Bachelorarbeit, 2021
54 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Bildungsgerechtigkeit – Eine Einordnung
2.1 Bildungsgerechtigkeit – Ein Diskurseinstieg
2.2 PISA und die Wirkungen auf Politik und Wirtschaft
3 Theoretische Konzepte von Bildungsgerechtigkeit
3.1 Verteilungsgerechtigkeit
3.2 Teilhabegerechtigkeit
3.3 Anerkennungsgerechtigkeit
4 Hochbegabung – Eine geschichtliche Einordnung
4.1 Hochbegabung als Gabe
4.2 Hochbegabung und IQ: Der Versuch, Intelligenz und Hochbegabung zu messen und warum Hochbegabung nicht gleichbedeutend mit Leistung ist
4.3 Neuere Modelle von Hochbegabung
5 Hochbegabungsförderung und Inklusion aus der Perspektive der Verteilungsgerechtigkeit
6 Hochbegabungsförderung und Inklusion aus der Perspektive von Teilhabegerechtigkeit
7 Hochbegabungsförderung und Inklusion aus der Perspektive von Anerkennungsgerechtigkeit
8 Zusammenfassung und Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht kritisch, inwieweit die Förderung von Hochbegabung mit den verschiedenen Dimensionen inklusiver Bildungsgerechtigkeit vereinbar ist. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert darauf, ob und unter welchen Bedingungen Hochbegabungsförderung im Kontext einer inklusiven Schule theoretisch legitimiert werden kann, wobei die politischen und wirtschaftlichen Interessen hinter diesen Diskursen analysiert werden.
4.1 Hochbegabung als Gabe
Der Begriff der Begabung ist alt und über eine sehr lange Zeit relativ ähnlich in seiner Bedeutung geblieben, da Begabung als Gabe angesehen worden ist. Der Begriff der Gabe ist hierbei doppelt bedeutend, da sowohl die Gottesgabe als auch die Naturgabe gemeint war (beides wurde aber auch durchaus zusammengedacht). Vor allem Ersteres hatte einen wichtigen Einfluss darauf, wie früher über den Begabungsbegriff beziehungsweise die Gabe gesprochen wurde.
Dieser Umstand wird gerade beim Begriff der Hochbegabung deutlich: So schreibt zum Beispiel Platon in seinen Texten, dass begabte Männer „men of gold“ seien, die wichtig für den Staat und dessen Weiterentwicklung sind (Platon in: Lo/Porath 2017: 345). Auch schreibt Müller-Oppliger (2020) dazu ähnlich, dass in der Geschichte von Hochbegabten gesprochen worden ist, als ob Gott ihnen ein „goldenes Chromosom“ geschenkt hätte (ebd.: 69). Hier wird nicht nur deutlich, welchen Status „men of gold“ hatten, sondern auch, dass diese Statuszuschreibung unveränderlich ist. Gold bleibt Gold, aber Silber kann nicht zu Gold werden. Anders gesagt: Die Ungleichheit unter Menschen, auch die der Begabungen, ist gottgewollt und damit unabänderlich (vgl. Heid 2019: 75). Selbst diejenigen, die unter der ‚nicht vorhandenen‘ Begabung leiden, sollen nicht versuchen, begabt zu werden, da der Himmel als Belohnung für all ihr Leid warten wird (vgl. ebd.: 75). Trotzdem gibt es hier auch den ersten Aufforderungscharakter. Menschen sollen ihre Begabung beziehungsweise das, was Gott ihnen gegeben hat, nutzen, gerade weil es ein Geschenk Gottes ist.
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die aktuelle Konjunktur des Begriffs ‚Bildungsgerechtigkeit‘ ein und stellt die Forschungsfrage nach der Vereinbarkeit von Hochbegabungsförderung und Inklusion.
2 Bildungsgerechtigkeit – Eine Einordnung: Dieses Kapitel erläutert die Popularität des Begriffs Bildungsgerechtigkeit und die machtvollen Einflüsse von PISA sowie politisch-ökonomischer Interessen.
3 Theoretische Konzepte von Bildungsgerechtigkeit: Es werden die drei zentralen Konzepte der Verteilungsgerechtigkeit, Teilhabegerechtigkeit und Anerkennungsgerechtigkeit für das weitere Verständnis der Arbeit definiert.
4 Hochbegabung – Eine geschichtliche Einordnung: Hier erfolgt eine historische Aufarbeitung des Begabungsbegriffs, von der metaphysischen „Gabe“ bis hin zum modernen „transaktionalen“ Paradigma.
5 Hochbegabungsförderung und Inklusion aus der Perspektive der Verteilungsgerechtigkeit: Es wird kritisch analysiert, wie das meritokratische Prinzip der Verteilungsgerechtigkeit zur Selektion im Schulsystem beiträgt und warum dies im Widerspruch zur Inklusion steht.
6 Hochbegabungsförderung und Inklusion aus der Perspektive von Teilhabegerechtigkeit: Das Kapitel untersucht das Schwellenkonzept der Teilhabegerechtigkeit und die damit verbundenen Herausforderungen für ein inklusives Bildungssystem.
7 Hochbegabungsförderung und Inklusion aus der Perspektive von Anerkennungsgerechtigkeit: Hier wird das Potential einer anerkennungstheoretischen Perspektive für eine allgemeine, inklusive Begabungsförderung diskutiert.
8 Zusammenfassung und Fazit: Die Arbeit schließt mit dem Ergebnis, dass eine exklusive Hochbegabungsförderung im Kontext inklusiver Gerechtigkeit problematisch bleibt und plädiert für einen komplexeren, differenzierten Bildungsbegriff.
Bildungsgerechtigkeit, Hochbegabungsförderung, Inklusion, Verteilungsgerechtigkeit, Teilhabegerechtigkeit, Anerkennungsgerechtigkeit, Meritokratie, Begabungsbegriff, PISA-Schock, Underachievement, Chancengleichheit, Differenzierter Unterricht, Identifikationsparadigma, Schulentwicklung.
Die Bachelorarbeit setzt sich kritisch mit der Frage auseinander, ob die Hochbegabungsförderung in ein inklusives Schulsystem integriert werden kann, ohne dabei bestehende soziale Ungleichheiten zu verschärfen.
Die Untersuchung umfasst die theoretischen Grundlagen der Bildungsgerechtigkeit, die historische Transformation des Begabungsbegriffs und die politische sowie ökonomische Steuerung des Schulsystems im Hinblick auf Selektionsprozesse.
Das Ziel ist die kritische Hinterfragung des Begabungsdiskurses, um zu klären, ob und wie Hochbegabungsförderung unter den Bedingungen inklusiver Bildung gerechtigkeitstheoretisch zu rechtfertigen ist.
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die diskursanalytische Elemente nutzt und verschiedene gerechtigkeitstheoretische Konzepte (Verteilung, Teilhabe, Anerkennung) auf die Praxis der Hochbegabtenförderung bezieht.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der drei Gerechtigkeitskonzepte (Kapitel 5-7), wobei jeweils geprüft wird, welche Argumente für oder gegen eine Förderung hochbegabter Kinder in diesen theoretischen Rahmenbedingungen sprechen.
Wesentliche Begriffe sind Inklusion, Meritokratie, Bildungsgerechtigkeit, Anerkennung, Verteilungsgerechtigkeit sowie die historische und moderne Betrachtung von Begabung.
Privatschulen werden als Institutionen diskutiert, die zwar individuelle Förderung versprechen, aber durch sozioökonomische Hürden oft soziale Selektion begünstigen und damit dem gesamtgesellschaftlichen Anspruch auf Inklusion entgegenstehen.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass eine exklusive Förderung nach dem meritokratischen Prinzip nicht mit inklusiver Gerechtigkeit vereinbar ist und fordert stattdessen einen Paradigmenwechsel hin zu einer allgemeinen Begabungsförderung für alle Kinder.
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