Masterarbeit, 2017
60 Seiten, Note: 1,1
1. Einführung: Gegenstand und Zielsetzung der Arbeit
2. Über die musikalische Begleitung im Stummfilm
2.1. Notwendigkeit der musikalischen Begleitung im Stummfilm
2.2. Vom Grammophon zum Cue Sheet-Pianisten
2.3. Vom Kino-Pianisten zum Orchester
3. Filmmusik im Tonfilm
3.1. Entwicklungsstationen der Schallaufzeichnung im Tonfilm
3.2. Über die Hollywood-Sinfonik bis hin zum stilistischen Pluralismus
4. Über- und Ausblick: Vom Stummfilm zum Sound Design
5. Filmmusiktechniken
5.1. Underscoring
5.2. Mickeymousing
5.3. Mood-Technik
5.4. Leitmotiv-Technik
5.5. Leitmotiv-Thema
6. Funktionen und Wirkung von Filmmusik
6.1. Filmmusik als funktionale Musik
6.2. Grundelemente der Filmmusik
6.3. Funktionen von Filmmusik nach Claudia Bullerjahn
6.3.1. Metafunktionen
6.3.2. Funktionen im eigentlichen Sinne
6.4. Wirkungsebenen von Filmmusik nach Claudia Bullerjahn
7. Filmmusik im Musikunterricht
7.1. Vorbemerkungen: Schülerinnen und Schüler & Filmmusik
7.2. Technische Voraussetzungen früher und heute
7.3. Potential von Filmmusik für den Unterricht und Ziele des Lehrplans
7.3.1. Filmmusik in Bezug auf die Inhaltsfelder des Lehrplans
7.3.2. Mögliche Ziele für das Thema Filmmusik
7.4. Methodische Herangehensweisen
7.5. Auswahlkriterien für Unterrichtsmaterialien
7.6. Exemplarische Analyse von Lehrwerken
7.6.1. M. Schreiber & W. Torkel (1984): Filmmusik im Unterricht
7.6.2. G. Maas (2001): Filmmusik (Sekundarstufe I)
7.6.3. T. Krettenauer (2008): Filmmusik (Sekundarstufe II)
8. Resümee
Die vorliegende Masterarbeit untersucht, wie, warum und mit welchen Voraussetzungen Filmmusik sinnvoll und zielführend in den Musikunterricht an Gymnasien und Gesamtschulen eingebracht werden kann, wobei sie den Bogen von historisch-musikwissenschaftlichen Grundlagen bis hin zur konkreten musikpädagogischen Umsetzung spannt.
5.1. Underscoring
Underscoring beschreibt die „extensive Unterlegung des Films mit Musik“ bzw. die „Umschreibung der szenischen Gefühlswelt“ durch Musik. Die Musikspur wird dabei so angelegt, dass sie möglichst alle auf der Bildebene sichtbaren Vorkommnisse, Bewegungen und dargestellten Gefühle mitvollzieht und sich synchron dazu anpasst. Rollt z.B. ein Zug an, würde der Komponist hier Musik schreiben, die den Geräuschen einer Dampflokomotive entspricht und einen eher heiteren Charakter hat, welche die freudig wartenden Gäste am Bahnhof untermalt. Genauso könnte eine sich zuspitzende Diskussion eines Ehepaares durch schneller, lauter oder hektisch werdende Musik unterstützt werden.
Diese Technik wurde schon zu Zeiten des Stummfilms angewendet, wo Geräusch-Patterns in den Cue Sheets verzeichnet waren; teilweise wurden hierfür auch Geräuschmaschinen eingesetzt. Seit dem Tonfilm kommen die Klänge allerdings nicht mehr von Maschinen oder Klavieren, sondern werden orchestral arrangiert. Beispielsweise wurden Wassertropfen im Film Schlussakkord (Deutschland 1936) durch Staccato-Akkorde oder Streicher-Pizzicati innerhalb der Kompositionen von Max Steiner untermalt.
Es gibt auch Tabellen zu Instrumentenklischees oder zur Charakterisierung bestimmter Landschaften. Hierbei erklingt beim Erscheinen des Eifelturms beispielsweise Akkordeonmusik, der Dudelsack kommt in Szenen zum Einsatz, die die schottische Landschaft zeigen, oder es wird Blasmusik verwendet, wenn Alpen zu sehen sind. Es geht dabei nicht um musikethnologische Richtigkeit, sondern es steht der Griff zu den dem Publikum vertrauten Charakteristika der Musik im Vordergrund.
1. Einführung: Gegenstand und Zielsetzung der Arbeit: Diese Einführung erläutert die Bedeutung der Filmmusik als Kunstform und formuliert die zentrale Fragestellung, wie dieses komplexe Thema musikpädagogisch in den Schulunterricht integriert werden kann.
2. Über die musikalische Begleitung im Stummfilm: Das Kapitel beleuchtet die historischen Ursprünge der Filmmusik, von der improvisierten Klavierbegleitung bis hin zur Etablierung erster standardisierter Cue Sheets zur Strukturierung der musikalischen Untermalung.
3. Filmmusik im Tonfilm: Hier werden die technischen Fortschritte der Schallaufzeichnung sowie die Entwicklung der Filmmusik zur sogenannten Hollywood-Sinfonik und deren stilistischer Pluralismus detailliert nachgezeichnet.
4. Über- und Ausblick: Vom Stummfilm zum Sound Design: Dieses Kapitel zieht ein Zwischenfazit über die Entwicklung der Filmmusik und blickt auf moderne Verfahren der Klangerzeugung sowie zukünftige Herausforderungen wie das Crossmarketing von Soundtracks.
5. Filmmusiktechniken: Es erfolgt eine systematische Darstellung und Erklärung der grundlegenden Kompositionstechniken wie Underscoring, Mickeymousing, Mood-Technik und Leitmotivik, die für das Verständnis von Filmmusik essenziell sind.
6. Funktionen und Wirkung von Filmmusik: Basierend auf dem Modell von Claudia Bullerjahn werden die verschiedenen Metafunktionen sowie die dramaturgischen, epischen, strukturellen und persuasiven Funktionen von Filmmusik erläutert.
7. Filmmusik im Musikunterricht: Der Hauptteil der Arbeit befasst sich mit der musikpädagogischen Praxis: Es werden Lehrplanziele, methodische Ansätze und Kriterien zur Auswahl von Unterrichtsmaterialien diskutiert sowie exemplarisch drei Lehrwerke analysiert.
8. Resümee: Die wichtigsten Erkenntnisse werden konzentriert zusammengefasst, die Relevanz der Untersuchung reflektiert und offene Fragen für künftige Forschungsaktivitäten im Bereich der Filmwahrnehmung formuliert.
Filmmusik, Musikunterricht, Stummfilm, Tonfilm, Hollywood-Sinfonik, Underscoring, Mickeymousing, Leitmotiv-Technik, Funktionale Musik, Claudia Bullerjahn, Filmmusiktechniken, Musikpädagogik, Filmwahrnehmung, Unterrichtsmaterialien, Medienkompetenz
Die Arbeit untersucht, wie Filmmusik als integraler Bestandteil heutiger Lebenswelt sinnvoll und methodisch zielführend in den Musikunterricht an Gymnasien und Gesamtschulen implementiert werden kann.
Die Arbeit umfasst die historische Entwicklung der Filmmusik, theoretische Analysen von Filmmusiktechniken und deren Funktionen sowie die musikpädagogische Konzeption und Evaluation von Unterrichtseinheiten.
Das Ziel ist die Erörterung der Frage, wie, warum und mit welchen Voraussetzungen Filmmusik in den Musikunterricht eingebracht werden kann, um sowohl ästhetische Sensibilisierung als auch Medienkompetenz zu fördern.
Die Autorin kombiniert einen musikwissenschaftlichen Abriss zur Geschichte und Theorie der Filmmusik mit einer musikpädagogisch orientierten Analyse und Evaluation bestehender Unterrichtsmodelle (Lehrwerkanalyse).
Den Kern bilden die Erläuterung der Filmmusiktechniken, die Darstellung der Funktionen nach dem Modell von Claudia Bullerjahn sowie die kritische Reflexion der unterrichtlichen Umsetzung und Materialwahl.
Die wichtigsten Begriffe sind Filmmusik, funktionale Musik, Musikpädagogik, Filmwahrnehmung, Medienkompetenz und didaktische Reduktion.
Bullerjahns Modell ist für die Autorin besonders wertvoll, da es umfangreiche bestehende Theorien systematisch zusammenfasst und erstmals eine empirische Perspektive auf die Wirkung beim Zuschauer explizit einbezieht.
Das ältere Werk wird aufgrund der damaligen technischen Restriktionen und des Fehlens einer wahrnehmungsorientierten Didaktik als heute weniger zeitgemäß eingestuft, während neuere Werke von Maas und Krettenauer die heutige technische Ausstattung und die subjektive Schülersicht deutlich besser einbinden.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

