Examensarbeit, 2008
97 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Psalm 104
2.1. Ein Schöpfungspsalm
2.2. Exegese
2.2.1. Verfasser
2.2.2. Abfassungszeit
2.3. Literarische Analyse
2.3.1. Gattung
2.3.2. Gliederung
2.3.3. Stilistische Elemente
2.3.4. Bildsprache
2.4. Gottes- und Menschenbild im Psalm
2.4.1. JHWH, der Schöpfergott
2.4.2. Gottesbild
2.4.3. Menschenbild
2.5. Verwendung des Psalms in weiteren biblischen Kontexten
2.6. Textvergleiche
2.6.1. Gen 1,1 – 2,4a
2.6.2. Der Sonnenhymnus des Echnaton
2.7. Die geordnete Schöpfung
3. Joseph Freiherr von Eichendorff: Mondnacht
3.1. Ein Zeugnis romantischer Naturpoesie
3.2. Aufbau
3.3. Ein geistliches Lied
3.4. Schöpfungsglaube in Himmelskuss und Seelenflug
3.5. Gesellschaftskritik in Eichendorffs Natur
4. Jakob van Hoddis: Weltende
4.1. Van Hoddis – Lyriker der Moderne
4.2. Historischer Kontext
4.2.1. Industrie, Großstadt und die neue Zeit – ein Weltbild
4.2.2. Die Welt als Menschenschöpfung
4.3. Wirkungsabsicht
4.4. Analyse
4.4.1. Ein Interpretationsansatz
4.4.2. Stilmittel erzeugen „Weltweite“
4.5. Das Chaos
4.6. Bezug zu Psalm 104
5. Hilde Domin: Ziehende Landschaft
5.1. Flucht aus der Heimatlosigkeit in die Sprache
5.2. Aussage und Wirkungsabsicht
5.3. Analyse / Interpretation
5.4. Interpretation im Hinblick auf Natur und Schöpfung
5.5. Ein „nüchternes“ Naturbild
6. Das Schöpfungsverständnis im Wandel
6.1. Der Schöpfungsglaube und die biblische Natur
Exkurs: Naturbetrachtung im Wandel
6.2. Das Verständnis von Schöpfung
6.2.1. Im Alten Testament
6.2.2. Heute
6.3. Beziehung Mensch - Natur heute
7. Kritischer Vergleich der Schöpfungsdarstellungen
8. Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht das Thema der Schöpfung in biblischen Texten sowie in ausgewählten lyrischen Werken, um die vielfältigen Interpretationsweisen und den Wandel des Schöpfungsverständnisses aufzuzeigen.
Die geordnete Schöpfung
Das Prinzip der geordneten Schöpfung soll zunächst auf der Textgrundlage von Gen 1,1 – 2,4a, anschließend von Psalm 104 erläutert werden.
In 2.6.1. wurde als erstes Ergebnis Gottes schöpferischen Tuns die Urfülle genannt, die vorerst „formlos braut[e]“122. Diese Urfülle bezeichnet das Chaos, welches aus anderen Weltwerdungsmythen bekannt ist. Anders als in jenen Mythen ist das Chaos123 hier selbst von Gott ins Sein gerufen worden. Das Anfängliche, welches der zweite Vers der Genesis als „wüst und wirr“ bezeichnet, tritt ja erst innerhalb der Sphäre auf, von der Vers 1 kundtut: „Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde“. Das Chaos ist nun „gut und eindeutig“, denn über ihm waltet Gottes Geist.124 Es bedarf keines Demiurgen, dem ersten Gestalter des Mythos, der eine Ordnung herstellt. Gottes gesamtes Werk kennt keine Unordnung, selbst das Chaos war insofern schon Ordnung, da es genau so war, wie Gott es wollte.125
Explizit beginnt die Ordnung in Gen 1,4 mit der Scheidung von Licht und Finsternis, womit Tag und Nacht gemeint sind. Diese Ordnung bezieht sich auf die Welt als Lebensraum des Menschen, nicht auf die Welt als Natur.126 Somit entstehen der Tag, an dem der Mensch sein Tagwerk vollbringt, und die Nacht, in der er ruht und schläft.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Aktualität des Schöpfungsthemas im Kontext der ökologischen Krise ein und erläutert die methodische Herangehensweise der Arbeit.
2. Psalm 104: Ein ausführliches Kapitel, das Psalm 104 als zentralen Schöpfungspsalm exegetisch untersucht und in einen Vergleich mit Genesis 1 und dem Sonnenhymnus des Echnaton stellt.
3. Joseph Freiherr von Eichendorff: Mondnacht: Hier wird Eichendorffs Gedicht als romantische Naturpoesie interpretiert, die eine mystische Einheit von Himmel und Erde beschwört.
4. Jakob van Hoddis: Weltende: Dieses Kapitel analysiert das expressionistische Gedicht und dessen Darstellung von Chaos und gesellschaftlicher Bedrohung.
5. Hilde Domin: Ziehende Landschaft: Eine Analyse von Domins Gedicht vor dem Hintergrund ihrer Exilerfahrungen als Suche nach innerer Heimat.
6. Das Schöpfungsverständnis im Wandel: Dieses Kapitel vergleicht alttestamentliche und moderne Perspektiven auf die Schöpfung und reflektiert die Umweltkrise als Glaubenskrise.
7. Kritischer Vergleich der Schöpfungsdarstellungen: Eine zusammenfassende Gegenüberstellung der unterschiedlichen Ansätze zur Thematisierung von Schöpfung in den untersuchten Texten.
8. Ausblick: Ein abschließendes Resümee, das die Rolle der Lyrik in der christlich-ethischen Bewahrung der Schöpfung hervorhebt.
Schöpfung, Psalm 104, Naturlyrik, Eichendorff, van Hoddis, Hilde Domin, Schöpfungsverständnis, Romantik, Expressionismus, Exil, Weltbild, Umweltkrise, Theologie, Ordnung, Chaos
Die Arbeit befasst sich mit der literarischen Darstellung von Schöpfung und deren theologischem Gehalt, indem sie biblische Texte, insbesondere Psalm 104, mit modernen lyrischen Werken vergleicht.
Die Themenfelder umfassen Schöpfungstheologie, den Wandel von Naturverständnissen im Laufe der Jahrhunderte, die Auseinandersetzung mit ökologischen Krisen sowie die Rolle der Lyrik in christlich-ethischen Diskursen.
Ziel ist es, aufzuzeigen, wie unterschiedliche Epochen und Autoren das Thema Schöpfung interpretieren und inwiefern diese Darstellungen den Wandel unseres Naturverständnisses widerspiegeln.
Es handelt sich um eine literatur- und religionswissenschaftliche Arbeit, die exegese-orientierte Textanalysen mit kulturgeschichtlichen Vergleichen kombiniert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Exegese von Psalm 104 sowie in die Analyse und Interpretation von drei spezifischen Gedichten: „Mondnacht“ von Eichendorff, „Weltende“ von van Hoddis und „Ziehende Landschaft“ von Hilde Domin.
Zentrale Begriffe sind neben „Schöpfung“ auch „Weltbild“, „Ordnung“, „Naturlyrik“, „Eschatologie“ und das Verhältnis von Mensch und Schöpfer.
Während beide Texte einen einzigen Schöpfergott preisen, unterscheidet sich der Psalm durch die Einbettung in das biblische Weltbild, in dem Gott die Natur als ein geordnetes, aber nicht göttliches Lebenshaus einsetzt, wohingegen im Sonnenhymnus die Sonne selbst eine zentrale göttliche Rolle einnimmt.
Es fungiert als poetisches Symbol für das Erkennen der verborgenen göttlichen Nähe und Harmonie in allen Dingen, die Eichendorffs Naturverständnis als Romantiker prägt.
Der Begriff bezieht sich auf ihre Exilerfahrung, in der ihre Lyrik einerseits den Verlust der Heimat thematisiert, andererseits jedoch den Versuch darstellt, durch die Sprache neue Wurzeln und eine innere Geborgenheit zu finden.
Die Umweltkrise dient als Horizont, vor dem die Schöpfungsdarstellungen bewertet werden; die Arbeit postuliert, dass ein Umdenken in Richtung einer ökologischen Verantwortung theologisch notwendig ist.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

