Examensarbeit, 2008
124 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Sozialisationstheorien
2.1 Identitätstheorien
2.1.1 Identität nach Tajfel
2.1.2 Männliche und weibliche Geschlechtsidentitäten im Sport
2.2 Rollentheorien
2.2.1 Die Rollentheorie nach Parsons
2.2.2 Die soziologische Handlungstheorie nach Habermas
2.3 Konstruktivistische Theorien
2.3.1 Die Genderforschung
2.3.2 Doing Gender im Sport
2.4 Zwischenfazit
3. Koedukation im Sportunterricht
3.1 Terminologie ‚Koedukation’
3.2 Koedukationsgeschichte
3.3 Sportengagement von Jungen und Mädchen
3.4 Reflexive Koedukation
3.4.1 Grundlegende Überlegungen zur Mädchen - und Jungenarbeit
3.4.2 Mädchenförderung
3.4.3 Jungenförderung
3.5 Einstellungen zu koedukativem Unterricht
3.5.1 Einstellungen von Schülern zur Koedukation
3.5.2 Einstellungen von Lehrern zur Koedukation
3.6 Sportlehrerrolle
4. Zusammenfassung und Fragestellung
5. Forschungsdesign
5.1 Begründung der Methode ‚Problemzentriertes Interview’
5.2 Leitfadenkonstruktion
5.3 Stichprobe
5.4 Erhebungssituation
5.5 Aufbereitungs - und Auswertungsverfahren
6. ERGEBNISDARSTELLUNG
6.1 Ergebnisse Kategorie ‚Unterrichtsziele’
6.1.1 Ziele koedukativer Sportunterricht
6.1.2 Ziele getrennter Sportunterricht
6.1.3 Geschlechterrollen im Sportunterricht
6.2 Ergebnisse Kategorie ‚Sportarten’
6.2.1 Einflussfaktoren thematisierter Sportarten
6.2.2 Thematisierte Sportarten
6.3 Ergebnisse Kategorie ‚Methodik’
6.3.1 Heterogenität in gemischten Gruppen
6.3.2 Heterogenität in getrennten Gruppen
6.4 Ergebnisse Kategorie ‚Konflikte’
6.4.1 Konfliktbewältigung in gemischten Gruppen
6.4.2 Konflikte in gemischten Gruppen
6.4.3 Konfliktbewältigung in getrennten Gruppen
6.4.4 Konflikte in getrennten Gruppen
6.5 Ergebnisse Kategorie ‚Diskrepanzen zwischen Berufs - und Geschlechtsrolle von Sportlehrern’
6.5.1 Gleichgeschlechtlichkeit von Schülern und Lehrern
6.5.2 Geschlechtsrolle und Sportsozialisation des Lehrers
6.5.3 Hilfestellung des Lehrers bei andersgeschlechtlichen Schülern
6.5.4 Interaktionsunterschiede zu Jungen - und Mädchengruppen
6.5.5 Respektlosigkeit gegenüber Lehrern
6.6 Ergebnisse Kategorie ‚Prozess der Trennung’
6.6.1 Ursachen der Trennung
6.6.2 Beteiligte Personen
6.6.3 Zusätzliche Maßnahmen zur Geschlechtertrennung
7. Diskussion
7.1 Interpretation der Untersuchungsergebnisse
7.2 Untersuchungsergebnisse im Kontext des Doing Gender
7.3 Untersuchungsergebnisse im Kontext rollentheoretischer Überlegungen
7.4 Untersuchungsergebnisse im Kontext zur Identitätstheorie Tajfels
8. Ausblick
Diese Arbeit untersucht die Relevanz einer geschlechtshomogenen Gruppentrennung im Sportunterricht der Klassen 7 bis 10. Zentrales Ziel ist es zu ergründen, ob und wie unterschiedliche Unterrichtsinhalte sowie Methoden in getrennten Gruppen zur Verstärkung oder Überwindung traditioneller Geschlechterrollen beitragen.
2.3.2 Doing Gender im Sport
Doing gender soll im Folgenden auf den schulischen Bereich und den Sport bezogen werden. Die Genderforschung versteht unter dem Begriff des Doing gender, dass die Zugehörigkeit zu einem Geschlecht in der alltäglichen Praxis immer wieder hergestellt werden muss. Mädchen und Jungen aber auch Frauen und Männer müssen sich in ihren Einstellungen, Verhaltensweisen und äußeren Erscheinungen kontinuierlich als geschlechtliche Wesen inszenieren, um soziale Anerkennung zu erfahren. Der Jugendphase kommt eine besondere Bedeutung zu, da Individuen aufgrund körperlicher, psychischer und sozialer Veränderungen sich in besonderer Weise mit der eigenen körperlichen Erscheinung und ihrer Geschlechtsidentität auseinandersetzen müssen und unter dem gesellschaftlichen Zwang des Sich-Positionieren-Müssens stehen.
Das eigene Körperkonzept bzw. die jeweilige somatische Kultur stellt eine Gelegenheit dar, die eigene Geschlechtsrolle auszudrücken, um Weiblichkeit bzw. Männlichkeit herzustellen. „Die Wirksamkeit dieses doing gender zeigt sich z.B. in den Sportartenpräferenzen von Jungen und Mädchen“ (Schmidt, 2003, S. 315). Der Sport bietet somit eine besondere Gelegenheit, das eigene Geschlecht sozial zu konstruieren. Im Sport steht der Körper und die körperliche Leistung im Mittelpunkt, so dass wettkampforientierte Sportarten vor allem für Jungen und Männer ein besonderes Inszenierungsfeld zur Darstellung von Männlichkeit bieten.
Sozialisationstheorien: Dieses Kapitel erörtert die theoretischen Grundlagen zur Identitätsentwicklung, wie Rollentheorien und konstruktive Ansätze, und setzt diese in Bezug zur Geschlechterthematik.
Koedukation im Sportunterricht: Hier wird der historische Wandel der Koedukation im Schulsport sowie die Bedeutung reflexiver Koedukationsansätze für die Mädchen- und Jungenförderung thematisiert.
Zusammenfassung und Fragestellung: Dieses Kapitel bündelt die theoretischen Erkenntnisse und leitet daraus die forschungsleitenden Fragen der vorliegenden Untersuchung ab.
Forschungsdesign: Hier werden das problemzentrierte Interview als methodischer Zugang, die Auswahl der Stichprobe sowie das Vorgehen bei der Datenerhebung und -auswertung detailliert erläutert.
ERGEBNISDARSTELLUNG: Dieser umfangreiche Teil präsentiert die aus den Experteninterviews gewonnenen Erkenntnisse, strukturiert nach den Kategorien Unterrichtsziele, Sportarten, Methodik, Konflikte und der Lehrerrolle.
Diskussion: Dieses Kapitel interpretiert die Ergebnisse im Lichte der zuvor dargelegten theoretischen Konzepte wie Doing Gender und rollentheoretische Überlegungen.
Koedukation, Reflexive Koedukation, Schulsport, Doing Gender, Sozialisation, Geschlechterrollen, Jungenförderung, Mädchenförderung, Identitätstheorie, Sportunterricht, qualitative Forschung, Problemzentriertes Interview, Geschlechterklischees, Koinstruktion, Sportsozialisation.
Die Arbeit untersucht die qualitative Bedeutung und Auswirkungen der Geschlechtertrennung im Sportunterricht an weiterführenden Schulen (Klassen 7-10).
Die Schwerpunkte liegen auf den Sozialisationstheorien, dem Konzept der Koedukation im Sport, sowie der Frage, wie Lehrerinnen und Lehrer mit Geschlechterrollen und Konflikten in diesem Kontext umgehen.
Es soll geklärt werden, ob ein getrennter Sportunterricht durch die Auswahl bestimmter Sportarten dazu beiträgt, traditionelle Geschlechterrollen zu verstärken oder diese gezielt zu überwinden.
Die Untersuchung basiert auf der qualitativen Methode des problemzentrierten Interviews, welches mit Sportlehrkräften an verschiedenen Schulen durchgeführt wurde.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Sozialisation und Koedukation, gefolgt von einer detaillierten Ergebnisdarstellung der Interviews, die Kategorien wie Unterrichtsziele, Sportartenwahl und Konfliktbewältigung umfasst.
Kernbegriffe sind Koedukation, Doing Gender, Geschlechterrollen, Mädchen-/Jungenförderung und Sportsozialisation.
Die Aussagen zeigen, dass dies sehr individuell gehandhabt wird; oft setzen Lehrer auf die Stärkung einer intakten Klassengemeinschaft oder thematisieren Körperkontakt und Hilfestellungen vorab, um Hemmschwellen abzubauen.
Die Lehrerrolle ist zentral, da die eigene Sportsozialisation der Lehrkräfte ihre Bereitschaft beeinflusst, Sportarten zu unterrichten, die außerhalb ihrer eigenen Erfahrungswelt liegen oder als geschlechtsuntypisch gelten.
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