Bachelorarbeit, 2021
51 Seiten, Note: 2,8
1. Einleitung
2. Flexible Arbeitsverhältnisse
2.1 Erwerbstätigkeit
2.2 Das Normalarbeitsverhältnis
2.3 Atypische Beschäftigungen
3. Prekäre Beschäftigungsverhältnisse
3.1 Definition
3.2 Agenda 2010
3.3 Empirische Bestandsaufnahme prekärer Beschäftigungsverhältnisse
3.4 Risikogruppen
3.5 Lebenslagen von prekären Beschäftigten
3.6 Konsequenzen aus prekärer Beschäftigung
3.7 Zusammenfassung
4. Bourdieus Ungleichheitstheorie
4.1 Soziale Ungleichheit - eine kurze Einführung
4.2 Die Habitus Theorie
4.3 Sozialer Raum
4.4 Bourdieus Kapitalformen
4.5 Klassen
5. Impulse aus den bourdieuschen Ansatz
5.1 Apell zum politischen Handeln
5.2 Lösungsvorschläge
6. Resümee
Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen prekärer Arbeitsverhältnisse auf die soziale Ungleichheit in Deutschland unter Einbezug der Ungleichheitsperspektive von Pierre Bourdieu. Dabei wird der Frage nachgegangen, ob und wie prekäre Beschäftigungsformen als signifikanter Motor für soziale Ungleichheit fungieren und welche Folgen dies für Individuen und deren Lebenslagen hat.
3.1 Definition
Bei der Einordnung einer prekären Beschäftigung gibt das Standardarbeitsverhältnis meistens den Rahmen vor. Eine prekäre Beschäftigung ist immer atypisch, da sie vom Normalarbeitsverhältnis abweicht. Als prekär Beschäftigte bezeichnet man „Beschäftigte, die aufgrund ihrer Tätigkeit deutlich unter ein Einkommens-, Schutz- und soziales Integrationsniveau sinken, das in der Gegenwartsgesellschaft als Standard definiert und mehrheitlich anerkannt wird.“29 Diese begrenzte Teilhabefunktion und eine negative Abstufung vom "sicher" geltenden Standard benennt man als prekär. Diese Beschäftigungsverhältnisse sind unsicher und nicht dauerhaft. Zu diesen Verhältnissen gehören bei der prekären Erwerbstätigkeit auch andere Dimensionen, die die gesellschaftliche Normalität unterschreiten. Es muss unterstrichen werden, dass Prekarität nicht allein durch die Beschäftigungsform zu definieren ist. Somit wird bei prekären Beschäftigungen das Einkommen, soziale Absicherung, Arbeitsplatzunsicherheit, Gesundheitsrisiken und die Haushaltslage miteinbezogen.30 Nicht alle diese Eigenschaften müssen dabei zu treffen, um eine Beschäftigung als prekär einzuordnen.
1. Einleitung: Hinführung zur Thematik der instabilen Arbeitsverhältnisse und Präzisierung der Forschungsfrage unter Einbezug bourdieuscher Perspektiven.
2. Flexible Arbeitsverhältnisse: Definition der Grundlagen von Erwerbstätigkeit, Abgrenzung des Normalarbeitsverhältnisses und Einordnung atypischer Beschäftigungsformen.
3. Prekäre Beschäftigungsverhältnisse: Eingehende Analyse der Definition von Prekarität, der Rolle der Agenda 2010 sowie der Auswirkungen auf Lebenslagen und verschiedene Risikogruppen.
4. Bourdieus Ungleichheitstheorie: Theoretische Fundierung durch Habitus, sozialen Raum und Kapitalformen zur Erklärung sozialer Ungleichheit im Kontext prekärer Beschäftigung.
5. Impulse aus den bourdieuschen Ansatz: Darstellung der politischen Brisanz und Ableitung von Handlungsempfehlungen zur Abmilderung prekärer Beschäftigungsrisiken.
6. Resümee: Synthese der Ergebnisse und Fazit zur gesellschaftlichen Herausforderung durch die Prekarisierung der Arbeitswelt.
Prekäre Beschäftigung, Soziale Ungleichheit, Pierre Bourdieu, Habitus, Agenda 2010, Normalarbeitsverhältnis, Atypische Beschäftigung, Prekarisierung, Kapitalformen, Sozialer Raum, Arbeitsmarkt, Existenzsicherung, Bildung, Risikogruppen, Soziale Sicherung.
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der Zunahme prekärer Arbeitsverhältnisse in Deutschland und der Vertiefung sozialer Ungleichheit unter Verwendung soziologischer Theorien von Pierre Bourdieu.
Zentrale Themen sind der Wandel der Erwerbsarbeit, die Auswirkungen der Agenda 2010, die Definition von prekärer Beschäftigung sowie die Analyse von Lebenslagen betroffener Gruppen.
Die Arbeit geht der These nach, ob und wie prekäre Arbeitsverhältnisse als "Motor der sozialen Ungleichheit" wirken können.
Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Arbeit, die empirische Daten zur Arbeitsmarktentwicklung mit der Ungleichheitstheorie von Pierre Bourdieu verknüpft.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Bestandsaufnahme der Arbeitsmarktformen, die Darstellung der Prekarität und deren Folgen sowie eine detaillierte Anwendung der bourdieuschen Theoriekonzepte auf das Phänomen der Prekarisierung.
Prekäre Beschäftigung, soziale Ungleichheit, Habitus, Kapitalformen, Agenda 2010 und Prekarisierung sind die prägenden Begriffe.
Bourdieu ermöglicht durch seinen mehrdimensionalen Ansatz (Habitus, Kapitalformen, sozialer Raum) ein tieferes Verständnis von Ungleichheit, das über bloße ökonomische Betrachtungen hinausgeht und subjektive sowie strukturelle Faktoren verbindet.
Die Agenda 2010 wird als zentraler politischer und gesetzlicher Treiber identifiziert, der durch Deregulierung die Verbreitung prekärer und unsicherer Beschäftigungsformen in Deutschland maßgeblich begünstigt hat.
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