Bachelorarbeit, 2021
62 Seiten
1 EINLEITUNG
1.1 STAND DER FORSCHUNG
1.2 FORSCHUNGSINTERESSE UND ZIEL DER ARBEIT
1.3 AUFBAU UND METHODE DER ARBEIT
2 RECHTSPOPULISMUS
2.1 ANNÄHERUNG AN DEN BEGRIFF
2.2 THEORETISCHE ERKLÄRUNGSANSÄTZE
2.3 RECHTSPOPULISTISCHE PARTEIEN IN DEUTSCHLAND UND UNGARN
2.3.1 AFD
2.3.2 FIDESZ
3 GESCHLECHTERPOLITIK IM RECHTSPOPULISMUS
3.1 GESCHLECHT UND IHRE RELEVANZ IN DER POLITIK
3.2 ‚GENDER-IDEOLOGIE‘ – GENDER-THEMEN ZUR POLARISIERUNG DER GESELLSCHAFT
3.3 (NEUER) RECHTSPOPULISMUS – EINE REAKTION AUF VERÄNDERUNGEN PATRIARCHALER GESCHLECHTERORDNUNGEN?
3.4 ANTI-GENDER BEWEGUNGEN IN EUROPA – AM BEISPIEL VON DEUTSCHLAND
3.5 ANALYSE DER GESCHLECHTERPOLITIK DER AFD UND FIDESZ
3.5.1 AFD - ALTERNATIVE FÜR DEUTSCHLAND
3.5.2 FIDESZ - MAGYAR POLGÁRI PÁRT FIATAL
4 ANTI-FEMINISMUS IM RECHTSPOPULISMUS
4.1 ‚ANTI-GENDERISMUS‘ DER NEUE ANTI-FEMINISMUS?
4.2 AUSWIRKUNGEN RECHTSPOPULISTISCHER IDEOLOGIEN AUF GLEICHBERECHTIGUNG UND FRAUENRECHTE – AM BEISPIEL VON UNGARN
5 FAZIT
Die Arbeit untersucht, inwiefern der Rechtspopulismus zu einer Suppression feministischer und gleichstellungspolitischer Errungenschaften beiträgt. Durch eine Analyse der Geschlechterpolitik von AfD und Fidesz soll aufgezeigt werden, wie rechtspopulistische Akteure antifeministische Haltungen nutzen, um ihre ideologische Agenda zu stützen und den gesellschaftlichen Diskurs zu beeinflussen.
3.1 Geschlecht und ihre Relevanz in der Politik
Die Politik ist elementar für gesellschaftliche Strukturen und beeinflusst maßgebliche Prozesse und Inhalte des gemeinsamen Lebens und bestimmt damit über Grundwerte und Ziele der Gesellschaft (Drechsler/ Hilligen/ Neumann 1992: 571). Politik hat jedoch auch die Verantwortung, die „Wirkung sozialer Probleme auszugleichen und die Lebenslage einzelner Personen oder Personengruppen zu sichern und verbessern“ (Böllert/Heite 2011: 12). Zu einem politischen Problem wird es jedoch, wenn die Politik selbst dazu beiträgt, dass soziale Probleme verstärkt, Personengruppen ausgeschlossen und nicht hinreichend geschützt werden. Menschen wurden schon immer in der Menschheitsgeschichte aufgrund unterschiedlicher Kriterien differenziert und damit auch ungleich behandelt. Ein Beispiel dieser Differenzierung stellt die Geschlechterzugehörigkeit dar. Erving Goffman (1994: 109) beschreibt diesen Prozess als einen „Sortierungsvorgang“, in der eine Geschlechtsklasse entsteht, dessen Mitglieder aufgrund ihrer biologischen Unterschiede in eine ‚weibliche‘ und ‚männliche‘ Klasse zugeordnet werden und aufgrund dessen eine unterschiedliche Sozialisation erfahren. Für Goffman führt diese kalkulierte Sozialisierung zur Entstehung des sozialen Geschlechts. Auch Judith Butler (1990) konstatierte das Geschlecht als ein soziales Konstrukt, das neben dem biologischen Geschlecht besteht und durch äußere Einflüsse konstruiert wird. Goffman und Butler unterscheiden das biologische Geschlecht ‚sex‘ vom sozialen Geschlecht ‚gender‘ (ebd.). Diese Unterscheidung hat sich mittlerweile auch im deutschen Sprachgebrauch verfestigt und wird auch von der Wissenschaft und Politik herangezogen, um zwischen dem biologischen- und sozialen Geschlecht zu unterscheiden.
1 EINLEITUNG: Die Einleitung führt in die Problematik ein, skizziert den aktuellen Diskurs und stellt die Forschungsfrage sowie die methodische Vorgehensweise dar.
2 RECHTSPOPULISMUS: Dieses Kapitel nähert sich dem Begriff des Rechtspopulismus an, beleuchtet theoretische Erklärungsansätze und gibt einen Überblick über die AfD und den Fidesz.
3 GESCHLECHTERPOLITIK IM RECHTSPOPULISMUS: Hier wird die Relevanz von Geschlecht in der Politik diskutiert und analysiert, wie Rechtspopulisten Gender-Themen als Polarisierungsinstrument und Mittel zur Mobilisierung einsetzen.
4 ANTI-FEMINISMUS IM RECHTSPOPULISMUS: Dieses Kapitel untersucht den Zusammenhang zwischen Anti-Gender-Diskursen und Anti-Feminismus und bewertet die Auswirkungen rechtspopulistischer Ideologien am Beispiel Ungarns.
5 FAZIT: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und diskutiert die Bedrohung feministischer Errungenschaften durch rechtspopulistische Politik.
Rechtspopulismus, Geschlechterpolitik, Anti-Feminismus, AfD, Fidesz, Gender-Ideologie, Gleichberechtigung, Frauenrechte, Anti-Gender-Bewegung, Patriarchat, politische Ideologie, Gender Mainstreaming, Backlash, Ungarn, Deutschland
Die Arbeit analysiert, inwieweit rechtspopulistische Parteien in Europa frauenfeindliche Tendenzen fördern und feministische Errungenschaften durch eine gezielte Geschlechterpolitik sowie antifeministische Diskurse unter Druck setzen.
Zentrale Felder sind die Untersuchung der Ideologie des Rechtspopulismus, die Bedeutung des Konstrukts „Gender“, die Rolle von Anti-Gender-Bewegungen sowie die konkrete Parteienanalyse hinsichtlich ihrer Familien- und Gleichstellungspolitik.
Ziel ist es, den aktiven Einfluss rechtspopulistischer Parteien auf frauenpolitische Belange zu erforschen und zu klären, ob diese eine neue Form der Diskriminierung oder Unterdrückung etablieren.
Die Arbeit basiert primär auf einer intensiven Literaturarbeit sowie einer qualitativen Inhaltsanalyse der Parteiprogramme der AfD und des Fidesz.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Verortung des Rechtspopulismus, die Analyse der Geschlechterpolitik als Instrument der Ideologieverbreitung und die spezifische Fallbetrachtung von Deutschland und Ungarn.
Wichtige Begriffe sind Rechtspopulismus, Geschlechterpolitik, Anti-Feminismus, Gender-Ideologie, Gleichberechtigung, Frauenrechte und das Spannungsfeld zwischen traditionellen Rollenbildern und moderner Gleichstellung.
Beide Parteien setzen stark auf ein traditionelles Familienbild, wobei Ungarn durch spezifische, teils finanzielle Anreize für kinderreiche Familien eine direktere staatliche Steuerung verfolgt, während die AfD stärker rhetorisch gegen die Modernisierung der Geschlechterrollen agiert.
Die Autorin argumentiert, dass Rechtspopulisten den Begriff „Gender“ als Feindbild konstruieren, um Ängste vor dem Verlust der eigenen Identität oder der Familie zu schüren und so eine homogene Wählerschaft hinter einem autoritären Gesellschaftskonzept zu einen.
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