Masterarbeit, 2014
112 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Entstehung und Wirkung fester Wahrnehmungsmuster
3. Entwicklung der Fremdwahrnehmung vom Orient
3.1) Bilder von orientalen Herrschern bis zur Zeit des Hellenismus
3.1.1) Begründung des Topos vom orientalen Barbaren nach Herodot
3.1.2) Darstellung des orientalen Herrschers bei Herodot
3.1.3) Weiterentwicklungen in der Darstellung vom orientalen Herrscher
3.2) Vorstellungen von Idealtugenden von Alleinherrschern im Hellenismus
4. Wahrnehmung des Orients durch das Griechentum
5. Darstellungen von der Herrschaft des Mithridates
5.1) Charakterisierungen in Schriftquellen der römisch-griechischen Geschichtsschreibung
5.1.1) Erste zeitgenössische Darstellungen in Schriftquellen
5.1.1.1) Darstellungen von Mithridates bei Cicero
a) Ciceros zweite Rede gegen Verres
b) Ciceros Rede zur Einsetzung von Pompeius als Oberkommandierenden
c) Ciceros Verteidigungsrede für Lucius Licinus Murena
5.1.1.2) Darstellung von Mithridates bei Diodorus Siculus
5.1.1.3) Einordnung der zeitgenössischen Quellen
5.1.2) Nachfolgende Charakterisierungen von Mithridates in Schriftquellen
5.1.2.1) Charakterisierungen bei Strabo
a) Hintergrund und Lebensumstände von Strabo
b) Mithridates bei Strabo
5.1.2.2) Charakterisierungen bei Pompeius Trogus
a) Hintergrund und Lebensumstände von Pompeius Trogus
b) Mithridates bei Trogus
5.1.2.3) Charakterisierungen bei Plutarch
a) Hintergrund und Lebensumstände von Plutarch
b) Mithridates bei Plutarch
5.1.2.4) Charakterisierungen bei Appian
a) Hintergrund und Lebensumstände von Appian
b) Mithridates bei Appian
5.1.2.5) Charakterisierungen bei Cassius Dio
a) Hintergrund und Lebensumstände von Cassius Dio
b) Mithridates bei Cassius Dio
5.1.3) Gesamtentwicklungen in der Darstellung in römisch-griechischen Schriftquellen
5.2) Zusätzliche Erkenntnisse durch die Selbstinszenierung von Mithridates
5.2.1) Regionale Inszenierung von Herrschaft im Königreich Pontus
5.2.2) Anknüpfung an Formen von Herrschaftsinszenierung außerhalb von Pontus
5.2.2.1) Die unveränderte Übernahme fremder Münzprägungen
5.2.2.2) Münzprägungen mit Veränderungen der Motive auf der Münze
5.2.2.3) Bedeutung etablierter Münzprägungen für die Selbstinszenierung von Mithridates
5.2.3) Die königliche Münzprägung von Mithridates
5.2.3.1) Münzen der ersten fest gefügten Form
5.2.3.2) Münzen der zweiten fest gefügten Form
5.2.4) Gesamtentwicklung in der Selbstinszenierung von Mithridates über Münzen
6. Weitere Entwicklungen in den Eindrücken von Mithridates
7. Zusammenfassung
Die Arbeit untersucht die antike Wahrnehmung von Mithridates VI. von Pontus, wobei sie analysiert, wie diese durch fest gefügte stereotype Vorstellungen vom "Orient" und hellenistische Herrschaftsideale geprägt wurde. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, inwieweit die antiken Schriftquellen und die numismatischen Zeugnisse (Münzprägungen) Mithridates als asiatischen Aggressor oder als hellenistischen Herrscher konstruierten.
3.1) Bilder von orientalen Herrschern bis zur Zeit des Hellenismus
In den griechischsprachigen „Historien“ des Herodot wird insgesamt eine Reihe von Eigenschaften bei dem als Perser bezeichneten Volk bzw. ihnen untergeordneten Volksgruppen besonders herausgestellt und damit als typische Eigenschaften den orientalen Völkern zugemessen. Spätere Autoren bauen auf dieses Konzept auf.
1. Einleitung: Einführung in die historische Figur des Mithridates VI. und die Problematik seiner gegensätzlichen Wahrnehmung in antiken Quellen.
2. Entstehung und Wirkung fester Wahrnehmungsmuster: Theoretische Grundlagen zur menschlichen Kategorisierung, Stereotypenbildung und Gruppenzugehörigkeit als Basis für Verzerrungen in der historischen Wahrnehmung.
3. Entwicklung der Fremdwahrnehmung vom Orient: Untersuchung der historischen Wurzeln des Bildes vom orientalen Herrscher, insbesondere durch Herodot und spätere Historiker wie Ktesias.
4. Wahrnehmung des Orients durch das Griechentum: Analyse der griechischen Identitätsbildung durch Abgrenzung gegenüber dem persischen "Anderen" unter Verwendung des Hybris-Topos.
5. Darstellungen von der Herrschaft des Mithridates: Hauptteil der Arbeit, der die schriftliche Überlieferung und die Münzprägung als Instrumente der Selbst- und Fremddarstellung von Mithridates kritisch beleuchtet.
6. Weitere Entwicklungen in den Eindrücken von Mithridates: Ausblick auf die moderne Rezeption und wissenschaftliche Einordnung des pontischen Herrschers seit dem 19. Jahrhundert.
7. Zusammenfassung: Synthese der Ergebnisse zur Identitätsbildung, zum Einfluss von Stereotypen und zur strategischen Nutzung von Selbstinszenierung durch Mithridates.
Mithridates VI., Pontus, Hellenismus, Römische Republik, Schriftquellen, Münzprägung, Stereotype, Barbarentopos, Hybris, Selbstinszenierung, Identität, Geschichtsschreibung, Antike, Orient, Herrschaftslegitimation.
Die Masterarbeit analysiert die Wahrnehmungsgeschichte von Mithridates VI. von Pontus in antiken Quellen und untersucht, wie sein Bild zwischen der Rolle als orientalischer Barbarenherrscher und hellenistischer Idealmonarch schwankt.
Thematische Schwerpunkte sind die antike Stereotypenforschung, die Entwicklung griechischer Identität gegenüber dem "Orient" sowie die politische Instrumentalisierung von Münzbildern.
Das Hauptziel ist es zu verstehen, wie und warum antike Autoren Mithridates durch den Filter bestehender Vorurteile und idealisierter Tugendkataloge verzerrt darstellten.
Der Autor wählt einen kulturwissenschaftlichen Ansatz, der sozialpsychologische Erkenntnisse zur Gruppenbildung mit einer klassischen quellenkritischen Analyse historischer Texte und numismatischer Evidenz verknüpft.
Der Hauptteil analysiert die Charakterisierung des Mithridates in den Texten von Cicero, Diodor, Strabo, Pompeius Trogus, Plutarch, Appian und Cassius Dio sowie die Botschaften seiner königlichen Münzprägungen.
Schlüsselbegriffe sind Mithridates VI., Hellenismus, Barbarentopoi, Hybris, Selbstinszenierung, Münzpropaganda und antike Geschichtsschreibung.
Das Perseus-Motiv auf den Münzen von Amisos und Mithridates dient dem Autor als Schlüsselbeleg, um aufzuzeigen, wie Mithridates versuchte, sich gezielt in eine griechisch-hellenistische Tradition zu stellen, um seine Herrschaft zu legitimieren.
Da fast alle erhaltenen Quellen aus einer römisch geprägten oder von Rom dominierten Sicht stammen, untersucht der Autor kritisch, wie das römische Feindbild ("Hannibal des Ostens") die Wahrnehmung des pontischen Königs systematisch verzerrte.
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