Examensarbeit, 2019
81 Seiten, Note: 12
1. Einleitung
2. Hauptteil
2.1.Begrifflichkeit und Ursache für eine Behinderung
2.1.1. Der Begriff der Behinderung
2.1.2. Ursachen einer Behinderung
2.1.3. „Schwerstmehrfachbehindert“
2.2. Der Traum vom Wunschkind
2.3. Wenn der Traum platzt - Zur faktischen und psychosozialen Situation der Eltern nach der Geburt ihres schwerstmehrfachbehinderten Kindes
2.3.1 Die Konfrontation mit der Behinderung als kritisches Lebensereignis
2.3.2. Die direkte Zeit nach der Geburt
2.3.3. Phasenmodelle zum Bewältigungsprozess
2.3.3.1.„Krisenverarbeitung als Lernprozess“ nach Schuchardt
2.3.3.2. „Trauerprozess und Autonomieentwicklung“ nach Monika Jonas
2.3.3.3. „Das Postulat der Annahme“
2.4. Welchen Unterstützungsbedarf haben Eltern nach der Geburt ihres schwerstmehrfachbehinderten Kindes?
2.4.1. Die Situation der Diagnose – der Moment der Weichenstellung
2.4.2. Die Begleitung der Eltern nach der Geburt
2.4.3. Familiäre Ressourcen im Bewältigungsprozess
2.4.3.1. Resilienz
2.4.4. Veränderung und Neuentwicklung von Bedürfnissen
2.4.5. Die Unterstützung des Beziehungsaufbaus zwischen Eltern und Kind
2.4.6. Das „Empowerment-Konzept“ und seine Grundlagen
2.4.6.1. Empowerment als familiäre Bewältigungsstrategie
2.4.7. Die Beziehungsgestaltung von Eltern und Fachkräften
2.4.7.1. Aufgaben und Ziele der Zusammenarbeit
2.4.7.2. Formen der Zusammenarbeit
2.4.7.3. Mögliche Spannungsfelder in der Zusammenarbeit zwischen Eltern und Fachleuten
2.4.8. Weitere unterstützende Hilfen für Eltern
2.4.9. Unterschiede im Unterstützungsangebot von Vätern und Müttern
2.4.10. Kultursensible Pflege und Beratung
2.4.10.1. Allgemeine differenzsensible Kommunikation zur Vermeidung einer Ethnisierung und Kulturalisierung von Differenzen
2.5. Unterstützende Angebote – ein Blick in die Praxis
2.5.1. Babylots*innen
2.5.2. Frühe Hilfen
2.5.3. Frühförderung
2.5.4. Familienentlastende Angebote
2.5.5. Elternseminare
2.5.6. knw-Kindernetzwerk e.V.- Dachverband der Selbsthilfe von Familien mit Kindern und jungen Erwachsenen mit chronischen Erkrankungen und Behinderungen
2.5.7. Sozialpädiatrische Zentren (SPZ)
2.5.8. Die Mobile Kinderkrankenpflege Frankfurt am Main
2.5.9. Kinderhospiz Bärenherz
3. Schluss
Die vorliegende Arbeit untersucht die psychosoziale Belastungssituation von Eltern nach der Geburt eines schwerstmehrfachbehinderten Kindes. Ziel ist es, die spezifischen Bedürfnisse dieser Eltern zu identifizieren und aufzuzeigen, wie unterstützende Angebote – von der Diagnoseeröffnung bis zur langfristigen Begleitung – effektiv zur Bewältigung der Lebenskrise beitragen können.
1. Einleitung
„Ich kann mir keine Krankenstation in unserer Wohnung vorstellen – ich will es auch nicht!“, so die Worte eines Vaters kurz nach der Geburt seiner Tochter, bei der diese einen Sauerstoffmangel erlitten hatte. „Nach Bens Geburt bekamen wir keine Glückwunschkarten, niemand rief uns an. Das deprimierte mich sehr.“ „Ich fragte mich die ganze Zeit: Warum wir?“ Dies sind Aussagen von Eltern, deren Kind mit einer Schwerstmehrfachbehinderung auf die Welt kam bzw. während oder kurz nach der Geburt schwerstmehrfachbehindert wurde. Ich lernte sie bei meiner Arbeit als Kinderkrankenschwester im Krankenhaus, in der Mobilen Kinderkrankenpflege sowie in einem an eine Schule angegliederten Wohnheim für schwerstmehrfachbehinderte Kinder kennen. Bei der Arbeit kam es hin und wieder zu Konflikten mit Eltern. So fiel es einigen schwer, ihr Kind in die Obhut fremder Hände zu geben oder sie verhielten sich in einigen Situationen für andere unangemessen. Hin und wieder gab es jedoch auch Gelegenheiten, um sich mit den Eltern zu unterhalten; über ihr Kind, über sie selbst und die Vergangenheit mit ihrem Kind. Dabei war es vor allem im Wohnheim erstaunlich, was die Familien alles mit ihrem Kind erlebt hatten und wie unterschiedlich sie mit der Situation umgingen.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die emotionale Ausgangslage betroffener Eltern und formuliert die zentrale Fragestellung nach notwendigen Unterstützungsmöglichkeiten in der Zeit nach der Geburt eines schwerstmehrfachbehinderten Kindes.
2. Hauptteil: Der Hauptteil analysiert theoretische Grundlagen zur Behinderung, Phasenmodelle der Trauerbewältigung sowie konkrete Unterstützungsbedarfe und die Gestaltung der Zusammenarbeit zwischen Eltern und Fachkräften.
3. Schluss: Das Schlusskapitel fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit einer wertschätzenden, koordinierten Unterstützung, die Eltern als Partner in den Mittelpunkt stellt.
Schwerstmehrfachbehinderung, Elternberatung, Bewältigungsprozess, Empowerment, Resilienz, Frühe Hilfen, Frühförderung, Diagnoseübermittlung, Trauerarbeit, Fachkräfte, Familienentlastende Angebote, Kooperation, Sozialpädiatrische Zentren, Elternarbeit, Inklusion
Die Arbeit widmet sich den Herausforderungen von Eltern, die ein schwerstmehrfachbehindertes Kind bekommen haben, und untersucht, welche Unterstützungsangebote ihnen bei der Bewältigung dieser Lebenssituation helfen können.
Zu den Kernbereichen gehören der Umgang mit der Diagnose, die psychologischen Phasen der Krisenverarbeitung, die Rolle von familiären Ressourcen sowie die Gestaltung der Zusammenarbeit zwischen den betroffenen Eltern und professionellen Helfern.
Das Ziel ist es, auf Basis deskriptiver Analysen aufzuzeigen, wie Unterstützungsangebote so strukturiert sein müssen, dass sie Eltern effektiv bei der Rückgewinnung von Kontrolle und Lebensqualität unterstützen können.
Die Arbeit basiert auf einer deskriptiven Auseinandersetzung mit der Fachliteratur und ergänzt diese durch Expertenwissen aus dem klinischen Alltag, unter anderem durch Anfragen an Fachabteilungen eines Frankfurter Krankenhauses.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Behinderungsbegriffen, die psychologische Situation nach der Geburt („Traum vom Wunschkind“), Modelle zum Bewältigungsprozess sowie eine umfassende Darstellung der verschiedenen unterstützenden Praxiseinrichtungen.
Wichtige Begriffe sind Schwerstmehrfachbehinderung, Empowerment, Resilienz, Trauerbewältigung, Frühe Hilfen, Elternarbeit und interdisziplinäre Kooperation.
Die Art und Weise, wie die Diagnose vermittelt wird, fungiert als zentraler „Moment der Weichenstellung“. Eine empathische und strukturierte Aufklärung ist essenziell, um Eltern nicht zu überfordern und eine vertrauensvolle Basis für die künftige Begleitung zu schaffen.
Empowerment unterstützt Eltern dabei, nicht als passive Empfänger von Hilfe, sondern als Experten in eigener Sache zu agieren. Es fördert ihre Selbstgestaltungskräfte und hilft, die familiäre Situation aktiv und selbstbestimmt zu bewältigen.
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