Diplomarbeit, 2006
132 Seiten, Note: 1,5
1 Einleitung
2 Ökonomische Grundlagen
2.1 Wettbewerb
2.2 Der Markt und Marktformen
2.3 Das Polypol und Preisbildung bei vollkommener Konkurrenz
2.3.1 Die Nachfragefunktion der Haushalte
2.3.2 Die Angebotsfunktion der Unternehmen
2.3.3 Das partielle Marktgleichgewicht
2.4 Das Monopol und die Preisbildung auf monopolistischen Märkten
2.4.1 Die Marktform des Angebotsmonopols
2.4.2 Das Cournotsche Monopolgleichgewicht
2.5 Auswirkungen der Marktform auf die gesamtwirtschaftliche Wohlfahrt – Monopol und vollkommene Konkurrenz im Vergleich
2.5.1 Vergleich von Monopol- und Konkurrenzgleichgewicht: statische Effizienzanalyse
2.5.2 Vergleich von Monopol- und Konkurrenzgleichgewicht: dynamische Effizienzanalyse
2.6 Ökonomische Besonderheiten der Internetökonomie
2.7 Wettbewerbspolitik und Wettbewerbsbeschränkung
2.7.1 Arten wettbewerbsbeschränkender Strategien
2.7.2 Tying als spezielle Form der Behinderungsstrategie
2.7.3 Marktbeherrschung und Missbrauchskontrolle nach Artikel 82 EG
2.7.4 Die missbräuchliche Ausnutzung einer marktbeherrschenden Stellung
3 Das EU-Kartellverfahren gegen Microsoft
3.1 Fallrelevante Grundlagen der Informationstechnologie
3.2 Chronologie der Ereignisse
3.3 Analyse der Untersuchung der Wettbewerbskommission
3.3.1 Die relevanten Produktmärkte
3.3.1.1 Der Markt für Client-PC-Betriebssysteme
3.3.1.2 Der Markt für Arbeitsgruppenserver-Betriebssysteme
3.3.1.3 Der Markt für Streaming Media Player
3.3.2 Untersuchung des Vorliegens einer marktbeherrschenden Stellung
3.3.2.1 Vorliegen einer dominanten Stellung auf dem Markt für Client-PC Betriebssysteme
3.3.2.2 Vorliegen einer dominanten Stellung auf dem Markt für Server Betriebssysteme
3.3.3 Untersuchung des Missbrauch-Vorwurfes
3.3.3.1 Microsofts Weigerung der Bereitstellung von Interoperabilitätsinformationen
3.3.3.2 Microsofts Kopplung des Windows Media Players an das Betriebssystem Windows
3.3.4 Die im Urteil festgelegten Abhilfemaßnahmen und Bußgelder
4 Kommentar zum Urteil der Wettbewerbskommission
4.1 Kommentar zum Vorwurf der wettbewerbswidrigen Verweigerung der Weitergabe von Schnittstelleninformationen
4.2 Kommentar zum Vorwurf der wettbewerbswidrigen Kopplung
5 Schlusswort
Diese Arbeit analysiert das EU-Kartellverfahren gegen Microsoft, insbesondere die Vorwürfe des Missbrauchs einer marktbeherrschenden Stellung durch das Vorenthalten von Schnittstelleninformationen und die kartellrechtswidrige Kopplung des "Windows Media Players". Ziel ist es, das Verfahren ökonomisch zu beleuchten und kritisch zu bewerten.
2.7.2 Tying als spezielle Form der Behinderungsstrategie
Ein Hauptvorwurf, den die EU-Kommission Microsoft gemacht hat, besteht in der Kopplung des Windows Media Players mit dem Windows-Betriebssystem, wodurch der EU zufolge der Wettbewerb auf dem Markt für Media Player stark beeinträchtigt wurde und andere Anbieter aus dem Markt gedrängt worden sind. Diese Kopplung, auch Bundling oder Tying genannt, tritt im Alltag häufig auf. In vielen Fällen bietet ein Verkäufer ein Produkt unter der Bedingung an, dass der potenzielle Käufer zusätzlich ein anderes Gut erwerben muss. Beispielsweise gibt es Reiseanbieter, die ein Flugticket nur in Verbindung mit einer Hotelübernachtung verkaufen; Schuhverkäufer verkaufen ihre Schuhe grundsätzlich immer mit Schnürsenkeln und Computer werden meistens zusammen mit einem Betriebssystem und Anwendungsprogrammen angeboten. All dies sind Beispiele für „Bundling“ bzw. „Tying“, bei dem verschiedene Güter, die in einem festen Verhältnis zueinander stehen, nur zusammen verkauft werden.
Tying hat nicht grundsätzlich negative Effekte auf den Wettbewerb, sondern kann durchaus positiv sein. Natürlich kann man einen Computer-Prozessor, eine Festplatte, Arbeitsspeicher usw. einzeln kaufen und zu einem Computer zusammenbauen, jedoch wäre dies aus Sicht des Konsumenten deutlich teurer als für einen Computer-Hersteller, der geschultes Personal und entsprechende Maschinen für den Zusammenbau hat und außerdem Preisvorteile durch entsprechend hohe Bestellmengen in Anspruch nehmen kann. Auch ein Schuhkäufer könnte im Schuhladen nur die Schuhe kaufen und die Schnürsenkel in einem anderen Laden erwerben, was für ihn aber schon allein unter zeitlichen Gesichtspunkten ineffizient wäre. Es gibt also Fälle, in denen es effizienter ist, wenn bestimmte Produkte zusammen verkauft werden. Dies ist auch der Fall, wenn bestimmte Produkte am besten in Verbindung mit speziellen anderen Gütern funktionieren – beispielsweise gibt es Fotokopierer, die schlechte Kopien machen, wenn sie nicht eine bestimmte Toner-Sorte nutzen können.
1 Einleitung: Diese Einleitung stellt das EU-Kartellverfahren gegen Microsoft vor und umreißt die behandelten Vorwürfe der Kopplung und der Schnittstellenverweigerung.
2 Ökonomische Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert die mikroökonomischen Konzepte von Wettbewerb, Marktformen, Monopolen und der spezifischen Dynamik der Internetökonomie.
3 Das EU-Kartellverfahren gegen Microsoft: Das Hauptkapitel dokumentiert den chronologischen Ablauf des Verfahrens sowie die detaillierte Analyse der Untersuchung der Wettbewerbskommission zu den relevanten Produktmärkten und dem Missbrauchsvorwurf.
4 Kommentar zum Urteil der Wettbewerbskommission: In diesem Teil bewertet der Autor die Entscheidung der Kommission kritisch aus einer rein ökonomischen Perspektive.
5 Schlusswort: Das Schlusswort fasst die wesentlichen Erkenntnisse der Analyse zusammen und reflektiert den noch nicht abgeschlossenen Charakter des Verfahrens.
Microsoft, EU-Kartellverfahren, Wettbewerbspolitik, Monopol, Schnittstelleninformationen, Interoperabilität, Bundling, Tying, Windows Media Player, Marktbeherrschung, Missbrauchskontrolle, Internetökonomie, Netzwerkeffekte, Preiselastizität, Wohlfahrtsverlust
Die Arbeit analysiert das EU-Kartellverfahren gegen den Softwarekonzern Microsoft und untersucht die ökonomischen sowie rechtlichen Aspekte der Vorwürfe bezüglich wettbewerbswidriger Praktiken.
Die zentralen Themen umfassen die ökonomischen Grundlagen von Wettbewerb und Monopolen, die Dynamik der Internetökonomie sowie eine detaillierte Aufarbeitung der Kommissionsentscheidung hinsichtlich Produktkopplung und Interoperabilitätsverweigerung.
Das Ziel der Arbeit ist es, die Entscheidung der EU-Wettbewerbskommission gegen Microsoft nachzuvollziehen und das Verhalten des Konzerns sowie die regulatorischen Eingriffe aus ökonomischer Sicht zu bewerten.
Der Autor stützt sich auf eine theoretische ökonomische Analyse (u.a. Preisbildung, Marktmachttheorie) sowie auf eine umfassende Auswertung von offiziellen Kommissionsentscheidungen und Marktstudien.
Der Hauptteil gliedert sich in eine ökonomische Herleitung (Marktformen/Monopol) und eine spezifische Fallanalyse des Microsoft-Verfahrens, inklusive der chronologischen Entwicklung und der Bewertung der Marktmacht.
Zu den prägenden Begriffen gehören unter anderem "Tying", "Netzwerkeffekte", "Marktbeherrschung", "Interoperabilität" und "Wohlfahrtsverlust".
Die Weigerung von Microsoft, Schnittstelleninformationen offenzulegen, verhinderte die Interoperabilität zwischen Windows-Clients und Konkurrenz-Servern, was laut Kommission den Wettbewerb massiv behinderte.
Der Autor vertritt die Ansicht, dass die Kopplung im Microsoft-Fall weniger wettbewerbsfeindlich war als von der Kommission angenommen, da seiner Meinung nach alternative Verbreitungswege wie der Internet-Download sehr effizient sind.
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