Bachelorarbeit, 2021
96 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung und Problemstellung
2 Theoretischer Hintergrund und Bezugsrahmen
2.1 Notfallsanitäter
2.1.1 Rechtlicher Hintergrund
2.1.2 Kompetenzen und Grenzen
2.2 Patientensicherheit
2.2.1 Definition von Patientensicherheit
2.2.2 Gefährdung durch Fehler
2.3 Critical Incident Reporting System
2.3.1 CIRS als Instrument des Risikomanagements
2.3.2 Chancen und Risiken
3 Ziele und Fragestellung
4 Methodisches Vorgehen
4.1 Datenbanken
4.2 Suchbegriffe und Recherche
4.3 Ein- und Ausschlusskriterien
4.4 Bewertung der Studienqualität
4.5 Vorgehen bei der Analyse
5 Ergebnisse
5.1 Eingeschlossene Studien bzw. Literatur
5.2 Ergebnisse der Analyse
5.3 Zusammenfassung der Ergebnisse
5.4 Ergebnisse in zyklischem Bezug zu den Forschungsfragen
6 Diskussion
6.1 Diskussion der Ergebnisse
6.2 Diskussion des methodischen Vorgehens
7 Schlussfolgerungen
Diese Arbeit zielt darauf ab, den Nutzen und die Risiken eines Critical Incident Reporting Systems (CIRS) zur Steigerung der Patientensicherheit in der präklinischen Notfallversorgung durch Notfallsanitäter zu identifizieren. Dabei wird insbesondere der pädagogische Lernansatz einer offenen Fehlerkultur untersucht, um durch die systematische Aufarbeitung fehlerhafter Handlungen einen Beitrag zur Vermeidung zukünftiger kritischer Ereignisse zu leisten.
2.2.2 Gefährdung durch Fehler
Der Begriff „Fehler“ wird in der Literatur häufig inflationär benutzt und meist nicht eingehend unterteilt; dabei ist genau dies ein relevantes Detail bei der Fehlerursache. Dementsprechend gibt es keine komplett deckungsgleichen Definitionen und der Diskurs hängt von der Betrachtung der Fachexpertise ab (Holländer, 2020, S. 23). Eine erste treffende Definition aus der präklinischen Notfallversorgung von Badke-Schaub, Hofinger und Lauche aus dem Jahr 2012 besagt dazu: „Fehler sind eine Abweichung von einem als richtig angesehenen Verhalten oder von einem gewünschten Handlungsziel, das der Handelnde eigentlich hätte ausführen bzw. erreichen können“ (S. 40). Marx spricht 2017 dabei von einem Fehler, wenn eine Tätigkeit oder eine Entscheidung, oder das Unterlassen dieser, zu einem unerwünschten Resultat führt. Dabei unterscheidet er im Weiteren zwischen latenten und aktiven Fehlern. Latente Fehler beschreibt er als latentes Versagen oder auch als Systemfehler, was als Resultat aus einer strukturellen Schwäche auf Führungs- oder Organisationsebene zu erkennen ist. Ein aktiver Fehler hingegen beschreibt die unumwundene fehlerhafte Tätigkeit oder Entscheidung von mindestens einer Person, was zu einem Versagen der eigentlichen Absicht führt (Marx, 2017, S. 77–78).
Mittlerweile wurden diese zentralen Definitionsansätze noch von St. Pierre und Hofinger im Jahre 2020 konkretisiert. Ein „Fehler“ wird von ihnen unterdessen als das unerwünschte Ergebnis von Handlungen definiert. Dabei steht die Sichtweise auf das Resultat und die Konsequenzen einer Handlung im Vordergrund. Die Sichtweise wird von der Hypothese geleitet, dass es eine qualitative Korrelation zwischen einer Ursache und deren Wirkung gibt. Im Zentrum dieser Kontemplation steht der Weg, der zum Zwischenfall bzw. zum Unfall geführt hat. Um den gesamten Prozess zu verstehen und sich auf die neuen Ansätze konzentrieren zu können, muss man die Frage, wer denn schuld war, verlassen. Hierbei rücken vier Fragen in den Vordergrund gerückt, die zur Weiterentwicklung von bedeutendem Nutzen sind. 1. Was genau wurde falsch gemacht? War also der Denkprozess oder doch die Ausführung einer Handlung betroffen? 2. Warum ist etwas nicht richtig gemacht worden? Welche psychischen Mechanismen waren bei der Entstehung beteiligt? 3. Warum war es aus der Sicht der handelnden Person angemessen und ideal, so zu handeln? 4. Welche Kontextfaktoren und Voraussetzungen waren übergeordnet?
1 Einleitung und Problemstellung: Einführung in die Thematik der Patientensicherheit im Rettungsdienst und die Rolle der Notfallsanitäter sowie Definition der Problemlage.
2 Theoretischer Hintergrund und Bezugsrahmen: Darstellung der rechtlichen Grundlagen, der Definition von Patientensicherheit sowie des Konzepts von CIRS als Risikomanagementinstrument.
3 Ziele und Fragestellung: Definition der Forschungsziele und der zentralen Fragen hinsichtlich der Chancen und Risiken von CIRS für Notfallsanitäter.
4 Methodisches Vorgehen: Beschreibung des integrativen Literaturreviews, der Suchstrategien und der Kriterien zur Studienauswahl und -bewertung.
5 Ergebnisse: Präsentation der 15 identifizierten Publikationen und Analyse der Fehlermuster, Ursachen und Barrieren in der präklinischen Versorgung.
6 Diskussion: Kritische Reflexion der Ergebnisse und des methodischen Vorgehens unter Einbeziehung internationaler Forschungsergebnisse.
7 Schlussfolgerungen: Synthese der Ergebnisse mit Empfehlungen zur Implementierung einer offenen Fehlerkultur und eines gelebten Risikomanagements im Rettungsdienst.
Patientensicherheit, Notfallsanitäter, Rettungsdienst, CIRS, Critical Incident Reporting System, Fehlerkultur, Risikomanagement, Human Factors, Medikamentenverwechslung, Kommunikation, Fehleranalyse, prähospitale Versorgung, Fehlermeldesystem, Patientenversorgung, Qualitätsmanagement.
Die Arbeit untersucht den Einfluss eines anonymen Fehlermeldesystems (CIRS) auf die Patientensicherheit in der präklinischen Notfallversorgung durch Notfallsanitäter.
Zentrale Themen sind die Fehlerklassifikation, die Fehlerursachen im Rettungsdienst, die Bedeutung einer offenen Fehlerkultur sowie die Möglichkeiten des Risikomanagements durch ein CIRS.
Das Ziel ist es, den Nutzen und die Risiken eines CIRS für Notfallsanitäter zu identifizieren und aufzuzeigen, wie durch eine offene Fehlerkultur Fehler prospektiv vermieden werden können.
Der Autor führt ein integratives Literaturreview durch, um internationale wissenschaftliche Erkenntnisse aus den Jahren 2011 bis 2021 zu analysieren und auf den deutschen Kontext zu übertragen.
Der Hauptteil umfasst die theoretischen Grundlagen, die methodische Vorgehensweise bei der Literaturanalyse, die detaillierte Darstellung und Diskussion der Ergebnisse sowie deren kritische Reflexion.
Die wichtigsten Begriffe sind Patientensicherheit, Notfallsanitäter, CIRS, Fehlerkultur, Risikomanagement und Kommunikation im Rettungsdienst.
Die Analysen zeigen, dass fast zwei Drittel der fehlerhaften Handlungen im Rettungsdienst auf Kommunikationsdefizite im Team oder bei der Übergabe an das Krankenhaus zurückzuführen sind.
Die Anonymität ist essenziell, um die Angst vor strafrechtlichen oder beruflichen Konsequenzen zu minimieren und das Personal zu motivieren, kritische Ereignisse offen zu melden.
Es wird kritisiert, da die Schuldzuweisung an Einzelpersonen verhindert, dass die zugrunde liegenden systemischen Fehler erkannt und langfristig durch Prozessänderungen gelöst werden.
Notfallsanitäter tragen durch ihre erweiterte Ausbildung mehr Eigenverantwortung bei invasiven Maßnahmen, was eine professionellere Fehleraufarbeitung und Sicherheitsstrategie dringend erforderlich macht.
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