch vor wenigen Jahren als Eigenschaft verstanden wurde und eine grundlegende Therapievoraussetzung darstellte, wird sie heute primär als dynamischer Prozess verstanden, der durch eine Vielzahl unterschiedlicher Wirkfaktoren beeinflusst werden kann (Mann et al., 2006).
So wurde u.a. durch Prochaska und DiClemente (1982, 1992, zitiert nach Sieber, 2005) ein Phasenmodell der Motivation formuliert (siehe auch Kap. 3.3) und auch beim Konzept der qualifizierten Entgiftungsbehandlung stellt die Motivation nicht länger eine obligatorische Voraussetzung, sondern ein wichtiges Therapieziel dar (Mann et al., 2006). Dass diese moderne Sichtweise der Situation der betroffenen Patienten eher angemessen ist, zeigen die positiven Erfahrungen mit speziell für Alkoholabhängige entwickelten Motivationsprogrammen, die sich mit vergleichsweise geringem Aufwand und niedrigen Kosten sogar auf rein internistischen Stationen durchführen lassen.
I. Einleitung: Die Arbeit führt in die Relevanz der Psychotherapiemotivation bei Alkoholabhängigen ein und erläutert den Rahmen der Untersuchung an der Medizinischen Hochschule Hannover.
II. Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über das Störungsbild der Alkoholabhängigkeit, das Konzept der qualifizierten Entgiftung und theoretische Modelle zur Behandlungsmotivation.
III. Fragestellungen und Zielsetzung der Arbeit: Die zentralen Forschungsfragen hinsichtlich der Ausprägung der Motivation und deren Zusammenhänge mit Patientenmerkmalen werden definiert.
IV. Methodisches Vorgehen: Hier werden die stationäre Untersuchungsumgebung, die Stichprobenauswahl sowie die verwendeten Erhebungsinstrumente (FMP, SESA, BSI) ausführlich beschrieben.
IV. Darstellung der Ergebnisse: Die erhobenen Daten werden deskriptiv und korrelativ ausgewertet; zudem werden durch Clusteranalyse drei spezifische Motivationsgruppen identifiziert.
V. Diskussion und Ausblick: Die Ergebnisse werden interpretiert, kritisch reflektiert und in Bezug auf ihre Bedeutung für eine individualisierte therapeutische Praxis bewertet.
Alkoholabhängigkeit, Psychotherapiemotivation, qualifizierte Entgiftungsbehandlung, Clusteranalyse, Behandlungsmotivation, Symptombelastung, Suchtanamnese, Krankheitserleben, Laienätiologie, Motivationsprofile, stationäre Therapie, Patientenklassifikation.
Die Diplomarbeit untersucht die Psychotherapiemotivation von Patienten während einer stationären qualifizierten Entgiftung bei Alkoholabhängigkeit.
Die Arbeit beleuchtet die Suchtproblematik, das Konzept der qualifizierten Entgiftungsbehandlung sowie verschiedene psychologische Modelle zur Erfassung von Veränderungsmotivation.
Ziel ist es, das Motivationsprofil der Patienten zu beschreiben und Faktoren zu identifizieren, die mit dieser Motivation korrelieren, um die Therapie in Zukunft besser an die Patientenbedürfnisse anzupassen.
Es handelt sich um eine explorative Querschnittstudie, in der Daten mittels standardisierter Fragebögen erhoben und statistisch durch deskriptive Statistik, Korrelationsanalysen und Clusteranalysen ausgewertet werden.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, eine detaillierte Beschreibung der Methodik und die Darstellung sowie Diskussion der empirischen Ergebnisse.
Die wichtigsten Schlagworte sind Alkoholabhängigkeit, Psychotherapiemotivation, qualifizierte Entgiftungsbehandlung und Clusteranalyse.
Die Analyse ergab drei Gruppen, die als "die Leidenden", "die Ambivalenten" und "die Motivierten" bezeichnet werden.
Der Leidensdruck wird als zentraler Motivationsfaktor beschrieben, der Patienten dazu bewegt, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, wobei die affektive Beteiligung bei verschiedenen Motivationsgruppen unterschiedlich stark ausgeprägt ist.
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