Bachelorarbeit, 2021
39 Seiten, Note: 1,3
1 Problemstellung
2 Latente Steuern im Einzelabschluss
2.1 Konzeption der latenten Steuerabgrenzung
2.2 Bilanzierung latenter Steuern nach HGB
2.3 Bilanzierung latenter Steuern nach IFRS
3 Latente Steuern im Konzernabschluss
3.1 Vereinheitlichung der Jahresabschlüsse
3.2 Konsolidierungsmaßnahmen
3.2.1 Voll- und Quotenkonsolidierung
3.2.2 Schuldenkonsolidierung
3.2.3 Zwischenergebniseliminierung
3.3 Equity-Methode
4 Kritische Würdigung
Die Arbeit verfolgt das Ziel, die konzeptionellen Grundlagen latenter Steuern zu erläutern und eine betriebswirtschaftliche Analyse der bilanzpolitischen Gestaltungsspielräume durchzuführen, die durch deren Ansatz entstehen. Dabei wird ein kritischer Vergleich der Bilanzierung latenter Steuern im Einzel- und Konzernabschluss nach HGB und IFRS unter Berücksichtigung aktueller rechtlicher Vorgaben und Praxisbeispiele vorgenommen.
Konzeption der latenten Steuerabgrenzung
Der Ausweis von latenten Steuern in der Handelsbilanz dient primär der Verbesserung der Informationsfunktion des Jahresabschlusses, ohne zusätzliche Kosten für die Bilanzierenden zu verursachen. Latente Steuern entstehen durch unterschiedliche Ansätze von Vermögen und Schulden in der Handels- und Steuerbilanz. Der Ansatz erfolgt nur bei quasi-permanenten und zeitlich begrenzten Differenzen. Bei permanenten Differenzen erfolgt kein Ansatz von latenten Steuern. Daher sind nur temporäre Abweichungen für die Bildung von latenten Steuern relevant. Diese Abweichungen informieren den Bilanzleser, dass steuerliche Differenzen vorhanden sind und geben Auskunft über folgende Steuerbelastungen oder Steuerentlastungen. Die Wertunterschiede beruhen u.a. auf Durchbrechungen des Maßgeblichkeitsgrundsatzes. Denn lange Zeit war im deutschen Recht der Grundsatz der formellen und materiellen Maßgeblichkeit dafür verantwortlich, dass die Handels- und Steuerbilanz überwiegend übereinstimmten.
Durch die Annäherung der handelsrechtlichen Vorschriften an die IFRS, die am 29. Mai 2009 im Rahmen der Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes (BilMoG) stattfand, gewann die Bilanzierung der latenten Steuern auch im deutschen Recht mehr an Bedeutung. Bis dahin galt das GuV-orientierte „Timing-Konzept“, welches auf dem Vergleich der Jahresergebnisse basierte. Seitdem gilt das Bilanz-orientierte „Temporary-Konzept“. Das „Temporary-Konzept“ zielt auf die bilanziellen Wertansätzen mit der Pflicht zur Bildung latenter Steuern bei sämtlichen temporären Unterschieden ab. Trotz der Annäherung vermehren sich die Differenzen der Bewertungs- und Bilanzierungsunterschiede in der Handels- und Steuerbilanz und die Vorstellung einer sogenannten „Einheitsbilanz“ bleibt weiterhin fern. Die Berücksichtigung der latenten Steuern kann auch aus dem „Going-Concern-Prinzip“ abgeleitet werden, d.h. bei der Bewertung ist von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit auszugehen. Die Intention der Bilanzierung von latenten Steuern ist zum einen die periodengerechte Erfolgsermittlung und zum anderen der zutreffende Ausweis der Vermögenslage. Hierbei gilt sowohl nach HGB als auch nach IFRS, einen „richtigen Vermögensausweis zu erreichen. „Richtig" ist der mit dem handelsrechtlichen Ergebnis korrespondierende und nicht nach steuerrechtlichen Vorschriften kalkulierte Steueraufwand.
1 Problemstellung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der Bilanzierung latenter Steuern ein und definiert das Ziel, die Spielräume und Unterschiede zwischen HGB und IFRS kritisch zu beleuchten.
2 Latente Steuern im Einzelabschluss: Hier werden die konzeptionellen Grundlagen der Steuerabgrenzung sowie die spezifischen Bilanzierungsvorschriften und praxisrelevanten Ursachen für latente Steuern nach HGB und IFRS detailliert analysiert.
3 Latente Steuern im Konzernabschluss: Das Kapitel behandelt die Besonderheiten bei der Konzernrechnungslegung, insbesondere durch Vereinheitlichungen, Konsolidierungsmaßnahmen wie Voll- und Quotenkonsolidierung sowie die Anwendung der Equity-Methode.
4 Kritische Würdigung: Der Autor fasst die Ergebnisse zusammen, diskutiert die bilanzpolitischen Implikationen und unterbreitet Vorschläge zur künftigen Ausgestaltung der Bilanzierungsvorschriften.
Latente Steuern, HGB, IFRS, Bilanzierung, Steuerabgrenzung, Konzernabschluss, Einzelabschluss, Temporäre Differenzen, Steueroptimierung, Bilanzpolitik, Konsolidierung, Maßgeblichkeitsgrundsatz, Firmenwert, Verlustvorträge, Drohverlustrückstellungen.
Die Arbeit untersucht die Bilanzierung latenter Steuern als Instrument der Bilanzpolitik und analysiert dabei die Unterschiede sowie Gestaltungsspielräume zwischen den Rechnungslegungsstandards HGB und IFRS.
Die zentralen Felder umfassen die konzeptionellen Grundlagen der latenten Steuerabgrenzung, deren Entstehung im Einzel- und Konzernabschluss sowie die steuerlichen Konsequenzen bilanzpolitischer Entscheidungen.
Das Ziel ist es, die konzeptionellen Problematiken der latenten Steuern zu erläutern und durch einen kritischen Vergleich nach HGB und IFRS aufzuzeigen, wie Unternehmen diese zur Steueroptimierung nutzen können.
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Auseinandersetzung mit der einschlägigen Fachliteratur und den gesetzlichen Vorschriften, ergänzt durch eine betriebswirtschaftliche Analyse anhand praxisrelevanter Beispiele, insbesondere der BASF SE.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von latenten Steuern im Einzelabschluss, ihre Behandlung im Konzernabschluss durch diverse Konsolidierungsmaßnahmen und die spezifische Anwendung der Equity-Methode.
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Latente Steuern, HGB, IFRS, Bilanzpolitik, Temporäre Differenzen und Steueroptimierung.
Das BilMoG führte zur Annäherung des deutschen Rechts an internationale Standards, indem es vom "Timing-Konzept" zum "Temporary-Konzept" überging und damit die Bedeutung latenter Steuern im HGB signifikant erhöhte.
Während das HGB bei der Aktivierung latenter Steuern aus Verlustvorträgen ein Wahlrecht vorsieht, sind diese nach IFRS bei entsprechender Wahrscheinlichkeit zukünftiger steuerpflichtiger Ergebnisse bilanzierungspflichtig.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

