Bachelorarbeit, 2020
45 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Alleinerziehende Mütter
2.1 Begriffsbestimmung
2.2 Herausforderungen und Risikofaktoren
2.2.1 Bedeutung der Sozialen Unterstützung
2.2.2 Auswirkungen auf das Kind
3. Depressionen
3.1 Klassifizierung und Symptome
3.2 Ursachen zur Auslösung der Erkrankung
3.3 Behandlung von Depressionen und die damit verbundenen Herausforderungen für die Betroffenen
4. Mutter-Kind-Bindung
4.1 Entstehung und Entwicklung der Mutter-Kind-Bindung
4.2 Bindungstheorie nach Bowlby
4.3 Bindungsqualität und die Bindungstypen nach Ainsworth
4.4 Voraussetzungen für den Aufbau einer sicheren Bindung
4.4.1 Konzept der Feinfühligkeit
4.4.2 Intuitive Elternkompetenz
5. Auswirkungen auf die Mutter-Kind-Bindung
5.1 Alleinerziehend als Belastungsfaktor
5.2 Einfluss einer Depression
5.3 Unterstützungsbedarf
6. Frühe Hilfen
6.1 Vorstellung der Frühen Hilfen
6.2 Gesetzliche Rahmung
6.3 Unterstützungsmöglichkeiten für alleinerziehende, depressive Mütter
6.3.1 Zugang
6.3.2 Kreis der Sicherheit
6.3.3 Wir2
6.3.4 Patenschaftsprogramme
7. Zusammenführung und kritische Reflexion
8. Fazit und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen des Alleinerziehens und einer depressiven Erkrankung auf die Mutter-Kind-Bindung und analysiert, inwiefern Angebote der Frühen Hilfen betroffene Mütter bei der Gestaltung einer sicheren Bindung unterstützen können.
3.1 Klassifizierung und Symptome
Nach der International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems (ICD-10) gehören Depressionen zu den affektiven Störungen und sind unter der Kodierung F32 bis F34 zu finden. Bei dieser Störung bestehen die Hauptsymptome in der Veränderung der Stimmung oder der Affektivität der Betroffenen (vgl. Dilling u.a. 2015, S. 159). Depressionen haben zumeist einen phasenhaften Verlauf und treten somit in Episoden auf. Bei rund einem Drittel der Betroffenen kommen diese nur einzeln vor. Meistens leiden die Betroffenen an mehreren Episoden bis hin zu einem langjährigen chronischen Verlauf (vgl. Wittchen und Hoyer 2011, S. 889).
Im Folgenden werden die Symptome nach der F32-Diagnose sowie die postpartale Depression beschrieben. Darüber hinaus gibt es weitere depressive Krankheitsausprägungen, dessen Einbeziehung den Rahmen der Arbeit übersteigen würden.
Die typische depressive Episode (F32) lässt sich in eine leichte (F32.0), mittelgradige (F32.1) oder schwere (F32.2 oder F32.3) Episode unterteilen. Der Betroffene leidet unter einer gedrückten Stimmung und einer Verminderung von Antrieb und Aktivität. Welcher Schweregrad der depressiven Episode diagnostiziert wird, ist abhängig von der Anzahl der Symptome. Diese können sein: eine ausgeprägte Müdigkeit nach kleinsten Anstrengungen, Schlafstörungen, verminderter Appetit, Beeinträchtigung des Selbstwertgefühls und Selbstvertrauen sowie Schuldgefühle und Gedanken über eigene Wertlosigkeit. Darüber hinaus verändert sich die gedrückte Stimmung von Tag zu Tag wenig und der Betroffene reagiert nicht auf Lebensumstände. Außerdem kann die depressive Episode von so genannten somatischen Symptomen begleitet werden, wie Verlust von Interesse oder der Freude, Früherwachen, Morgentief, deutliche psychomotorische Hemmung, Agitiertheit, Appetitverlust, Gewichts- und Libidoverlust (vgl. Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information 2020, o.S.).
1. Einleitung: Einführung in die Relevanz des Themas, die Forschungsfragen sowie den Aufbau und den Fokus der Arbeit.
2. Alleinerziehende Mütter: Definition des Begriffs Alleinerziehend und Analyse der damit verbundenen gesellschaftlichen Herausforderungen sowie sozialen und ökonomischen Risikofaktoren.
3. Depressionen: Erläuterung der medizinischen Klassifizierung, Ursachenmodelle und der Behandlungsformen depressiver Erkrankungen.
4. Mutter-Kind-Bindung: Theoretische Fundierung der Bindungsentwicklung, Vorstellung der Bindungstheorie nach Bowlby und der Bedeutung von Feinfühligkeit.
5. Auswirkungen auf die Mutter-Kind-Bindung: Untersuchung der spezifischen negativen Einflüsse von Alleinerziehend-Status und Depression auf die Interaktionsqualität und Bindungsbildung.
6. Frühe Hilfen: Darstellung der gesetzlichen Rahmenbedingungen und Analyse spezifischer Programme wie "Kreis der Sicherheit", "Wir2" und Patenschaftsprogramme zur Unterstützung.
7. Zusammenführung und kritische Reflexion: Synthese der Erkenntnisse und kritische Diskussion der Ergebnisse unter Berücksichtigung der Einschränkungen der untersuchten Studien.
8. Fazit und Ausblick: Zusammenfassendes Resümee der Forschungsfragen und Ausblick auf zukünftigen Forschungsbedarf.
Alleinerziehende Mütter, Depression, Postpartale Depression, Mutter-Kind-Bindung, Bindungstheorie, Frühe Hilfen, Soziale Unterstützung, Feinfühligkeit, Erziehungs- und Beziehungskompetenz, Vulnerabilitäts-Stress-Modell, Prävention, Kindeswohl, Familienhebammen, Wir2, Kreis der Sicherheit
Die Arbeit befasst sich mit der Lebenssituation von alleinerziehenden, depressiven Müttern und analysiert, wie diese spezifische Belastungssituation die Bindung zu ihrem Kind beeinflussen kann und welche Unterstützung durch Frühe Hilfen möglich ist.
Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse der sozioökonomischen Lage alleinerziehender Frauen, den psychologischen Hintergründen depressiver Erkrankungen, der bindungstheoretischen Entwicklung im ersten Lebensjahr sowie der Wirksamkeit präventiver Unterstützungsangebote.
Das Ziel ist es zu untersuchen, wie sich die Kombination aus alleinerziehendem Status und depressiver Erkrankung auf die Qualität der Mutter-Kind-Bindung auswirkt und inwieweit professionelle Frühe Hilfen hierbei einen Beitrag zur Förderung einer sicheren Bindung leisten können.
Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die auf einer fundierten Auswertung aktueller wissenschaftlicher Quellen, Studien und gesetzlicher Grundlagen zum Thema Frühe Hilfen und psychische Gesundheit basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Aufarbeitung von Bindungstheorien, die detaillierte Darstellung von Depressionsformen, eine Analyse der Auswirkungen von Belastungsfaktoren auf die Feinfühligkeit der Mutter sowie die Vorstellung konkreter Interventionsprogramme.
Kernbegriffe sind Alleinerziehen, Depression, Mutter-Kind-Bindung, Frühe Hilfen, Feinfühligkeit, Vulnerabilität und psychosoziale Unterstützung.
Die Feinfühligkeit gilt als wesentliche Voraussetzung für den Aufbau einer sicheren Bindung, da sie die Fähigkeit der Mutter beschreibt, die Bedürfnisse des Kindes wahrzunehmen und angemessen sowie prompt darauf zu reagieren.
Das Programm "Wir2" ist ein spezifisch für alleinerziehende Mütter entwickeltes Bindungstraining, das neben der Stabilisierung der Mutter-Kind-Bindung auch darauf abzielt, das Selbstkonzept der Mutter zu stärken und Schuldgefühle oder Überforderungssituationen abzubauen.
Das Präventionsdilemma beschreibt den Umstand, dass häufig gerade jene Familien, die besonders belastet sind, die Angebote der Frühen Hilfen seltener erreichen, während Familien aus der Mittelschicht diese eher in Anspruch nehmen.
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