Masterarbeit, 2021
111 Seiten, Note: 2,0
1. Bedeutung von Empfehlungen bei Kaufentscheidungen
2. Überblick über Verhaltenseinflüsse im Rahmen von Kaufentscheidungen
2.1 Behavioral Finance als Bewertungsinstrument von Verhaltenseinflüssen
2.2 Kennzeichnung von kognitiven Verzerrungen
2.3 Ausgewählte kognitive Verzerrungen bei Kaufentscheidungen
2.4 Framing-Analyse als Untersuchungsinstrument von Verhaltenseinflüssen
3. Überblick über das Untersuchungsdesign von Ereignisstudien
3.1 Die Effizienzmarkthypothese als Grundlage der Ereignisstudie
3.2 Untersuchungszwecke von Ereignisstudien
3.3 Überblick über die methodische Vorgehensweise von Ereignisstudien
3.3.1 Überblick über den systematischen Ablauf von Ereignisstudien
3.3.2 Abgrenzung des Ereignisses
3.3.3 Vorgehensweise zur Ermittlung abnormaler Renditen
3.3.4 Überblick über die statistische Signifikanzanalyse
3.4 Untersuchungsgrundlagen des Handelsvolumens im Rahmen von Ereignisstudien
4. Durchführung einer Ereignisstudie zur Analyse von Kurseffekten
4.1 Festlegung des Untersuchungsdesign
4.2 Ergebnisuntersuchung der abnormalen Renditen
4.2.1 Gesamtuntersuchung der Ergebnisse
4.2.2 Einzeluntersuchung der Ergebnisse je Index
4.3 Ergebnisuntersuchung der abnormalen Handelsvolumina
4.3.1 Gesamtuntersuchung der Ergebnisse
4.3.2 Einzeluntersuchung der Ergebnisse je Index
4.4 Ergebnisuntersuchung der Framing-Analyse
4.5 Gesamtbetrachtung der Untersuchungsergebnisse
5. Übertragung der Untersuchungsergebnisse auf internationale Kapitalmärkte
Die Arbeit untersucht, ob Kaufempfehlungen in deutschen Wertpapierzeitschriften eine signifikante Informationswirkung auf Aktienkurse und Handelsvolumina entfalten. Das primäre Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob Anleger durch das Befolgen dieser Empfehlungen systematisch abnormale Renditen erzielen können und welche verhaltensökonomischen Faktoren, insbesondere Framing-Effekte, diese Marktreaktionen beeinflussen.
3.1 Die Effizienzmarkthypothese als Grundlage der Ereignisstudie
Ereignisstudien stellen einen der wohl bedeutsamsten und am weit verbreitetsten methodischen Ansätze im Rahmen von empirischen Kapitalmarktforschungen dar. Sie gelten innerhalb der Literatur als Standardverfahren im Hinblick auf die Beurteilung von Ankündigungseffekten. Mit ihrer Hilfe lassen sich Analysen durchführen, ob ein ökonomisches Ereignis oder eine neue Information, in Bezug auf ein womöglich beeinflussendes Ereignis, einen signifikanten Einfluss auf den zu untersuchenden Aktienkurs haben könnte. Die Methodik der Ereignisstudie geht bis in die 1930er Jahre zurück, als James Dolley erstmalig die Auswirkungen von Aktiensplits auf den Aktienkurs analysierte. Hierbei untersuchte er nominale Kursveränderungen von Aktiensplits innerhalb des Zeitraums 1921 bis 1931. Diese Untersuchung gilt als Grundstein weiterer Studien, sodass Fama/Fisher/Jensen/Roll an dieser Methodik anknüpften und im Jahr 1969 ebenfalls eine Ereignisstudie veröffentlichten, in der sie die Auswirkungen von Aktiensplits auf den Aktienkurs für die Jahre 1927 bis 1959 untersuchten. Somit wurde die Methodik der Ereignisstudie insbesondere durch die Forschungsarbeiten von Fama et. al (1969) und Ball und Brown (1968) und entscheidend geprägt und durch die Arbeiten von Brown/Warner (1980) sowie Brown/Warner (1985) stetig verfeinert.
Mit Hilfe von Ereignisstudien lassen sich Aktienkursreaktionen im Hinblick auf ihre Höhe, Richtung und Geschwindigkeit messen. Sie basieren auf der Grundlage der Effizienzmarkthypothese, die auf den US-amerikanischen Wirtschaftswissenschaftler Fama zurückzuführen ist.
1. Bedeutung von Empfehlungen bei Kaufentscheidungen: Einführung in die Relevanz von Kapitalmarktentscheidungen und die Frage, ob Aktienempfehlungen tatsächlich nützliche Informationen enthalten.
2. Überblick über Verhaltenseinflüsse im Rahmen von Kaufentscheidungen: Theoretische Fundierung durch Behavioral Finance unter Einbezug kognitiver Verzerrungen und Framing-Theorien.
3. Überblick über das Untersuchungsdesign von Ereignisstudien: Erläuterung der methodischen Grundlagen, der Effizienzmarkthypothese und der Vorgehensweise zur statistischen Signifikanzanalyse.
4. Durchführung einer Ereignisstudie zur Analyse von Kurseffekten: Praktische Anwendung der Methodik auf 97 ausgewählte Kaufempfehlungen deutscher Wertpapierzeitschriften unter Analyse von Kurseffekten, Handelsvolumina und Framing-Faktoren.
5. Übertragung der Untersuchungsergebnisse auf internationale Kapitalmärkte: Diskussion der Grenzen der Untersuchung und Ausblick auf mögliche Erweiterungen für die internationale Forschung.
Ereignisstudie, Behavioral Finance, Kaufempfehlungen, Wertpapierzeitschriften, abnormale Rendite, Markteffizienz, Framing-Effekt, Handelsvolumen, Kapitalmarkt, Anlegerverhalten, Small Caps, SDAX, DAX, Kognitive Verzerrungen, Aktienanalyse
Die Arbeit analysiert die Auswirkungen von Kaufempfehlungen in bekannten deutschen Wertpapierzeitschriften auf die Aktienkurse und das Handelsvolumen der empfohlenen Unternehmen mittels ereignisstudienbasierter Methoden.
Zentrale Felder sind die Behavioral Finance (Verhaltensökonomie), das methodische Design von Ereignisstudien sowie die Inhaltsanalyse (Framing) von Börsenmedien.
Das Ziel ist die Prüfung, ob Anleger durch das Befolgen systematischer Kaufempfehlungen eine Überrendite erzielen können und ob Medienberichterstattung durch spezifische Framing-Faktoren das Investorenverhalten beeinflusst.
Es wird ein ereignisstudienbasierter Ansatz verwendet, ergänzt durch parametrische (t-Tests) und nicht-parametrische (Rang-) Testverfahren, sowie eine induktiv-qualitative Framing-Analyse der untersuchten Medienbeiträge.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung von Anomalien, die detaillierte Beschreibung der Ereignisstudien-Methodik sowie die praktische Durchführung der Datenanalyse anhand einer Stichprobe von 97 Empfehlungen.
Die wichtigsten Schlagworte sind Ereignisstudie, Behavioral Finance, abnormale Rendite, Markteffizienz und Framing-Effekt.
Die Ergebnisse zeigen, dass Unternehmen aus dem Small Cap Bereich überdurchschnittlich stark auf Kaufempfehlungen reagieren, sowohl bei der Kursentwicklung als auch beim Handelsvolumen.
Die Untersuchung identifiziert Framing-Faktoren wie Grafikcharts, explizite Kaufaufforderungen und Kurszielangaben als Treiber für das Herdenverhalten unerfahrener Investoren.
Die Autor kommt zu dem Schluss, dass trotz messbarer kurzfristiger Effekte der Abzug von Transaktions- und Depotgebühren dazu führt, dass sich eine kurzfristige Anlage auf Basis dieser Empfehlungen ökonomisch kaum auszahlt.
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